Besprechung
Nick (Jai Courtney) hat seiner Kori (Emily Browning) einen Antrag gemacht. Weil sie sich irgendwie zu einem Ja gepresst fühlt, stimmt sie der Verlobung zu. Dabei will sie das gar nicht. Außerdem vögelt sie fröhlich ihren Chef Derek (Damon Herriman). Dessen Frau Diana (Claudia Doumit) bekommt davon Wind und konfrontiert Nick. Der will jedoch nichts davon hören. Das kann auch gar nicht sein.
Eines abends, Nick und sein Vater (Frankie J. Holden) wollen den Fuchs erlegen, der immer ihre Hühner frisst, bekommt Nick doch noch seine Augen geöffnet. Gerade als er den Fuchs, der sich unter einem Zaun verfangen hat, erlegen will, spricht der ihn an. Besser: Sie. Es handelt sich um eine Füchsin (Olivia Colman), die von Koris Affäre weiß. Sie weiß aber auch eine Lösung dafür …
Nick muss Kori nur in ein tiefes Loch im Wald werfen. Das ist ein magisches Loch. Heraus wird Kori als perfekte Frau kommen. Nachdem Nick mit Hilfe von Diana tatsächlich seine Zukünftige in das Loch wirft, steht diese einen Tag später splitternackt und verdreckt vor seiner Haustür. Was sollen wir sagen? Sie ist wirklich anders.
Meinung von Nils
Ja! Dafür liebe ich das Fantasy Filmfest! Genau für solche schrägen, abgedrehten aber urkomischen Filme. Herrlich. Der Film lief im Rahmen des "Fresh Blood"-Wettbewerbs. Soll heißen, wir sehen hier das Erstlingswerk von Autor und Regisseur Dario Russo — der uns vor dem Streifen noch einen Videogruß aus Australien geschickt hat. Wir sollten, werden wir von einem Fuchs angesprochen, bloß weitergehen und nicht auf den roten Räuber hören. Okayyyy ...
Russo selber gibt an, er habe sich von Hans Cristian Andersen inspirieren lassen, wo auch Tiere mit Menschen reden. The Fox geht aus einer Kurzgeschichte hervor, die Russo Jahre zuvor geschrieben hat.
Jai Courtney spielt seinen bulligen und liebenswerten Nick sehr schön. Er ist ein wenig begriffsstutzig, aber nicht viel. Er ist zudem treu. Im Gegensatz zu seiner zukünftigen Frau Kori. Dass ein Fuchs zu Nick spricht, findet der nicht ungewöhnlich. Wenn Nick das nicht stört, uns soll es auch nicht stören. Courtney wollte in The Fox zeigen, dass er nicht nur den Haudrauf-Charakter (u.a. Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben, Suicide Squad) spielen kann. Hat er hiermit bewiesen.
Neben der Füchsin meldet sich auch immer wieder eine Elster zu Wort. Diese wird von Sam Neill in seiner letzten Rolle gesprochen. Möge er in Frieden ruhen. Diese Elster ist es dann auch, die Derek von Nicks Tat erzählt. Elstern sind sehr gesprächig. Und unhöflich. Der Film ist tierisch – Na? Na? – lustig. Leider habe ich nicht alles verstanden, weil Australier doch gerne nuscheln und Wörter seltsam aussprechen. Macht nichts, ich habe mich auch so köstlich amüsiert.
Zweimal dachte ich, der Film würde einknicken. Oder genauer: Ich fragte mich, wie Dario Russo die Geschichte zu einem runden Ende führen wollte. Beide Male konnte Russo das Ruder rumreißen und liefert zum Schluss ein sehr gutes, befriedigendes Ende ab.
The Fox hat Tempo, Witz, einen hohen Schrägheitsfaktor und Schauspieler, die alle hervorragend ihre Rollen ausfüllen. Bei dem Film wurde auf CGI verzichtet. Dafür haben wir ausgestopfte Füchse oder Fuchsnachbauten, die animatronisch oder per Hand bewegt wurden. Stört das den Eindruck? Stört das den Realitätsgehalt des Films? Von welchem Wahrheitsgehalt reden wir hier? Der Film ist durchgeknallt und fern der Realität.
Alle Hauptschauspieler stammen aus Australien, mit Ausnahme der sprechenden Tiere. Sam Neill wurde in Irland geboren, Olivia Coleman stammt aus Norwich, Großbritannien. Für Russo war die australische Besetzung sehr wichtig.
Für mich ist der Film mein absolutes Highlight des Festivals und eine uneingeschränkte Anschauempfehlung. The Fox ist einer dieser seltenen Filme, wo man glücklich grinsend aus dem Kino kommt. Was will man mehr?