Filmplakat Darjeeling Limited
6/10

„Ich glaube der Zug hat sich verfahren.“ (Darjeeling Limited, 2007)


Darjeeling Limited

Besprechung

Die Brüder Francis (Owen Wilson), Peter (Adrien Brody) und Jack (Jason Schwarztman) haben sich ein Jahr lang nicht gesehen. Ein Jahr ist es her, dass ihr Vater beerdigt wurde. Nun treffen sie im Zug Darjeeling Limited in Indien zusammen, um auf eine gemeinsame Reise zu gehen. Der Älteste, Francis, hat seine jüngeren Brüder eingeladen, gemeinsam eine spirituelle Reise zu unternehmen. Eine Reise voller Wahrheit und Ehrlichkeit, eine Reise, auf der sie wieder zu Brüdern werden sollen.

Francis, der einen schweren Unfall hatte und nun ein halb bandagiertes Gesicht hat, ist etwas herrisch, bestimmt immerzu über seine Brüder. Zudem hat er eine Überraschung für Peter und Jack: er will, dass die drei Jungs ihre Mutter besuchen. Die war nämlich nicht zur Beerdigung erschienen.

Die Reise ist anstrengend. Nicht nur hat Francis einen strengen Plan durch seinen Assistenten Brendan (Wallace Wolodarsky) ausarbeiten lassen, die Brüder vertrauen sich gegenseitig nicht. Man muss sich erst wieder beschnuppern und aneinander gewöhnen.

Ein Unfall mitten in Indien, abseits der Schienen, bringt die Brüder endgültig zusammen.

Meinung von

Regisseur Wes Anderson ist bekannt für seine schrägen, skurrilen und doch irgendwie liebenswerten Filme. Ich denke da an Die Tiefseetaucher oder den Film, den man keinem Psychiater zeigen darf — Die Royal Tannenbaums. Darjeeling Limited ist noch mehr "plätschernd" als die Vorgänger. Der Sinn des Streifens wird einem nicht unmittelbar klar. Ja, gut, Zusammenführung der Brüder ...

Anderson besetzt seinen Film mit den "üblichen Verdächtigen", also Owen Wilson und Jason Schwarzmann, aber auch Anjelica Huston ist wieder mit von der Partie, ja sogar Bill Murray läuft durchs Bild. So wirkt Darjeeling Limited wahrlich wie ein Familientreffen.

Die Charaktere der drei Brüder werden im Laufe des Films alle gut herausgearbeitet. Schnell wird klar, dass Francis seine beiden jüngeren Brüder arg bevormundet und später sollen wir auch lernen, woher er das hat.

Die Brüder haben sich nach der Beerdigung ihres Vaters voneinander entfernt. Auf engstem Raum eines Zuges werden die Grundlagen für eine Wiedervereinigung geschaffen, doch so richtig will es nicht klappen. Erst das traumatische Erlebnis der Drei an einem Fluss mitten in Indien bringt sie wieder zusammen. Vertrauen und Offenheit, wie sie Francis von seinen Brüdern verlangt, kann man nicht erzwingen, das nehmen wir aus dem ruhigen Film mit.

Darjeeling Limited ist ein besinnlicher, entspannter Film, bei dem man keine Action oder Explosionen erwarten darf. Man bekommt Charaktere, ihre Schwächen, ihre Probleme zu sehen und am Ende gibt es doch ein gutes Ende. Zwischendurch muss man immer wieder lachen, so skurril sind die Situationen und Dialoge der Brüder. Wenn man sich auf so einen Film einlässt, kann Darjeeling Limited in seinen 91 Minuten ein leicht wohliges Gefühl bereiten, gemischt mit diesem Andersonschen, ungewissen Gefühl, dass das alles sureal ist.

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