Filmplakat Toy Story 3
8/10

„Bis zur Unkenntlichkeit und viel weiter.“ (Toy Story 3, 2010)


Toy Story 3

Besprechung

Jahre sind ins Land gegangen, Andy (John Morris) ist mittlerweile 17 Jahre alt. Er will ausziehen und aufs College gehen. Doch was wird aus seinen alten Spielkameraden? Woody (Tom Hanks), Buzz Lightyear (Tim Allen), Jessie (Joan Cusack), Slinky Dog (Blake Clark) und noch einige mehr sehnen sich danach, dass man endlich wieder mit ihnen spielt. Bloß nicht weggeworfen werden! Dann lieber auf den Dachboden. Andy räumt ein: alle Spielsachen auf den Dachboden und Woody kommt mit aufs College.

Durch einen Zufall landet das Spielzeug aber in einer Kita. Endlich wieder Kinder, die mit einem spielen. Alle fühlen sich wohl, nur Woody drängt darauf, zurück zu Andy zu gehen. Der Cowboy weiß, dass Andy sie noch lieb hat, doch niemand aus der Bande will die Kita verlassen.

Die Rückreise scheitert und so landet Woody nicht bei Andy, sondern bei der kleinen Bonnie (Emily Hahn) und lernt dabei einiges über den freundlichen Kuschelbären Lotso (Ned Beatty), der der Anführer in der Kita ist. So kuschelig und freundlich ist der gar nicht. Das müssen auch Buzz, Jessie, Rex (Wallace Shawn) und Co. feststellen. Lotso wirft sie der Kleinkindergruppe namens “Raupengruppe” vor. Wer fliehen will, kommt in die Sandkiste!

Woody muss eine Rettungsaktion für seine Familie starten, damit alle wieder zu Andy kommen können.

Meinung von

Brauchte man wirklich einen dritten Teil? Nein. Aber er schadet auch nicht. Denn die Leute von Pixar haben wieder einmal bewiesen, dass sie wunderbare Geschichten erzählen können. Immer noch steht das Thema Freundschaft im Vordergrund. Im dritten Teil von Toy Story wird aber auch die Sehnsucht der Spielsachen in den Mittelpunkt gestellt. Wozu ist ein Spielzeug da, wenn nicht zum Spielen? Was passiert mit Spielsachen, die nicht mehr geliebt und gebraucht werden? Da das "Kind" Andy nun auf dem Weg zum Erwachsenwerden ist, sieht die Zukunft unserer Spielzeugkameraden sehr düster aus.

Da bietet sich die Kita an. Dass es hier etwas Böses geben könnte, ist ausgeschlossen. Falsch. Lotso führt ein strenges, gut durchorganisiertes Regime. Nur die guten Spielsachen dürfen bei ihm bleiben, der Rest wird geopfert. Und nachts ist die Kita wie ein Hochsicherheitsgefängnis. Diese Parallelen zu uns bekannten Situationen und Filmen (z.B. Mission Impossible) bringt den Spaß in den Film. Ich habe an vielen Stellen herzlich gelacht! Am meisten wohl bei der "neuen Gestalt" von Mr. Potato Head (Don Rickles).

Witz wird mal wieder nicht kleingeschrieben. Aber auch Spannung ist angesagt — und das nicht einmal zu knapp. Als die Spielsachen am Ende dem Tode ins Angesicht schauen, ist das Spannung pur. "Nebenbei" schaffen die Leute von Pixar es wieder, in diese Situation ganz, ganz viel Emotionen zu packen.

Gerade die letzten (ca.) zehn Minuten sind sehr aufreibend. Klar, Andy kann sein Spielzeug aus den Kinderjahren nicht ewig behalten — also was passiert mit den lieben Spielsachen? Nicht verzagen, Pixar findet eine Lösung. Eben noch Todesängste mit Woody und Co. ausgestanden, bieten sie uns ein Ende, bei dem schon wieder kein Auge trocken blieb. Ja, da waren kleine Niagarafälle angesagt. Ich gebe es zu. Ich gebe Pixar die Schuld. Die immer mit ihren herzerweichenden Situationen ...

Was haben wir also alles? Eine gute Geschichte. Ein stimmiges Ende für einen Haufen lieber Animationsfiguren. Humor. Spannung. Emotionen. Ich würde ihm neun Moviejunkie-Punkte geben wollen. Aber ich ziehe knallhart einen Punkt für die deutsche Synchronisation ab! Einst hieß es, Disney (Pixar gehört zum Disney-Imperium) würde stets sehr viel Wert auf passende Synchronstimmen legen. Die Auswahlkriterien seien hart, damit nur die beste Stimme für eine Figur gefunden werden kann. Mit dem Prinzip haben sie leider bei Toy Story 3 gebrochen. Schande über Euch! Es war ein Riesenfehler Bully Herbiger und seine üblichen Schergen als Synchronstimmen für Woody (Herbiger), Rex (Rick Kavanian) und Ken (Christian Tramitz) zu verpflichten.

In Toy Story und Toy Story 2 wurde der Cowboy noch von Peer Augustinski gesprochen. Das ist ein Schauspieler, der gut sprechen kann. Herbiger (kein Schauspieler) gibt Woody eine flache, langweilige Stimme. Rex klang in den alten Filmen quirliger und dabei liebenswerter als das, was Kavanian abliefert. Ein ganz großer Fehler auf "Comedians" zu setzen, nur weil sie beim deutschen Publikum (einem gewissen Teil zumindest) beliebt zu sein scheinen. Die beiden Stimmen haben echt gestört! Tramitz ging soweit in Ordnung, da die Figur Ken (sehr lustig in Verbindung mit Barbie) neu ist.

Kein Punktabzug, der sich in der Bewertung bemerkbar machen würde — aber doch ein "innerer Punktabzug" — ist die Tatsache, dass wir im UCI nur die 3D-Vorstellung (11 €! — Ihr spinnt total!) besuchen konnten. Und 3D ist Nullkommanull notwendig. Da war nichts, von dem ich der Meinung bin, es hätte die Geschichte verbessert oder auch nur das "Sehvergnügen". Der Film macht in 2D genau so viel Spaß, wie in 3D. Nur, dass man da drei Euro weniger ausgibt.

Von daher: Schaut ihn Euch an, aber in 2D und möglichst im Original!

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