Filmplakat Die purpurnen Flüsse
7/10

„Er würde sich lieber die Arschhaare ausreißen als mir ‘was zu sagen.“ (Die purpurnen Flüsse, 2000)


Die purpurnen Flüsse

Besprechung

Kommissar Pierre Niemans (Jean Reno) muss weit fahren, um an einen Ort zu kommen, wo in den Bergen eine Leiche gefunden wurde. Der Pariser Polizist arbeitet alleine. Kapitän Dahmane (Karim Belkhadra) von der hiesigen Polizei kann nur zusehen, wie der legendäre Kommissar sein Werk angeht.

Der Tote, der an einer Felswand hing, wurde brutal gefoltert bevor er endlich starb. Die Hände abgehakt, die Augen entfernt, der Körper geschunden und in fetaler Position fixiert. So etwas hat es in dem Dorf in den Bergen noch nie gegeben. Niemans verfolgt die Spur bis in die ortsansäßige Universität. Bei den Ermittlungen in den Bergen hilft ihm die Studentin Fanny Ferreira (Nadia Farès).

Während Niemans seinen Untersuchungen nachgeht, wird etwa 200 Kilometer entfernt Kommissar Max Kerkerian (Vincent Cassel) aktiv. Zunächst wird er auf einen Fall von Vandalismus auf einem Friedhof angesetzt. Danach geht es in eine Grundschule, in die eingebrochen, wo jedoch nichts gestohlen wurde. So scheint es zunächst. Doch Max erkennt einen Zusammenhang zwischen dem Vandalismus und dem Einbruch. Seine Spur führt in schließlich in die Berg-Universität. Niemans und Max werden unfreiwillig Partner, während sich die Mordopfer häufen. Niemans erkennt, dass der Täter bei den Opfern Spuren zu den nächsten Opfern legt.

Meinung von

Düsterer, kleiner Film mit einer fiesen Wendung. Das trifft es eigentlich ganz gut. Jean Reno ist einmal mehr wortkarg und bärbeißig. Das kann er. Sein Niemans muss ein Einzelgänger sein. Die Opfer werden brutal hingerichtet und wir als Zuschauer bekommen einiges zu sehen, was normalerweise nur in Medizin-Büchern zu sehen ist. Naja, ganz so schlimm auch wieder nicht. Aber während des Abendbrots sollte man Die purpurnen Flüsse vielleicht nicht gerade sehen.

Die Story wird langsam aufgebaut, Puzzleteil um Puzzleteil wird aufgedeckt und doch kommen wir erst recht spät dahinter, was es mit der Universität in den Bergen auf sich hat. Was aber noch keinen Hinweis auf den Mörder gibt. Bis die Geschichte enthüllt wird, müssen wir noch warten.

Niemans kommt aus Paris, Max muss auch erst anreisen. Wie die beiden ihre Wege ziehen, so werden auch die Geschichtsfäden gezogen, bis sie sich an diesem tristen Ort in den französischen Bergen treffen.

Während bei Niemans jemand versucht etwas aufzudecken, sieht sich Max zunächst damit konfrontiert, dass jemand etwas verzweifelt versucht zu verbergen.

Ja, der Film ist alt und vermutlich hat man den auch schon gesehen, aber für den seltenen Fall, dass das nicht geschehen ist, verrate ich auch nicht zu viel an dieser Stelle. Das würde den Filmgenuss zunichte machen. Also anschauen.

Was mich etwas verwirrt hat, sind die Wetterbedingungen. Wenn Niemans die Leiche findet, geht er durch einen frühlingshaften Wald. Dann wird die Leiche in der hiesigen Uni obduziert. Als er rauskommt, liegt Schnee und es wird immer schneeiger. Das … ähh … hat mich verwirrt.

Auch wenn Vincent Cassel schon einige Jahre an Film-Erfahrung auf dem Buckel hatte, behaupte ich einmal, dass Die purpurnen Flüsse der Film war, der ihn einem breiten, internationalen Publikum bekannt gemacht hat. Danach sah man in immer mehr Big Budget-Produktionen aus Hollywood (Pakt der Wölfe, Ocean's Twelve, Entgleist).

hoch