Filmplakat Das Geheimnis des verborgenen Tempels
9/10

„Disziplin darf nie ersetzt werden durch Emotion.“ (Das Geheimnis des verborgenen Tempels, 1985)


Das Geheimnis des verborgenen Tempels

Besprechung

Der junge John Watson (Alex Cox) kommt an eine neue Schule. Sein Bettnachbar ist der ebenfalls noch junge Sherlock Holmes (Nicholas Rowe). Die beiden Jungen werden schnell Freunde.

Holmes ist in die Nichte Elizabeth (Sophie Ward) des pensionierten Lehrers Waxflatter (Nigel Stock) verliebt, die beide auf dem Schulgelände wohnen. Bei einem seiner Besuche fällt Holmes auf, dass der ehemalige Lehrer einen Zeitungsartikel eingekreist hat, wonach sich ein Buchhalter in den Tod gestürzt hat. Später findet er noch die Todesanzeige für einen Priester, der sich vor eine Kutsche geworfen hat. Zudem trifft sich Waxflatter mit einem geheimnisvollen Mann. Sherlock Holmes’ Interesse ist geweckt und er wittert ein Verbrechen.

Die beiden Toten können sehr wohl die Aufmerksamkeit des jungen Detektivs auf sich ziehen, kamen sie doch nicht auf natürliche Weise ums Leben. Beide Männer wurden von einer verhüllten Person mit einem Giftdorn injiziert, was zu tödlichen Halluzinationen führte. Holmes ist dem Geheimnis auf der Spur. Der hiesige Scotland Yard Detective Lestrade (Roger Ashton-Griffiths) sieht das alles nur wieder als Hirngespinst Holmes an. Doch da irrt er. Die Gefahr ist sehr groß, als Holmes einem Kult des ägyptischen Todesgottes Osiris auf die Spur kommt — mitten in London.

Meinung von

Ein klasse Film! Den sah ich als kleiner Junge und war absolut begeistert. Ein jugendlicher Detektiv — ach was — der Meisterdetektiv, ein geheimer ägyptischer Kult, eine spannende Geschichte, sympathische Figuren und für damalige Zeiten atemberaubende Spezialeffekte — was will man mehr?

Die Geschichte ist ein klassischer Krimi, den nur ein äußerst guter Detektiv lösen kann. Beobachtungs- und Kombinationsgabe bringen den jungen Holmes auf die richtige Spur.

Die Besetzung ist wunderbar gewählt. Auch die Musik und die Bauten verleihen dem Film viel Charme, Wärme und gleichzeitig etwas altmodisch Unheimliches. Er hat ein gutes Tempo, Langweile kommt nicht auf.

Das Geheimnis der verborgenen Tempels kennt kaum einer. Dabei kann man den Streifen durchaus als einen Pionier der Filmkunst bezeichnen. Der Streifen, der übrigens von Steven Spielberg produziert wurde — was man auch durchaus merkt —, setzt als erster Film einen voll computergenerierten Charakter ein, in diesem Fall ein Ritter aus Glas. George Lucas' ILM hat bei dem Film kräftig mitgemischt. Auch die fliegenden Dämonen oder der angreifende Hutständer sind bemerkenswert animiert — wenn auch, so denke ich mal, noch mit der guten, alten Stop-Motion-Technik. Damals: Der Wahnsinn! Und auch heute, 25 Jahre später, noch ansehnlich. Die Grab-Halluzination von Elizabeth auf dem Friedhof ist absolut gruselig.

Der Film stammt aus der Feder von Chris Columbus, der uns in den 80ern auch solche Klassiker beschert hat wie Gremlins oder Die Goonies.

Das Geheimnis des verborgenen Tempels ist keine von Sir Arthur Conan Doyles Geschichten. Laut des "Vaters" des Sherlock Holmes, haben sich Holmes und Watson erst als Erwachsene kennengelernt. Dennoch zeigt Das Geheimnis des verborgenen Tempels eine sehr amüsante Geschichte, wie die Beiden das erste Mal aufeinander getroffen sein könnten. Der Film ist eine großartige Hommage an das Werk von Arthur Conan Doyle. Es werden viele Dinge "erklärt": Woher der Detektiv seinen typischen Mantel und seine Pfeife hat, oder auch warum er ein ewiger Junggeselle bleibt.

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