Filmplakat Die Unglaublichen 2
8/10

„Was kann ich denn dafür, wenn die einfach Mathe ändern?“ (Die Unglaublichen 2, 2018)


Die Unglaublichen 2

Besprechung

Die Familie Parr hat gerade zusammen gegen einen Superschurken gekämpft und es irgendwie verbockt. Die Behörden sind stinksauer auf die “Unglaublichen”. Superhelden sind ja auch noch immer verboten. Vor allem Bob Parr alias Mr. Incredible (Craig T. Nelson) leidet darunter. Aber auch der Nachwuchs findet das alles saublöde. Eben haben sie noch als Familie das Verbrechen bekämpft und nun soll alles wieder vorbei sein?

Da tauchen die Geschwister Deavor auf. Winston Deavor (Bob Odenkirk) ist der Chef der Telekommunikationsfirma Devtech. Seine Schwester Evelyn (Catherine Keener) ist die Tüftlern im Hintergrund. Die Deavors wollen mit Hilfe der Medien positiv auf die Massen einwirken und ihnen zeigen, dass Superhelden gut sind. Als Vorbeigehenden wählen sie Helen Parr alias Elastigirl (Holly Hunter) aus.

Bob ist mehr als unglücklich darüber, nimmt aber den Job als alleinerziehenden Vater an. Nun heißt es Dash (Huck Milner) bei den Mathehausaufgaben zu helfen und Tochter Violet (Sarah Vowell) durch die Pubertät. Das geht ganz schon an die Substanz. Erschwerend kommt hinzu, dass Baby Jack-Jack (Eli Fucile) multiple Superkräfte entwickelt. Während Bob kein Auge mehr zumachen kann, bekämpft seine Frau den Screenslaver (Bill Wise), der mithilfe von hypnotischen Botschaften auf Bildschirmen die Menschen dazu bringt, Dinge zu tun, die gar nicht gut sind …

Meinung von

Wer liebt sie nicht, Die Unglaublichen? Superhelden-Flair der 50er, gepaart mit Problemen der Gegenwart. Dennoch verwunderte es mich, dass Pixar eine Fortsetzung gemacht hat – immerhin haben sie sagenhafte 14 Jahre gewartet. Die Unglaublichen 2 fängt genau dort an, wo sein Vorgänger so schön geendet hat. Autor und Regisseur Brad Bird schafft es zunächst die gesamte Familie in Schwierigkeiten zu bringen. Das Thema "Superhelden sind verboten" wird noch einmal deutlich ausgebreitet.

Die Familie Parr wird einer schweren Probe unterzogen. Alle wollen ihre Kräfte sinnvoll einbringen. Für die Kinder ist es einfach ein riesiger Spaß, für Bob ist es einfach sein Leben. Er muss ein Held sein. Sonst wird er unglücklich. Nun wird seine Frau ihm vorgezogen? Schrecklich! Aber als liebender Ehemann steckt er für sie gerne zurück. Allerdings sind die Aufgaben in den eigenen vier Wänden so riesig und wahnsinnig schwer, dass Bob fast daran zerbricht. Das kommt alles sehr gut herüber. Bob ist irgendwann so erschöpft, dass er Jack-Jack sogar zu Edna Mode (Brad Bird) bringt.

Leider ist Die Unglaublichen 2 doch recht durchschaubar was den Bösewicht angeht. Somit bleibt tatsächlich eher die Familiengeschichte im Vordergrund und die Verbrechensbekämpfung dafür im Hintergrund. Das macht nichts. Dafür wurde uns Jack-Jack geschenkt. Kurz vor Schluss sahen wir ihn im ersten Teil bereits unterschiedliche Kräfte entwickeln. Doch nun schlagen sie voll zu. Ein Baby groß zu ziehen ist schon schwer – wenn es dann aber zwischendurch zum Berserker wird, oder zum Flammenmonster, wenn es mal eben in eine andere Dimension abhauen oder durch Wände durchgehen kann – dann macht das das Unterfangen Kindeserziehung – zumal alleine – doch um mehrere hundert Prozent schwieriger.

Es ist Jack-Jack, der die meisten Lacher erzeugt. Die sind dann aber auch echt gut! Sein Kampf gegen den Waschbär ist großartig.

Da die Deavors dafür kämpfen, dass Superhelden wieder legal werden, sehen wir diesmal mehr Helden. Im ersten Teil sahen wir nur kurze Rückblicke, doch diesmal sind die Helden auch "in Aktion" zu sehen. Besonders hervorzuheben ist hier Voyd (Sophia Bush), die ein Fangirl von Elastigirl ist und eine echt wilde Kraft hat.

Trotz des Humors und eines schwachen Schurkens, hat dieser doch noch eine recht interessante Kritik "nebenbei" anzubringen. Das geht leider etwas unter, aber es wird Kritik geübt an den Socialmedien und daran, dass die Menschen nicht mehr in echt interagieren, sondern sich von kleinen Bildschirmen abhängig machen. Dabei sehen wir in dem Film keine Mobiltelefone, aber es ist schon klar, gegen wen hier der Schuss ging.

Übrigens ganz interessant: als ich Evelyn Deavor sah, dachte ich, die Figur würde im Original von Helena Bonham Carter gesprochen werden. Die Figur schaut der jungen Bonham Carter sehr ähnlich. Apropos Figuren – ich hatte den Eindruck, die wären diesmal alle kantiger gerendert. Kann das sein?

Also: Coole Musik, wilde Action, mauer Gegner, toll gemachtes Familiendrama mit viel Witz.

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