Filmplakat John Carpenters Vampire
3,5/10

„Du bist der Köder. Tut mir leid.“ (John Carpenters Vampire, 1998)


John Carpenters Vampire

Besprechung

Die Kirche weiß schon lange davon, dass es Vampire gibt. Ihr erster Soldat im Kampf gegen die Blutsauger ist Jack Crow (James Woods), der gerade irgendwo in New Mexico ein Nest ausgenommen hat. Er und seine Crew haben mehrere Vampire erledigt, aber Jack ist nicht glücklich. Er hatte gehofft, einen Meister zu finden. Doch der war irgendwo anders.

Abends feiert die Truppe mit Alkohol und Huren. Darunter ist auch Katrina (Sheryl Lee). Die wird vom Meister Jan Valek (Thomas Ian Griffith) gebissen. Dann metzelt Valek alle Vampirjäger dahin, außer Jack und seine rechte Hand Anthony Montoya (Daniel Baldwin). Die beiden fliehen und nehmen Katrina mit. Sie wird sich in 48 Stunden verwandeln, doch vorher wird der Meister eine psychische Verbindung zu ihr aufbauen. Das will Jack ausnutzen, um an den Meister heranzukommen.

Kardinal Alba (Maximilian Schell) erklärt Jack, dass es die Kirche war, die Valek und damit den ersten Vampir geschaffen hat. Ein dunkles Kapitel der Kirche, das Jack nun mit einem neuen Team richten soll. Jack lehnt ab. Er hat gerade ein Team verloren, da kann er kein neues anlernen. Außerdem drängt die Zeit. Wenigstens Father Adam Guiteau (Tim Guinee) kommt mit. Der Priester unterstützt Jack und Montoya im bevorstehenden Kampf.

Valek ist auf der Suche nach einem schwarzen Kreuz, das einst bei der Zeremonie benutzt wurde, die ihn zu dem gemacht hat, was er seit vielen hundert Jahren ist. Mit dem Kreuz will er es hinbekommen, dass er auch am Tage wandeln kann. Dann wären die Vampire unbesiegbar und die Menschheit verloren.

Meinung von

Ah, ich weiß es noch ganz genau. Ich hatte mit Gast-Moviejunkie Olli im Ufa (†) gerade Matrix geschaut gehabt. Wir waren noch voll aufgepumpt und standen unter Strom. Beim Gang zum Dammtorbahnhof kamen wir am Cinemaxx vorbei und sahen das Plakat für John Carpenter Vampire. Olli wollte den sehen, also sind wir gleich reingegangen. So war das noch zu Studienzeiten … Gut gefunden haben wir den Streifen aber damals auch schon nicht. Das weiß ich auch noch.

John Carpenter hat einige große Filme geschaffen. Ich denke da an Das Ding aus einer anderen Welt, Starman, Big Trouble in Little China oder auch Sie leben. Aber er hat auch viel Müll produziert. Das darf man natürlich nicht sagen, da ihn alle als Horrormeister verehren. Den Grundstein dafür hat er mit Halloween gelegt. Aber dennoch: Viel Müll. John Carpenters Vampire ist da keine Ausnahme.

Gut, es gibt einige nette Ideen. Die könnten aber auch alle aus der Buchvorlage von John Steakley stammen. Das weiß ich nicht. Auf alle Fälle ist John Carpenters Vampire an einigen Stellen abweichend von dem, was wir sonst so über Vampire wissen. Diese Blutsauger sind ein Unfall der Kirche, die nun alles daran setzt, die Spitzzähne auszuschalten. Viele Dinge wie "können sich in Tiere verwandeln" oder "reagieren allergisch auf Knoblauch" betrifft nicht die Carpenter’schen Vampire.

Seine Vampire sind in der Nähe der mexikanischen Grenze unterwegs. Das Ganze mutet wie ein Western an. Das wollte Carpenter auch. Nie hat ihm jemand einen Western angeboten, dabei wollte er das immer. Also hat er wie so gerne auch die Musik zu dem Streifen geschrieben. Der Film soll cool sein – eben wie ein knallharter Western. Aber er ist nur schlecht. Billig ist das richtige Wort, das einem in den Sinn kommt, wenn man ihn sieht. Die Figuren schlecht gezeichnet, schlecht gespielt, mit schlechten Dialogen auf den Lippen.

Ich fragte mich – es ist nie gut, während eines Filmes sich solche Gedanken zu machen – ob die Vampir-Meister, wenn sie ihre Tage in den Sand eingebuddelt verbringen, nicht beim Aufstehen wahnsinnig viel Sand in der Arschritze haben? Das ist doch nicht die beste Art zu schlafen. Danach will doch jeder eine schöne Dusche … Für solche Gedanken hat man beim Sichten des Streifens Zeit.

Sheryl Lee war einige Jahre zuvor in Twin Peaks als Leiche aufgefallen. Wäre sie das doch mal geblieben. Sie sieht ja nett aus, aber das reicht nun einmal nicht. James Woods, der bisher in seiner Karriere zweimal für einen Oscar nominiert wurde spielt – was soll ich sagen? – schlecht.

Dann noch einer der Billig-Baldwins. Nicht einmal Alec. Und Maximilian Schell? Der war mal ein hochgehandelter, angesehener Schauspieler … Nach dem Film nicht mehr.

Also machen wir es kurz: Wenn der Film laufen sollte und man die Wahl zwischen ihm und der Steuer hat – macht die Steuer.

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