Filmplakat Gladiator
8,5/10

„Gefällt es euch nicht? Unterhalte ich euch nicht? Seid ihr nicht deshalb hier?“ (Gladiator, 2000)


Gladiator

Besprechung

Gedärme spritzen, Köpfe rollen, Menschen schreien- die Römer kämpfen irgendwo in Germanien gegen die Einheimischen. Mittendrin der gute, alte Maximus (Russel Crowe), der ein Bär von Mann und ein meisterhafter General ist. Maximus kämpft für seinen geliebten Kaiser Aurelius. Und was hat der alles für den Kaiser eingesackt. Menno.

Da ist es doch natürlich, dass ein Mann, nämlich Maximus, nach zwei Jahren des Kampfes wieder zu Weib und Sohn möchte. Hach, das wäre was … Allerdings liegt der olle Aurelius im Sterben. Eine Vaterfigur geht dahin. Des Kaisers letzter Wunsch: Maximus soll Kaiser werden und die Staatsgewalt an den Senat abgeben. Wäre auch keine schlechte Idee, gäbe es da nicht noch den Sohn von Aurelius, der bis unter die Haarspitzen mit Minderwertigkeitskomplexen angefüllt ist. Zudem will er den Thron, das Geld, die Macht, das Essen, seine Schwester …

Imperator Commodus (Joaquin Phoenix), der Sohn vom nun verstorbenen Aurelius, denkt sich: Will ich den Thron, dann muss Maximus weg. Seine Familie gleich mit. Des neuen Kaisers Schergen strömen aus, schlachten Maximus’ Frau und Sohn ab. Er kann noch einmal entfliehen, landet später als Sklave beim Gladiator-Fürsten Proximo (Oliver Reed). Maximus ist ein so guter Kämpfer, dass er seine Gegner nach 2 Sekunden auf der Matte und ohne Kopf hat. Laaaaangweilig. *gähn* Proximo baut Maximus zu einem “richtigen” Gladiator aus. Da stimmt das Timing, die Pose, das Image. Maximus ist ein Held! Erneut.

Lange Rede kurzer Sinn: Maximus kommt erneut nach Rom. Diesmal jedoch nicht als gefeierter General, sondern als gefeierter Gladiator. Und er metzelt wieder und wieder. Bis er auf Commodus trifft …

Meinung von

Man dachte lange, der Sandalen-Film sei ausgestorben. Regisseur Ridley Scott bewies das Gegenteil. Voller Prunk und Pomp kommt Gladiator daher. Die Kampfszenen sind brutal. Aber dadurch auch wieder realistisch.

Den Film sah ich zuerst in einem kleinen Kino in Bad Mergentheim. Eine schwere Fahrradstrecke hinter mir. Da war der Film nicht die richtige Erholung. Entsprechend schlecht habe ich ihn seinerzeit besprochen. Mittlerweile ist Gladiator einer meiner Lieblingsfilme auf DVD.

Was mir damals an Brutalität nicht gefiel, ist mit einem anderen Hintergrund (meinem Sofa) etwas ganz Anders. Macht alles Sinn, der Film ist stimmungsvoll.

Eine mächtige Aufwertung erfuhr der Film aber auch durch das Making-Of. Erfährt man, wie viel Leidenschaft und Aufwand in den Film gelegt wurde, sieht man ihn mit anderen Augen. Scott macht großes Kino! Gladiator wurde mit fünf Oscars ausgezeichnet, darunter "Bester Film". Konnte ich zu der Zeit nicht verstehen, doch mittlerweile ist die Auszeichnung berechtigt.

Der große Oliver Reed starb während der Dreharbeiten, dennoch wurden noch Szenen mit ihm gedreht — durch Trickserei und Verwertung alten Schnittmaterials.

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