Filmplakat Exodus: Götter und Könige
4/10

„Ist es schlecht, wenn man im Glauben an sich selbst aufwächst?“ (Exodus: Götter und Könige, 2014)


Exodus: Götter und Könige

Besprechung

Moses (Christian Bale) und Ramses (Joel Edgerton) sind gemeinsam aufgewachsen. Moses, das Findelkind und Ramses, der Sohn des ägyptischen Pharaos Seti (John Turturro). Nach einer Schlacht gegen die Hetither, bei der Moses Ramses das Leben rettet, ist nichts mehr beim Alten. Ramses misstraut seinem Freund und Bruder-im-Geiste. Als Seti seinen Sohn dazu anhält, nach Pithom zu gehen, um nachzusehen, was in der Sklavenstadt vor sich geht, springt Moses ein.

Diese Reise soll sein Leben verändern. Der Hebräer Nun (Ben Kingsley) spricht Moses an und erzählt ihm von seiner wahren Herkunft: Moses ist auch Hebräer – und damit nicht mehr als ein Sklave. Moses will es nicht glauben. Doch die Offenbarung nagt an ihm.

Zurück in Memphis wird er vom Stadthalter aus Pothom, Viceroy Hegel (Ben Mendelsohn), verraten. Rameses schickt seinen alten Freund in die Verbannung – die dieser trotz widrigsten Umständen und Mordversuch übersteht. Er findet sogar seine große Liebe Zipporah (Maria Valverde). Ein gutes Leben als Hirte liegt vor Moses – bis ihm in einer Gewitternacht ein kleiner Junge erscheint, der Gott ist und Moses befiehlt, sein Volk zu befreien. Was folgt ist ein Kampf Bruder gegen Bruder.

Meinung von

Basierend auf dem zweiten Buch Mose, schuf Regisseur Ridley Scott ein bildgewaltiges Epos um die Befreiung der Hebräer aus der Sklaverei und ihren Zug durch das Rote Meer ins gelobte Kanaan. Sandalenfilme kann er ja, der Scott. Ich denke da an Gladiator. Aber auch der viel später angesiedelte, sich ebenfalls um Religion drehende Königreich der Himmel ist groß angelegtes Kino. Zwar sind bei Exodus bestimmt auch unzählige Statisten mit am Start, dennoch sieht man dem Film seine 3D-Herkunft an. CGI schreit es aus allen Ecken. Dunkle Wolken über Wüsten etc. – Hallo Computer. Das soll gewaltig wirken, ist jedoch viel zu viel und zu dick aufgetragen. Scott scheint jedoch genau auf diesen Faktor zu setzen (weshalb ich den Film auch nicht im Kino sah).

Nun bin ich nicht bibelfest, aber ich las, dass sich Ridley Scott doch recht dicht ans Buch gehalten hat. Natürlich sind Änderungen, Abkürzungen, Ausschweifungen vorgenommen worden. Das ist Hollywood. Wieso es eine Bibelverfilmung sein musste, bleibt mir verschlossen. Bale ist ansehnlich in dem Streifen. Sein Moses ist zunächst ein bescheidener, aber hochgeschätzter Feldheer in einer Welt, die klar trennt zwischen den herrschenden Ägyptern und den seit 400 Jahren versklavten Hebräern. Da sich Moses, im pharaonischen Palast groß geworden, als Ägypter sieht, ist für ihn auch die Welt in Ordnung, bis ihm seine wahre Herkunft offenbart wird.

Moses wird im laufe des Filmes immer ruhiger, gelassener, in sich ruhender. Einen Glauben hat er jedoch nicht. Das ist ein Grund für Spannungen zwischen Zipporah und ihm, da Moses seinem Sohn Gershom (Hal Hewetson) die Idee von Nicht-Glauben beibringt. Das alles soll sich ändern, als Moses Gott begegnet, der ihm eine Aufgabe stellt. Eine große Aufgabe. Immer wider führt er Zwiegespräche mit dem kleinen Jungen.

In Ägypten zurück, kommt Moses seine militärische Ausbildung zugute. Er weiß mit Guerillamethoden die Ägypter zu schwächen, doch das geht Gott zu langsam, also schickt er seine Plagen. Ramses hingegen bleibt kühl-grausam. Joel Edgerton (The Thing) ist aufgepumpt und muskelbepackt, ständig am essen und herrscht mit grausamer Hand. Dennoch kommt er nicht als Bösewicht so richtig rüber. Genau so wenig wie Moses als Held. Liegt’s an den Figuren, den Schauspielern oder dem Regisseur? Und wieso muss Bale eigentlich immer flüstern? Soll das seine Demut darstellen?

Also unterm Strich: Ich mochte Exodus nicht wirklich. Was ich schade finde, mag ich doch eigentlich Ridley Scott-Filme. Aber der Streifen hier ist zu aufgeplustert. Da wollte Scott wohl dem biblischen Epos gerecht werden und hat doch nur viel heiße Luft und Rechnerleistung hineingeplustert. Schade.

Interessant finde ich, dass ich nirgends, nicht im Internet, nicht im Abspann, herausfinden konnte, wer Gott in Exodus spielt. Der Junge wird nicht namentlich erwähnt. Da hat sich aber eine an das "Du sollst Dir kein Bild machen" gehalten und Gott keinen Namen gegeben ...

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