Filmplakat Terra Formars
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„Ein Haufen Müll von der Erde wird auf den Mars geschickt, um dort den Müll zu beseitigen. Ist das Freiheit?“ (Terra Formars, 2016)


Terra Formars

Besprechung

Die Erde ist längst überbevölkert. Um neuen Wohnraum zu finden, haben die Menschen vor etwa 500 Jahren Kakerlaken und Moos auf den Mars geschickt. Zusammen mit einem Verfahren um das unter der Marsoberfläche eingeschlossene Kohlendioxid freizusetzen, wurde so eine Atmosphäre geschaffen, die es Menschen erlauben soll, dort zu leben.

Im Jahre 2599 wird eine bunte Crew aus Verbrechern in der “Bug 2″ zum Nachbarplaneten geschickt, um dort erst einmal die Kakerlaken zu beseitigen, bevor die Menschen dort ansiedeln können. Unter den Crew-Mitgliedern sind auch Shokichi Komachi (Hideaki Itô) und seine Freundin Nanao Akita (Emi Takei), aber auch der Terrorist God Lee (Kane Kosugi), die korrupte Ex-Polizistin Asuka Moriki (Rinko Kikuchi) oder der Hacker Ichiro Hiruma (Takayuki Yamada). Angeführt wird die Truppe von Captain Keisuke Dojima (Masay Katô).

Auf dem Mars angekommen, müssen die Kammerjäger feststellen, dass sie sich nicht kleinen Krabblern gegenüber sehen, sondern mannshohen, muskelbepackten, sehr schnellen Kakerlaken, so genannten Terra Formars. Zum Glück hat der sinistre Wissenschaftler Ko Honda (Shun Oguri) vorgesorgt und alle Teilnehmer der Expedition mit Insektensuperkräften ausgestattet. Wenn sie sich ein Serum spritzen, mutiert jeder Teilnehmer in ein anderes Insekt und nimmt dessen Kräfte an.

Honda selber hockt zusammen mit Assistentin Sakakibara (Rila Fukushima) auf der Erde und verfolgt neben der Kakerlaken-Ausrottung noch einen andere Plan.

Meinung von

Den Streifen wollte ich im 2016er Fantasy Filmfest gesehen haben, davon ausgehend, dass er schlecht sein wird. Aber wenn man mit dem Vorwissen in so einen Streifen geht und den Film mit Anderen gemeinsam erleidet, bringt es wieder Spaß. Da Terra Formars jedoch im japanischen Original mit englischen Untertiteln lief, habe ich darauf verzichtet. Was eine gute Entscheidung war ...

Terra Formars basiert auf dem gleichnamigen Manga, der an einigen Stellen arg kritisiert wird. So sind zum Beispiel die großen Kakerlaken eine rassistische Karikatur von Farbigen. Und auch sonst soll der Manga einige fragwürdige Passagen aufweisen. Das hat nicht davon abgehalten, eine Realfilm-Adaption ins Leben zu rufen.

Die Charaktere sind flach und werden ziemlich schnell einer nach dem anderen dezimiert. Die Kakerlaken sind seltsam anzusehen und bewegen sich als CGI-Monster sehr seltsam. Zudem sagen sie irgendwie nichts. "Zum Glück" gibt es ja noch die Bösewichte in den eigen Reihen. Sonst wäre der Film sterbenslangweilig. Wobei … was war das mit dem Riesenkäfer, der mit Honda telefoniert? Was …? Hä? Das würde bedeuten, dass Honda Kontakt zu den Kakerlaken gehabt haben und ihnen ein Telefon ausgehändigt hat, sowie einen Deal mit ihnen vereinbart hat. Was für ein Bullshit.

Ich mag ja durchaus trashige Filme. Ich denke da an Deathgasm oder den wunderbaren WolfCop – beide im Rahmen des Fantasy Filmfests gesehen. Aber während die beiden genannten Streifen sich nicht ernst nehmen und dadurch tierisch überdrehen &ndash wodurch der gesamte Spaß zustande kommt &ndash will Terra Formars ernst genommen werden. Was aber anhand der miesen Story, der schlechten Effekte und der teils platten Dialoge schwer fällt. Tatsächlich quält man sich mehr durch den Film, als dass man ihn als "schlechten Film" genießen könnte.

Theoretisch hätte man aus der Geschichte etwas machen können. Aber da sie versagt haben, lautet die Empfehlung "Finger weg". Ich bin irgendwie schon froh darüber, dass der Film nicht in die deutschen Kinos kam, bzw. das hat seinen Grund.

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