Filmplakat Kill the Boss 2
6,5/10

„Scheiße, er fightclubed sich selbst.“ (Kill the Boss 2, 2014)


Kill the Boss 2

Besprechung

Wenn man so richtig miese Chefs hatte, was kann es da schöneres geben, als sein eigener Boss zu sein? Das denken sich auch Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis). Die drei Freunde haben sogar schon eine tolle Idee. Jetzt brauchen sie nur noch einen Investor. Der erste Kontakt ist Rex Hanson (Chris Pine) vom größten Onlineversand Nordamerikas. Im Endeffekt gehen die drei Kumpels einen Deal mit Rex’ Vater Bert (Christoph Waltz) ein.

Wie sich herausstellt, ist Bert aber ein Arsch und zieht die unbedarften Geschäftsmänner total ab. Wie kann man sich an dem Typen rächen? Schon wieder einen Mord planen? Nein, das hat beim ersten Mal schon nicht so gut geklappt. Da kommt das Trio auf die glorreiche Idee, Rex zu entführen und für ihn Lösegeld zu fordern. Nick findet die Idee natürlich blöd.

Der Versuch Rex zu kidnappen verläuft dann doch nicht so wie geplant. Auf einmal ist der reiche, verwöhnte Sohn mit an Bord und verkompliziert die Operation sehr.

Meinung von

Nach dem Erfolg des ersten Teils war es nur eine Frage der Zeit, dass man uns eine Fortsetzung vorsetzte. Fortsetzungen sind das Ding in Hollywood. Wie so oft besteht das Problem, oder die Gefahr, dass der zweite Teil schlechter ist, als das Original. Kill the Boss 2 reiht sich hier ein, wenn auch nicht so verheerend wie z.B. bei Indiana Jones und der Tempel des Todes. Man kann sich amüsieren. Der Humor von Kill the Boss 2 ist wie im ersten Teil derbe und bisweilen vulgär. Eine Menge Witz kommt daher, weil die drei Freunde eigentlich keine Kriminellen sein wollen, aber sich (schon wieder) so verhalten. Das sagt ihnen auch ihr alter Bekannter "Motherfucker" Jones (Jamie Foxx), der erneut mit guten Ratschlagen zur Seite steht.

Die Geschichte ist dann der Knackpunkt. Hat man sich im ersten Teil bei Der Fremde im Zug bedient, respektive beim albernen Remake Schmeiß' die Mama aus dem Zug!, zieht man auch in der Fortsetzung einen Danny DeVito-Streifen als Ideengrundlage heran. Diesmal wird im Grunde der Plot aus Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone verwurstet. In beiden Streifen wird eine Person gekidnappt, doch der potenzielle Lösegeldzahler schert sich herzlich wenig um die entführte Person, wodurch so eine Entführung irgendwie den Sinn verliert.

Neben den drei trotteligen Protagonisten – Charlie Day spielt natürlich den schusseligsten Möchtegerngangster von allen – sind auch wieder Jennifer Aniston als sexgeile (Ex-)Chefin und Kevin Spacey als inhaftierter (Ex-)Chef dabei. Zwar haben die beiden nur kurze Auftritte, diese haben es jedoch wieder einmal in sich. Christoph Waltz ist in einer Rolle, auf die er abonniert zu sein scheint, spielt diese aber dafür nicht böse genug. Da ist selbst Schönling Chris Pine als Sohn mit Vater-Komplex noch besser im Rennen. Der zeigt seine Wandlungsfähigkeit und kommt als richtiger Kotzbrocken rüber.

Kill the Boss 2 fängt ruhig an, zieht im Tempo an, fällt zwischendurch aber in ein Tal der Langweile. Erst zum Ende hin, wenn es die obligatorische Verfolgungsjagd zu sehen gibt, dreht der Streifen noch einmal richtig auf und beansprucht die Lachmuskeln extrem.

Wer einen Abend mit "Ich muss nicht großartig nachdenken"-Humor mag und auch nichts gegen vulgäre Witze hat, der ist mit Kill the Boss 2 bestens bedient. Man muss ihn aber nicht zwingend gesehen haben.

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