Filmplakat Alien 3
8/10

„Und nun werde ich Mutter des Jahres.“ (Alien 3, 1992)


Alien 3

Besprechung

Ein Brand im Shuttle führt dazu, dass Ellen Ripley (Sigourney Weaver) mit ihrer Rettungskapsel auf einem entlegenen Planeten landet – einem beinahe vergessenen Gefängnisplaneten. Hier sind Doppel-Y-Chromsom-Verbrecher inhaftiert.

Ripley war zusammen mit Hicks und Newt unterwegs (siehe Aliens). Nur Ripley hat überlebt.

Eigentlich soll sich Ripley von den Männern fern halten, doch das gelingt ihr nicht. Nicht nur, dass die Insassen schon lange keine Frau mehr gesehen haben, die Gestrandete geht eine Beziehung zum Gefängnis-Arzt Clemens (Charles Dance) ein.

Ripley ist besorgt. Sie will, dass Clemens eine Autopsie an der bei dem Unfall ums Leben gekommenen Newt vornimmt. Sie plagt der Gedanke, dass ein Alien das kleine Mädchen umgebracht haben könnte.

Dabei sollte Ripley ganz andere Sorgen haben. Ein Alien kam mit ihr auf den Planeten. Diesmal ist es anders als seine Vorgänger. Zudem hat es eine besondere Beziehung zu Ripley …

Meinung von

Die Produktion des dritten Alien-Films stand unter keinem guten Stern, der Regisseur war abgesprungen und man benötigte einen neuen. Außerdem mussten frische Ideen her. Da kam der mit großen Produktionen unerfahrene Musikvideo-Regisseur David Fincher ins Boot. Er warf einige grundlegende Ideen über Bord (so sollte der Planet ursprünglich komplett aus Holz bestehen) und siedelte die Gefängnis-Truppe auf einem unfreundlichen Planeten an. Auch kam Fincher die Idee, das Alien müsse sich seinem Wirt anpassen. In Alien 3 ist der Ursprungswirt kein Mensch ...

In Alien 3 arbeiten die Sträflinge in einer ehemaligen Bleigießerei. Der dritte Film ist noch einmal heller als seine beiden Vorgänger. Dadurch sieht man mehr vom Alien. Die Kamera-Fahrten durch die Gänge der Gießerei sind auch zwanzig Jahre nach Erscheinen des Films toll anzusehen. Schnelle Fahrten, wobei der Zuschauer die Perspektive des Alien einnimmt, das die Wände rauf- und runterrennen kann.

Der dritte Teil des Franchises hat eine gute Story, eine grimmige Umgebung, wartet mit einer konsequenten Weiterentwicklung des Aliens auf und die Figuren sind alle klar umrissen. Außerdem ist der Gedanke mit der apokalyptischen Kirche, an die die Gefangenen glauben, ein passender Hintergrundgedanke. Ripley sieht man an, dass sie endlich von diesem verdammten Alien wegkommen möchte. Zu lange war das Alien Teil ihres Lebens. Es muss Schluss sein. Und tatsächlich ist Alien 3 ein absolut gelungener, versöhnlicher Abschluss der Trilogie. Leider sollte es nicht dabei bleiben ...

Viele Leute mögen den dritten Teil nicht. Ich gehöre nicht dazu. Vor allem wenn man bedenkt, wie schwer es der Film in seiner Startphase hatte. Fincher benutzte eine interessante Art, um sein vierbeiniges Alien zu bewegen. Damals waren Computeranimationen noch SciFi, von daher ist das Alien als Puppe umgesetzt - wenn es nicht wieder ein Ganzkörperanzug ist.

Ich schaue ihn mir immer wieder gerne an. Die Schlussszene mit Ripley und dem Chestburster ist großartig und sollte ein sauberes Ende der Reihe darstellen - für eine gewisse Zeit. Einziger Wermutstropfen an Alien 3 ist, schaut man ihn sich heutzutage an, dass die Animatronik des Alien und das Reinkopiere des bewegten Alien nicht mehr gut ausschaut. Wenn man das noch mal nachbearbeiten könnte ...

Alien 3 war, wenn ich mich nicht irre, auch ein Film, bei dem erstmals (?) die weibliche Hauptfigur den Kopf geschoren bekommen hat. Oder? So oder so - mutig von Sigourney Weaver. Ripley ist eh über alle drei Teile eine starke Frau, ein Vorbild.

Übrigens immer noch ein Alien-Film, den ich nicht im Kino gesehen habe. Und nach dem Erfolg, den Fincher mit Alien 3 hatte, durfte er auch größere Filme machen, anstatt olle Musikvideos. Sein nächster großer Hit: Sieben. Ich bin immer noch der Meinung, Fincher war ein absoluter Glücksgriff.

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