Filmplakat Deathgasm
7/10

„It's a fucking Rick Astley record!“ (Deathgasm, 2015)


Deathgasm

Besprechung

Ein Metalhead mitten in einem Kaff irgendwo in Neuseeland – das kann nicht gut enden. Brodie (Milo Cawthorne) ist ein absoluter Außenseiter. Er lebt bei Onkel und Tante, die streng religiös sind. Sein Cousin – Marke Saubermann – macht dem Heavy Metal-Fan das Leben zur Hölle. Brodie hat nur die beiden Loser Dion (Sam Berkley) und Giles (Daniel Cresswell) als Freunde. Bis eines Tages Zakk (James Blake), ein weiterer Metal-Fan, in sein Leben tritt. Die vier Jungs machen gründen die Metal-Band DEATHGASM (Kleinbuchstaben sind was für Weicheier).

Eines Tages brechen Brodie und Zakk bei einem ihrer Musik-Idole ein, der schon völlig alt und fertig ist. Als ein mysteriöser Dritter ankommt, bricht der Alte in Panik aus und drückt den beiden Metalheads uralte Noten in die Hand und schickt sie fort, mit der Aufgabe diese zu beschützen.

Brodie findet heraus, dass die Noten auf den Zetteln Macht geben sollen. Nachdem er mal wieder von seinem Cousin zusammengeschlagen wurde, lässt er von seiner Band die düsteren Klänge spielen. Mit dem unangenehmen Nebeneffekt, dass alle Erwachsenen des kleinen Kaffs von Dämonen besessen werden, in der Vorbereitung für die Inkarnation des Königs der Dämonen.

Ein Kult ist hinter den Noten her, um an der Dämonenauferstehung so richtig vernünftig teilnehmen zu können. Also müssen die vier Freunde gegen Dämonen und Kultanhängern kämpfen. Zum Glück ist noch Medina (Kimberley Crossman) mit von der Partie. Sie ist des Cousins Ex-Freundin und hat was für Brodie übrig. Und neuerdings auch für Metal. Und für Äxte …

Meinung von

Die Neuseeländer nun wieder. Letztes Jahr haben sie das Zwerchfell mit 5 Zimmer Küche Sarg malträtiert, dieses Jahr ist es der Regie-Neuling Jason Lei Howden, der sich anschickt, mit schrägen Ideen und viel Blut die Zuschauer zu amüsieren. Hierzulande kennt man kaum jemanden von den Schauspielern, die also alle frisch und unverbraucht sind. Die schüchterne Hauptfigur Brodie wird von Milo Cawthorne dargestellt, der sofort sympathisch daherkommt.

Der Außenseiter verguckt sich in Medina, die Freundin seines Arschloch-Cousins. Die ist von dem Gebaren ihres Noch-Freundes mittlerweile angenervt und findet Gefallen an dem sonderbaren Neuling. Wenn der geschminkte und in schwarzes Leder gehüllte Brodie mit dem Barbie-Püppchen Medina auf der Parkbank hockt und Eis isst – das ist schon herrlich anzusehen. Allerdings bleibt es natürlich nicht bei solch trauten Bildern. Es geht um Heavy Metal und Dämonen! Das, wovor uns unsere Eltern immer gewarnt haben und was wir nie geglaubt haben. Es ist wahr.

Naja, nichts verallgemeinern bitte. Wie erklärt Brodie Medina das Genre Heavy Metal doch so schön: Es ist nicht alles nur Gegröle. Und hört man Metal, weiß man, dass man nicht alleine ist. Irgendjemand hat den eigenen Schmerz schon mal erlebt und begriffen. – Was für eine wunderbare Erklärung. Neben dem Gore-, Splatter- und Spaß-Faktor ist Deathgasm auch eine Liebeserklärung an das Schwermetall.

Dann sind da noch die dunklen, uralten Noten. Ist erst einmal die Dämonenbrut losgelassen, gibt es kein Halten mehr in dem kleinen Städtchen. Gewalt wo man nur hinschaut. Brodie und Co. bewaffnen sich mit was sie haben und metzeln so die Dämonen um. Der Film ist schon irgendwie sinnbefreit, hat einen hohen Splitter-Faktor, einen wunderbaren Humor, todbringende Dildos und Pommesgabel-Power ohne Ende.

Dafür, dass wir hier einen Low-Budget Kiwi-Horrorfilm vor uns haben, ist der aber ziemlich ordentlich umgesetzt. CGI kam wohl aus Budget-Gründen nicht in Frage. Das hätte allerdings auch nur billig und nies ausgesehen. Daher kommt Deathgasm mit vielen praktischen Tricks und Masken aus. Das macht der Film aber gut.

90 Minuten Splatter-Spaß mit schrägen Figuren und noch schrägerem Humor. Nicht für Jedermann gedacht, aber wer Freude an durchgeknallten Filmen hat, der wird bestens bedient. Ich habe mich königlich amüsiert. Neben dem Gemetzel haben wir noch eine kleine Liebesgeschichte zwischen Brodie und Medina, sowie eine Bro-Krise zwischen Brodie und Zakk. Also alles, was man braucht für einen spaßigen Film.

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