Filmplakat Die Unbestechlichen
8,5/10

„Das kann nur ein Spaghetti-Fresser. Kommt mit 'nem Messer zu einer Schießerei.“ (Die Unbestechlichen, 1987)


Die Unbestechlichen

Besprechung

1930 in Chicago. Die Prohibition ist ausgerufen, Alkohol verboten. In diesen Zeiten blüht das illegale Geschäft mit dem Alkohol. Einer der ganz Großen, der geheime Bürgermeister Chicagos, ist Al Capone (Robert De Niro). Um Capone zu Fall zu bringen, schickt sich der Spezialagent des Schatzamtes Elliot Ness (Kevin Costner) an, dem Gangsterboss das Handwerk zu legen.

Ness’ erste Aktion läuft mächtig schief. Als er betrübt nach Hause gehen will, trifft er auf den Streifenpolizisten Jim Malone (Sean Connery). Der hinterlässt einen so großen Eindruck bei Ness, dass dieser am nächsten Tag bei dem alten Polizisten vor der Tür steht. Ness braucht eine kleine, ehrliche Schlagtruppe. Der Chicagoer Polizei kann er nicht trauen.

Ness, Malone, der Polizeianwärter Giuseppe Petri (Andy Garcias) und ein Buchprüfer vom Schatzamt, Oscar Wallace (Charles Martin Smith), nehmen gemeinsam den unmöglich wirkenden Kampf gegen den großen Gangster auf. Allerdings kann man dem Italiener nichts nachweisen …

Meinung von

Wir kennen alle die Geschichte von Capone und seinem Fall über fehlende Einkommenssteuer-Unterlagen. Von daher ist Die Unbestechlichen nichts Neues. Regisseur Brian De Palma zeigt die Geschichte des Mannes, der den großen Gangsterboss zu Fall gebracht hat. Kevin Costner ist ein liebender Ehemann und Familienvater. Er hat aber auch einen Job. Dieser wird dem strebsamen Ness jedoch schwer gemacht. Capone hat scheinbar die gesamte Polizei von Chicago in seiner Tasche.

Als Ness den "einzigen ehrlichen Bullen Chicagos" findet, rät dieser ihm, dass man, will man keinen faulen Apfel haben, sich diesen nicht im Geschäft holen solle, sondern direkt vom Baum. Daher der geniale Einfall einen noch unberührten Polizeirekruten ins Team aufzunehmen. Die gesamte Truppe kommt sympathisch rüber und man ist absolut auf ihrer Seite.

Das liegt auch daran, weil der Gegenspieler so groß, mächtig und eklig ist. Robert De Niro spielt mal wieder einen italienischen Mafioso. Und das gewohnt gut. Er ist brutal und skrupellos, er geht buchstäblich über Leichen. De Niro scheint einiges an Pfunden zugelegt zu haben, um der Rolle von Capone gerecht zu werden. Angeblich soll er sogar die selbe Art von Unterhosen wie der Gangsterboss getragen haben, um sich besser in die Rolle einzuleben.

Eine der größten Szenen findet ganz klar in der Bahnstation statt. Ness und Petri warten auf den Buchhalter von Capone, um den Gangster endlich festzunageln. Ness hilft einer Mutter, ihren Kinderwagen die Treppe hinaufzuziehen, als die bösen Buben kommen. Was dann passiert, größtenteils in Zeitlupe gedreht, ist für mich ganz klar ein Stück Filmgeschichte.

Für die Musik war Ennio Morricone verantwortlich. Morricone schuf in den 1960ern die Musik für viele bekannte Western, darunter auch Zwei glorreiche Halunken oder das wohl bekannteste Mundharmonikaspiel aus Spiel mir das Lied vom Tod. In den 1980ern hatte er ebenfalls große Filme mit Musik unterlegt, darunter Das Ding aus einer anderen Welt und Es war einmal in Amerika. Im Soundtrack zu Die Unbestechlichen schwingt etwas von Spiel mir das Lied vom Tod mit, ansonsten ist die Musik stimmig, schnell und Spannung aufbauend.

De Palma hat die Geschichte wunderbar umgesetzt, die Charaktere sind alle eingängig – ob gut oder böse –, lediglich beim Blutvergießen hätte er etwas verhaltender sein können. Das spritzt an manchen Stellen zu doll. Das wirkt nicht gruselig, sondern einfach nur übertrieben. Ansonsten ist Die Unbestechlichen ein klasse Gangsterfilm.

Auch wenn Andy Garcia vor Die Unbestechlichen bereits Filme gemacht hat, würde ich doch sagen, dass dies der Film war, mit dem er bekannt wurde. Richtig durchgestartet hat er dann drei Jahre später mit Der Pate – Teil III, wo er den angehenden Nachfolger von Al Pacinos Michael Corleone spielte.

In Deutschland wird der Film gerne mit dem Original-Titel referenziert, um eine Verwechslung mit dem genialen, aber in einer völlig anderen Zeit spielenden Die Unbestechlichen (mit Redford und Hoffman in den Hauptrollen) zu vermeiden.

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