Filmplakat King Kong
6/10

„Es waren nicht die Flugzeuge. Schönheit tötete das Monster.“ (King Kong, 2005)


King Kong

Besprechung

Carl Denham (Jack Black) ist Filmemacher aus vollem Herzen. Die Studio-Bosse finden seine Dokumentationen nicht so prickelnd und da wir 1933 schreiben, die Wirtschaft am Boden ist, die Leute nicht viel Geld haben, muss jeder Cent, der in einen Film gesteckt wird, auch Profit bringen. Von der drohenden Absetzung aufgeschreckt, greift er sich sein Filmmaterial und gibt Fersengeld.

Eine neue, eine aufregende Story muss her! Außerdem benötigt Denham neben Hauptdarsteller Bruce Baxter (Kyle Chandler) noch eine weibliche Figur. In seiner Not greift er auf die arbeitslose, ambitionierte Schauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts) zurück. Er verspricht ihr einen großartigen Film, geschrieben von Jack Driscoll (Adrien Brody), den Ann glücklicherweise vergöttert.

Schlitzohr Denham lotst alle Leute, die er für seinen Film benötigt, auf einen alten Kahn und schippert schnell hinfort — in Richtung Abenteuer. Drehbuchautor Driscoll ist ebenfalls an Bord, wenn auch mehr oder weniger gegen seinen Willen.

Der Regisseur Denham lässt Kapitän Englehorn (Thomas Kretschmann) in Richtung einer Insel steuern, die Denham auf einer geheimnisvollen Karte entdeckt hat.

Die Insel erweist sich als sehr gefährlich. Die Einwohner sind den Filmleuten nicht freundlich gesonnen und entführen gar Ann vom Schiff, nur um sie einem riesigen Affen zu opfern. Driscoll macht sich mit Verstärkung auf die Suche nach Ann, Denham, der eine wahnsinnige Geschichte wittert, filmt das alles.

Meinung von

Wirklich? Schon wieder King Kong? Nach seinem weltweiten Erfolg mit der Herr der Ringe-Trilogie, konnte Regisseur Peter Jackson alles verfilmen, was er wollte. Moviejunkie Thorsten meinte scherzhaft, Jackson hätte auch das Telefonbuch seines Heimatinselstaates Neuseeland verfilmen können. Die Gelder hätte er von jedem Filmstudio bekommen — und vermutlich wären die Leute auch ins Kino gegangen, um eine Telefonbuch-Verfilmung zu sehen …

Jackson wollte nach eigenen Angaben schon immer King Kong umgesetzt haben. Nun konnte er sich seinen Traum erfüllen.

Jackson holte erneut Weta Workshop ins Boot, die auch schon für die Herr der Ringe-Ausstattung und -Tricks verantwortlich waren. Sie schufen die tatsächlich beeindruckende Landschaft von "Skull Island" und alle Kreaturen auf der Insel. Dafür erhielt die neuseeländische Spezialeffekt-Firma einen Oscar. King Kong erhielt, noch zwei weitere Oscars.

Wollte man eigentlich keinen King Kong-Film sehen, immerhin ist die Geschichte uralt (1933) und schon tausendmal im sonntagnachmittäglichen Fernsehen der Kindheit gesehen, konnte Jackson doch noch begeistern.

Zunächst dreht sich alles um den geradezu fanatischen Filmemacher Denham, der auch Menschen opfert, nur um einen guten Film zu machen. Ich hätte nicht unbedingt Jack Black eingesetzt, einfach weil wir ihn alle mit Klamaukfilmen in Verbindung bringen. Hätte nicht viel gefehlt und Black hätte auf der Insel eine E-Gitarre geschrubbelt. Ach ne, die gab es da ja noch nicht. Aber das Bild hatte ich immer vor Augen.

Dann geht es um die Beziehung zwischen Ann und Jack. Eine Liebesbeziehung, die aber nicht viel Raum einnimmt. Sie ist da, jedoch nicht überschattend. Mehr Wert wird da schon auf die "Beziehung" zwischen Ann und dem Riesenaffen gelegt. King Kong, wie ihn Jackson zeigt, ist der letzte seiner Art, er ist einsam und sehnt sich nach Nähe. Im Grunde verfällt dieses riesige "Monster" der "weißen Frau" und geht im Ende auch für sie in den Tod. Jackson bietet uns selbstverständlich die große Szene, in der der Affe vom Empire State Building stürzt.

Eigentlich hatte ich keine Lust, den Film zu sehen, aber vor allem die Tricktechnik konnte dem Film noch einmal "etwas Interessantes" einhauchen. Man nimmt dem Affen seine Gefühle für Ann ab. Das liegt vor allem am Schauspiel von Andy Serkis, der nicht nur den Koch Lumpy spielt, sondern auch im Motion-Capture-Anzug den König der Affen gibt.

King Kong war das erste Filmmonster, das extra für die Leinwand geschaffen wurde und nicht, wie z.B. Frankenstein oder Dracula auf einer Literaturvorlage basierte. Schaut man sich Jacksons Version an, muss man zugeben, dass es eine gute Geschichte ist. Entweder das oder der Neuseeländer hat einfach ein sicheres Händchen bei der Umsetzung gehabt. Lediglich die Szenen mit den Ungeheuern im Fluss und den Rieseninsekten in der Schlucht — da dachte ich "Okay, wir haben es verstanden, ihr könnte super CGI-Effekte machen. Aber jetzt reicht es langsam …" Das war ein Overkill. Weniger wäre hier besser gewesen.

Wenn er an einem Sonntagnachmittag läuft, kann man sich gerne Peter Jacksons King Kong anschauen.

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