Filmplakat Die Entführung der U-Bahn Pelham 123
5/10

„Scheiße erwischt dich immer.“ (Die Entführung der U-Bahn Pelham 123, 2009)


Die Entführung der U-Bahn Pelham 123

Besprechung

Ein ganz normaler, ruhiger Arbeitstag in New York. Walter Garber (Denzel Washington) arbeitet als Zugkoordinator bei der MTA. Nachdem er der Bestechung beschuldigt wurde, muss er jetzt diesen Dienst schieben. Als ein Zug außerplanmäßig stehen bleibt, ist es Garber, der den Wagen anfunkt.

Ein unbekannter Mann meldet sich. Der Zug wurde von ihm und drei weiteren Männern entführt. Ryder (John Travolta), so nennt er sich später, fordert innerhalb einer Stunde 10 Millionen Dollar. Danach werden Geiseln ermordet. Garber, der sich nicht für den Job geeignet fühlt, muss nun mit Ryder verhandeln. Ryder findet Gefallen an dem Typen am anderen Ende des Funkgeräts. Als der Unterhändler Camonetti (John Turturro) übernehmen will, ist Ryder nicht amüsiert und fordert Garber zurück, mit dem er einiges gemeinsam zu haben glaubt.

Während die Stadt alles daran setzt, das Lösegeld zu beschaffen, verfolgt Ryder einen ganz anderen Plan. Die 10 Mio Dollar sind nur ein Trinkgeld für ihn. Ryder ist nämlich kein einfacher Terrorist …

Meinung von

Eigentlich eine nette Idee. Wir werden lange in dem Glauben gelassen, dass es sich hier um eine "einfache Geiselnahme" handelt. Um so überraschender ist die spätere Wende, wenn wir die wahren Beweggründe von John Travoltas Charakter Ryder erfahren.

Der Streifen lebt hauptsächlich von den Gesprächen zwischen Garber und Ryder. Auch wenn Ryder sehr leicht reizbar ist und sogar den Zugführer erschießt, so wirklich viel passiert in dem Film dann doch nicht. Ich schätze, dass Regisseur Tony Scott deshalb diese absolut grauenhaften Kamerafahrten benutzt. Ständig zoomt die Kamera schnell auf ein Objekt und schon wieder zurück. Da wird einem nur schlecht von. Und es nervt sehr schnell; sehr doll! Der Film wird so an manchen Stellen zu einer einzigen Wischi-Waschi-Angelegenheit. Dicker Minus-Punkt!

Travolta spielt recht ansehnlich. Allerdings flucht er ein wenig zu viel. Washington spielt langweilig, das kann er besser. Wie wir in Trainingday gesehen haben.

Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 krankt am Ende. Zum Schluss kommt eine Ungereimtheit nach der anderen. Garber bleibt im U-Bahntunnel zurück. Dann läuft er den Gangstern doch hinterher — und kommt just am richtigen Platz, genau zur richtigen Zeit aus dem Schacht heraus. Gerade noch rechtzeitig, um Ryder in ein Taxi einsteigen zusehen. Selbes Spiel auf der Brücke. Das wirkt so lieblos und konstruiert — Minuspunkt. Oder die Tatsache, dass der Gutmensch Garber einen Mann erschießt, dann aber breit lächelnd mit den Einkäufen am Abend zu seiner Frau zurückgeht. Lalalala ...

Ein Film, den man sich im Fernsehen anschauen kann — aber nicht muss.

Übrigens habe ich durch Zufall erfahren, dass es bereits einen Film mit dem selben Titel gab. Bereits 1974 hatte Walter Matthau es mit bösen U-Bahn-Entführern zu tun. Irgendwann sah ich den Film auch mal, kann mich aber nicht mehr richtig dran erinnern. Bekommt man solche Filme heutzutage noch irgendwo zu sehen?

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