Filmplakat Arabeske
8,5/10

„Einen guten Gegner kriegt man nicht so schnell klein.“ (Arabeske, 1966)


Arabeske

Besprechung

Der amerikanische Professor David Pollock (Gregory Peck) lehrt an einer britischen Uni Ägyptologie. Eines Tages tritt ein gewisser Sloane (John Merivale) an ihn heran und bittet ihn für den großen Reeder Beshraavi (Alan Badel) aus dem mittleren Osten ein Papyrus zu übersetzen. Pollock lehnt ab — bis er von dem Premierminister Hassan Jena (Carl Duering) gebeten wird, dieses Angebot doch anzunehmen. Es geht um den Frieden in seinem Land.

Pollock nimmt also das Angebot doch an und wird Gast im Hause von Beshraavi. Hier lernt er die bezaubernde und mysteriöse Yasmin Azir (Sophia Loren) kennen. Sie warnt den Professor davor, den Auftrag anzunehmen — schon ist es zu spät und Pollock findet sich mit Yasmin auf der Flucht wieder.

Beshraavi ist hinter Pollock und dem Papyrus her. Doch eine weitere Fraktion kommt ins Spiel. Yussuf Kasim (Kieron Moore) ist ebenfalls hinter der antiken Botschaft her.

Wieso wollen alle an das Papyrus? Welche Rolle spielt Yasmin, die anscheinend mit jedem unter einer Decke zu stecken scheint? Welches Geheimnis birgt das Papyrus, dass dafür Menschen getötet werden?

Meinung von

Einer meiner All-time-Favorites. Arabeske fängt flott an und hält über weite Strecken das Tempo. Dabei glänzt er durch Wortwitz und schneidend scharfe Dialoge zwischen den Protagonisten. Wenn Beshraavi Yasmin beim Schuheanziehen über Pollock ausfragt, schwingt ungeheuerlich viel Aggression und Gefahr mit — doch man bleibt immer höflich. Sehr schönes Spiel.

Gregory Peck ist steif wie immer. Zumindest oberflächlich. Darunter ist er aalglatt und windet sich unter den anregenden Anmachen von Sophia Lorens Charakter. Herrlich zuzuschauen. Überhaupt: Die Loren! Eigentlich ist sie nicht mein Typ, aber ich muss schon sagen, in jungen Jahren war das ein echt heißer Feger. In Arabeske ist sie knackige 32 Jahre alt. Als ich den Streifen als kleiner Junge sah, fand ich eine Szene immer schon reizend: Wenn Sophia Loren sich ihren hohen, weißen Stiefel anzieht. *rrr* Auch heute noch scharf!

Arabeske habe ich vor vielen Jahren nicht richtig verstanden. Als wir ihn jetzt im Metropolis noch einmal sahen, machte alles Sinn. Der Film von Regisseur Stanley Donnen basiert auf dem Roman The Cypher von Gordon Cotler und hat eine durchaus interessante Geschichte. Es geht um Öl, um Politik und einen Anschlag. Was will man mehr? Spannend ist er.

Die Tatsache, dass ich ihn "damals" nicht richtig verstanden habe, mag u.a. daran gelegen haben, dass man Arabeske tatsächlich nicht immer sofort folgen kann. Es ist ein ständiges Hin und Her — hervorgerufen durch die unzähligen Lügen von Yasmin. Die verwirren nicht nur den armen Professor Pollock.

Außerdem — und dafür gibt es mindestens einen Extra-Punkt! — ist er grandios gefilmt. Ich liebe den Film für seine absolut ungewöhnlichen Kameraeinstellungen. Die Kamera wird nicht einfach auf die Schauspieler draufgehalten. Ganz oft sehen wir die Protagonisten nur in Reflexionen, in Spiegeln, in Prismen oder großen Vergrößerungsgläsern. Eine absolut faszinierende Sichtweise, die wir hier geboten bekommen. Wahnsinn! Ja, ich muss hier ein Ausrufezeichen setzen ...

Wer einen intelligenten Thriller sehen und gute Schauspieler in einer packenden Geschichte erleben möchte, das Ganze in einer atemberaubenden Optik — der ist mit Arabeske bestens bedient.

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