Filmplakat Pawn Shop Chronicles
8/10

„I don't give you the gun. I'm offering you salvation.“ (Pawn Shop Chronicles, 2013)


Pawn Shop Chronicles

Besprechung

Irgendwo im Süden der USA hat Alton (Vincent D’Onofrio) eine Pfandleihe. Tag ein, Tag aus steht er im Laden, schwatzt mit seinem Kumpel Johnson (Chi McBride) und gibt Geld raus.

Sein erster Kunde ist Vernon (Lukas Haas), der sein Gewehr einzahlen muss, um an Spritgeld zu gelangen. Er und seine Kumpels wollen einen Meth-Dealer ausrauben. Der Raubzug nimmt eine ungewöhnliche Wende. Kein Wunder, wenn bei den Ganoven Raw Dog (Paul Walker) und Randy (Kevin Rankin) noch die Drogen von vor drei Tagen wirken.

Ein weiterer Kunde ist Richard (Matt Dillon), der seine frisch angeheiratete Frau Sandy (Rachelle Lefevre) sitzen lässt, weil er den Ehering seiner verschwundenen ersten Frau in der Pfandleihe findet. Richard macht sich auf den Weg, das Geheimnis hinter Cyndis (Pell James) Verschwinden zu ergründen.

Schließlich sehen wir in der dritten Geschichte dieses Episodenfilms den King. Ricky Baldoski (Brendan Fraser) ist ein Elvis-Imitator, der vom Glück verlassen wird. Er hat einen Gig auf dem Jahrmarkt einer sehr, sehr seltsamen Stadt.

Meinung von

Unser erster Film im Rahmen des diesjährigen Fantasy Filmfests. Pawn Shop Chronicles ist ein klassischer Episodenfilm. Eine Rahmenhandlung umfasst drei Akte, die jeweils ihre eigene Geschichte darstellen, aber doch durch Kleinigkeiten miteinander verbunden sind. Der Einstieg mit den zugedröhnten Nazis, die ihren Drogendealer ausrauben wollen ist schon mal ein ganz wilder Einstieg. Schnell, schräg und explosiv, das ist die erste Episode. Besonders gut hat hier Kevin Rankin gefallen. Der Typ ist unberechenbar, hat einen irren Blick und ist doch ein knuffer Kerl. Irgendwie.

Bei der Episode mit dem Hochzeitsring geht es einfach um Rache. Gute, alte Rache. Matt Dillons Figur geht schnurstracks von einem Typen zum nächsten, um an Infos zu gelangen, die ihm etwas über den Verbleib seiner Frau verraten. Dabei stößt er auf Johnny Shaw (Elijah Wood). Wood scheint Gefallen gefunden zu haben an den düsteren, kranken, perversen Charakteren. Das ganze Eideidei in Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs hat ihn wohl auf den dunklen Pfad gebracht. Wir erinnern uns an den Kannibalen Kevin in Sin City oder den mörderischen Frank in Maniac.

In der zweiten Geschichte geht Regisseur Wayne Kramer mit dem Tempo runter und plötzlich wussten wir, was die gute Dame, die den Film angekündigt hatte, mit "heftig" meinte …

Der Elvis-Imitator Ricky geistert von der ersten Geschichte an in den Pawn Shop Chronicles herum. Die dritte Geschichte ist ihm, dem King of Rock'n'Roll, dem Teufel und einer Armee aus Zombie-Frauen gewidmet.

Alle Episoden sind völlig schräg — also genau so, wie ich es mag. Man muss an vielen Stellen lauthals lachen und an manchen hart schlucken oder lieber erst gar nicht hinschauen.

Gut gefallen hat mir, dass Regisseur Kramer immer dann, wenn es zum "Showdown" der Protagonisten einer Episode kommt, von oben und unten der schwarze Balken runterkommen lässt und das Bild extra breit wird. Noch ein wenig Western-Mucke drunterlegen und die Spannung ist da. Überhaupt war die Kameraführung in Pawn Shop Chronicles sehr interessant. Gute Unterhaltung für Freunde des schrägen Humors.

Großer Auftritt - by the way - von Thomas Jane als "The Man". :-)

Pawn Shop Chronicles hat mindestens zwei dicke Filmfehler, aber da ich mich so gut amüsiert habe, schaue ich da mal drüber hinweg.

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