Filmplakat Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3
6,5/10

„Am Wochenende arbeitet er für die Mafia.“ (Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3, 1974)


Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3

Besprechung

Mitten am Tag besteigen vier Männer eine U-Bahn in New York. Alle tragen einen Mantel, einen Hut, haben Schnauzbärte und große Brillen auf den Nasen. Mr. Blue (Robert Shaw) ist der Kopf des Quartetts. Zusammen mit Mr. Green (Martin Balsam) übernimmt er den Fahrerstand. Mr. Brown (Earl Hindman) und der schießwütige Mr. Grey (Hector Elizondo) halten die Fahrgäste in Schacht. Nur ein Abteil mit 18 Geiseln behalten sie. Der Rest kann gehen.

Im Leitstand weiß man zunächst nichts von einer Entführung. Als Erstes fällt nur auf, dass da irgend so ein Spinner mitten auf der Strecke stehen bleibt und den Verkehr aufhält.

Der U-Bahn-Polizist Lt. Zachary Garber (Walter Matthau) ist gerade dabei eine langweilieg Führung durch die Zentrale zu machen, als sich Mr. Blue meldet. Er gibt der Stadt New York exakt eine Stunde Zeit, um das Lösegeld von einer Million zu besorgen. Danach erschießt er jede Minute eine Geisel.

Zunächst will niemand diese Drohung ernst nehmen. Immerhin stehen die mitten auf der Strecke, unter der Erde. Wie wollen die da rauskommen? Garber übernimmt die Verhandlungen mit Mr. Blue, der offensichtlich einen militärischen Hintergrund hat.

Eine Million ist verdammt viel. Der Bürgermeister (Lee Wallace) weiß zunächst auch nicht, ob er das Geld auftreiben kann. Derweil beweist Mr. Blue, dass er nicht mit sich spaßen lässt.

Meinung von

Irgendwann in den 80ern muss ich den mal gesehen haben. Solche Filme werden ja nicht mehr gezeigt. Den Streifen fand ich damals wahnsinnig spannend. Mittlerweile hat er etwas an Spannung verloren. Einfach weil wir zu übersättigt sind und zu viele weitaus spannendere Filme gesehen haben.

Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3 ist im Vergleich zu heute sehr ruhig. Allein Robert Shaws Figur ist sehr bedrohlich. Er ist verdammt gelassen, macht seine Drohungen aber auch wahr und erschießt den Schaffner. Hector Elizondo, den man aus diversen TV-Serien kennt, spielt ebenfalls überzeugend. Sein Finger ist sehr lose auf dem Abzug seiner Maschinenpistole.

Martin Balsam ist Sympathieträger. Sein Entkommen am Ende des Films scheint "richtig" zu sein, aber da sich nun einmal Verbrechen im Film nicht auszahlen soll, bekommt er am Ende noch den typischen Walter Matthau-Blick.

Matthau ist gerade am Anfang typisch störrisch und mürrisch, wie man ihn aus seinen unzähligen Filmen kennt. Im Schnitt bleibt er doch etwas blass.

Schön ist die Szene mit dem Bürgermeister, der sich eigentlich keine Millionen für Erpresser leisten kann und will, aber dann kommt seine Frau mit einem absoluten Totschlag-Argument und er knickt ein. Das ist bissige Satire.

Damals waren Verbrecher nicht laut, nicht nervös oder psychotisch — Robert Shaw ist ruhig, kalt und wirkt im ersten Moment gar nicht so bedrohlich. Ein Trugschluss, wie sich herausstellen soll.

Der Plan ist gut ausgetüftelt. Die Umsetzung präzise. Mr. Blue ist auf die stille Art brutal.

Ein guter, durchaus spannender Film, der sich allerdings nicht mehr mit heutigen Thrillern messen kann. Dafür fehlt ihm das Tempo. Das war eben so in den 70ern.

Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3 wurde 2009 unter dem Namen Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 beinahe 1:1 neuverfilmt. Da mit John Travolta als Bösewicht und Denzel Washington als Verhandler Garber.

hoch