Filmplakat Stichtag
6,5/10

„Dad, du warst wie ein Vater für mich.“ (Stichtag, 2010)


Stichtag

Besprechung

Bei Peter (Robert Downey Jr.) und seiner Frau Sarah (Michelle Monaghan) ist demnächst Stichtag. Peter muss also schnell von Dalaware nach Los Angeles. Ein Missgeschick, in das der kauzige Ethan (Zach Galifianakis) verwickelt ist, führt dazu, dass Peter auf der No-Fly-Liste landet. Hinzu kommt, dass sein Gepäck auf dem Weg nach Hause ist und er kein Geld hat. Aus der Not heraus muss Peter mit Ethan eine Reise quer durch Amerika antreten.

Auf dem Roadtrip tötet Ethan Peters Nerven ein ums andere Mal. Ethan will nach Hollywood — wohlgemerkt nicht nach L.A. —, um Schauspieler zu werden. Im Gepäck hat er seinen masturbierenden Mops Sunny und eine Kaffeedose mit der Asche seines Vaters.

Für den Architekten Peter beginnt ein Höllentrip mit unzähligen Ablenkungen und Umwegen. Die Zeit wird knapp, Peters Geduld mit Ethan ebenso.

Meinung von

Die Werbetrommel wurde gerührt und an der Oberfläche schwamm immerzu der Hinweis "vom Regisseur von Hangover". Das sollte die Zuschauer ins Kino locken. Aber wer einmal einen Komödien-Hit landet, muss es nicht immer machen. So ist Stichtag zwar nett, aber bei weitem nicht so urkomisch wie Hangover.

Stichtag hat zu viele Dinge, die wir schon gesehen haben. Ein Roadtrip mit zwei unterschiedlichen Charakteren, wobei einer nobel und klug ist, der andere eine Nervensäge. Das hatten wir bereits in Ein Ticket für zwei mit Steve Martin und John Candy. Bei der Szene mit der Asche musste ich an The Big Lebowski denken.

So plätschert Stichtag ohne großartig neue Ideen vor sich hin. Ja, man kann lachen, aber auf DVD muss ich den nicht haben. Kurzweilige Komödie mit einigen derben Einlagen, wie z.B. dem masturbierenden Hund oder der "besondere" Kaffee, der im Haus von Peters Kumpel Darryl (Jamie Foxx) konsumiert wird. Da fällt mir ein, die Szene mit dem vermeintlichen Baby vom anderen Vater ... — hatten wir in Die nackte Kanone 33 1/3 ebenfalls schon. Somit auch hier keine neue Idee, die uns Regisseur Todd Phillips bietet.

Ich denke, Phillips hat sich zu sehr auf den Ruf seiner Schauspieler verlassen. Robert Downey Jr. als überheblicher Iron Man? Großartig! Doch in Stichtag kommt er eher gelangweilt herüber. Und Zach Galifianakis war als schräger Schwager in Hangover die komischste Figur des Films. Hier kommt er jedoch nicht in Höchstform. Und alleine mit dem Ruf seiner Darsteller kann man einen Film nicht am Leben halten.

Lieblingsszene war dann wohl die, als Peter dem kleinen Jungen der Dealerin einen Magenhieb verpasste. Da ging auch der Lehrer neben mir frohen Gemüts mit. ;-)

Den Film kann man sich anschauen, wenn er irgendwann im Fernsehen läuft. Verpasst man ihn, geht die Welt auch nicht unter.

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