Filmplakat Wind River
7,5/10

„Hier draußen überlebt man oder man gibt auf. Punkt.“ (Wind River, 2017)


Wind River

Besprechung

Cory Lambert (Jeremy Renner) arbeitet für den Fish- and Wildlife-Service. Eines Tages wird er in das Indianer-Reservat Wind River in Wyoming gerufen. Sein Schwiegervater Dan Crowheart (Apesanahkwat) hat ihn gerufen, weil ein junger Bulle von einem Puma gerissen wurde. Cory macht sich auf den Weg das Tier zu finden. Dabei stößt er in den Bergen auf die Leiche von Natalie (Kelsey Asbille). Die junge Frau ist barfuß viele Kilometer bei eisiger Kälte gelaufen, bis ihr die Lunge geplatzt ist. Cory ruft die Polizei, die ruft das FBI.

Weil sie am nächsten war, wird die scheinbar völlig falsch besetzte FBI-Agentin Jane Banner (Elizabeth Olsen) geschickt. Die kann sich nicht vorstellen, dass Natalie freiwillig bei Eis und Schnee so weit gelaufen ist. Für sie ist es Mord, doch der Leichenbestatter sagt Nein. Es gibt keinen Beweis dafür. Jane bittet Cory ihr bei der Suche nach dem Mörder von Natalie zu helfen. Immerhin ist er bestens bewandert darin Fährten zu lesen.

Cory hilft. Er nimmt die Sache sehr persönlich. Seine Tochter, eine Freundin von Natalie, kam ebenfalls tragisch ums Leben, wofür Cory sich immer noch die Schuld gibt.

Meinung von

Ein gut gemachter Thriller aus der Feder von Taylor Sheridan, der auch schon Sicario und Sicario 2 geschrieben hat. Wind River ist sein zweiter Film, bei dem der Sons of Anarchy-Schauspieler Regie führt. Das Indianer-Reservat Wind River ist, so heißt es, einer der ärmsten Flecken überhaupt. Hier ist alles kalt, unfreundlich, trist und traurig. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, einige Arbeitsstellen gibt es auf Ölfeldern, aber das ist ein einsamer Job.

Renner spielt einen Vater, der seine Tochter verloren hat. Dadurch ist auch seine Ehe gescheitert. Er war mit Wilma (Julia Jones) verheiratet. Cory ist ein gebrochener Mann. Er ist alleine und tötet Tiere als Lebensunterhalt. Der Tod seiner Tochter hat ihn sehr stark verändert. Er ist auch dabei, wenn Natalies Vater Martin (Gil Birmingham) die Nachricht vom Tod seiner Tochter überbracht wird. Weil er den Schmerz selber erfahren hat, kann Cory Martin helfen, sich dem Leid zu stellen.

Das Trauma des Verlusts ist ein wichtiger Teil des Films. Dabei wird die Auflösung des Falls natürlich nicht vergessen. Wenn wir der Auflösung näher kommen, wird es schon relativ schnell klar, wer hinter der Tat steckte. Dennoch geht Sheridan noch einmal mit Spannung in die Situation hinein, wenn er Jane Banner und die hiesige Polizei auf die Ölfeldarbeiter treffen lässt. Wie gut, dass Cory einen anderen Weg eingeschlagen war ...

Es ist wohl ein Ding von "einsames, weites Land", dass Cory den Fall auf seine Art und Weise lösen kann. Er hat Martin versprochen, dass der Täter nicht mit dem Leben davon kommen würde. Seine Art den Fall zu beenden ist ... sehr an "Auge um Auge" angelehnt und echt mies.

Wind River ist natürlich kein Gutfühlfilm. Dennoch gibt einem die Auflösung eine gewisse Befriedigung. Dabei ist der Verlust eines lieben Menschen immer ein Thema. Ich kann den Film empfehlen, wenn man einen guten Krimi mag, der noch mit Drama gewürzt ist.

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