Filmplakat Star Trek V: Am Rande des Universums
2/10

„Gott, ich mochte ihn lieber bevor er tot war.“ (Star Trek V: Am Rande des Universums, 1989)


Star Trek V: Am Rande des Universums

Besprechung

Nimbus III liegt in der neutralen Zone und gilt als der Planet des galaktischen Friedens. Tatsächlich ist das ein trostloser Staubbrocken. Eines Tages taucht ein Mann auf, der eine besondere Gabe hat. Er nimmt seinem Gegenüber den Schmerz und scharrt so eine Armee um sich. Mit dieser marschiert er in der Hauptstadt von Nimbus ein. Hier leben Menschen, Klingonen und Romulaner nebeneinander. Sybok (Laurence Luckinbill) überzeugt auch die Anführer der drei Rassen, sich ihm anzuschließen. Die geben einen Hilferuf heraus – und die Föderation schickt die Enterprise.

Captain Kirk (William Shatner) reist mit seiner treuen Crew zu diesem abgelegenen Planeten, davon ausgehend, dass er eine Rettungsmission leitet. Doch Sybok stellt dem Föderationscaptain eine Falle. So kann der Vulkanier auch die Enterprise übernehmen.

Es stellt sich heraus, dass Sybok der Halbbruder von Spock (Leonard Nimoy) ist. Sybok hat sich der animalischen Vergangenheit der Vulkanier verschrieben. Er hat Emotionen. Sybok ist auf der Suche nach der letzten Grenze, der letzten Wahrheit. Wie es scheint, kennt er den Weg zum wahren Paradies, wo er Gott (George Murdock) sucht. Die Entführung und die Manipulation der Crew stellt die Freundschaft von Kirk, Spock und McCoy (DeForest Kelley) auf eine harte Probe.

Meinung von

Ich glaube niemand mag diesen Star Trek-Film. Er ist einfach nur schlecht. Meine Beobachtung besagt, dass aus der ersten Star Trek-Reihe die Filme mit ungerader Zahl alle eher schlecht sind, die gerade hingegen gut (mit Ausnahme von Star Trek: Nemesis – den haben sie richtig verkackt).

Was macht Star Trek V: Am Rande des Universums so schlecht? William Shatner hat die Geschichte geschrieben und sich im Regie-Sessel breit gemacht. Die Story stammt aus der Feder eines alternden Heldens, der sich nun auf einem neuen Terrain beweisen will. Doch seine Geschichte ist mau. Man sollte nie Religion mit ins Spiel bringen. Shatner mag das an dem Punkt in seinem Leben wichtig gewesen sein – die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod und der Frage "ob da noch etwas ist". Das will aber niemand in einem Star Trek-Film sehen!

Die Dialoge sind gewollt witzig – und damit weit davon entfernt wirklich lustig zu sein. Shatner hat sich darauf konzentriert die Freundschaft der drei Hauptköpfe der Enterprise herauszustellen. Kann die Freundschaft einer Gefahr widerstehen? Ja. Denn Sybok ist keine echte Gefahr, kein Gegner. Er ist nicht gefährlich, nicht charismatisch böse. Sobald die Enterprise "auf Kurs" ist, übergibt er das Schiff ihrem Kapitän. Und "Gott" ist auch kein Gegner, sondern eine magere Lichterscheinung. Die gesamte Konfrontation auf dem Planeten im Inneren des Universums (Wieso heißt der Film "Am Rande des Universums"?) birgt keine Gefahr, keine Spannung und ist ratz-fatz vorbei. Ein überaus unbefriedigender Film …!

Lasst uns Star Trek V: Am Rande des Universums einfach schnell vergessen. Was nicht schwer fällt, weil er nichts hat, was einem wirklich in Erinnerung bliebe. Shatner hätte bei dem bleiben sollen, was er kann: Riesenechsen mit Steine bewerfen – aber nicht Regie führen.

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