Filmplakat Sky Captain and the World of Tomorrow
8,5/10

„Du siehst aus wie ein flauschiges Mammut.“ (Sky Captain and the World of Tomorrow, 2004)


Sky Captain and the World of Tomorrow

Besprechung

Im Jahr 1939 verschwinden renomierte Wissenschaftler. Die plietsche Reporterin Polly Perkins (Gwyneth Paltrow) ist dem Mysterium auf der Spur. Doch plötzlich wird New York von riesigen Robotern angegriffen. Und nicht nur N.Y. — auf der gesamten Welt finden Übergriffe der Killerroboter statt. Sie stehlen Energievorräte und technisches Equipment.

In N.Y. ist Polly als gute Reporterin natürlich mitten im Geschehen. Und die riesigen Metallfüße der Stahlmonster walzen unerbittlich durch die Straßen New Yorks. Das ist ein Fall für Sky Captain (Jude Law).

Nachdem der Angriff abgewehrt ist, begeben sich Polly und Sky Captain – die beide eine gemeinsame Vergangenheit haben – auf die Suche nach den Wissenschaftlern und den Robotern. Da gibt es doch einen Zusammenhang. Hinter all dem steckt Dr. Totenkopf (Sir Laurence Olivier). Und was ist mit dieser mysteriösen Frau, die mit den Robotern unterwegs ist und u.a. das Hauptquartier von Sky Captain geplättet hat? Ab nach Lima. Dort liegt die grausame Wahrheit: Dr. Totenkopf will die Welt zerstören. Ein Job für Sky Captain! Und wenn der Sprit nicht reicht: Sky Captain hat noch seinen Kumpel Franky (Angelina Jolie), die hilft bestimmt …

Meinung von

Wenn man den Trailer gesehen hat, dann wusste man schon, worauf man sich einlassen würde: Eine Hommage an die alten SciFi-Filme der 30er Jahre. Und das im Art Deco-Stil. Ich fühlte mich irgendwie an den genialen Fritz Lang-Film Metropolis erinnert. Später erfuhr ich dann, dass der Film hauptsächlich vor dem Greenscreen gedreht wurde und die Kulissen zum großen Teil aus dem Computer kamen — alles gerechnet mit Apple-Maschinen.

Sky Captain fängt schon geheimnisvoll und düster an, wenn die "Hindenburg III" am Empire State Building andockt. Doch sobald der erste Roboterangriff da ist, haben wir auch kaum eine ruhige Minute. Der Streifen rauscht so dahin - gespickt mit Action, wurmarmigen Robotern, ringförmigen Laserstrahlen und einer schönen Portion Humor. Die Paltrow und Jude Law geben ein schön altmodisches Paar ab. Ein wenig wie Lois und Superman. Überhaupt: Comics der 30er spielen auch in dem Film eine Rolle. Sind sie doch z.B. Inspiration für Sky Captains Kumpel Dex (Giovanni Ribisi). Und was wohl wieder nur ich so empfand: Der britische Luft-Flugzeugträger von Franky erinnerte mich doch arg an die Marvel-Flugbasis von "S.H.I.E.L.D.". Nett.

Die Optik ist klasse: Immer etwas dunkel, nie richtig farbig und ständig etwas verschwommen. Da haben sich die Leutchen echt viel Mühe mit gemacht. Die Sticheleien zwischen Polly Perkins und Sky Captain ziehen sich bis zum Ende durch den Film und gegeben die stereotypische Würze. — Wobei das nicht abwertend gemeint ist. Im Gegenteil. Es werden eben - so wie es in den Filmem damals üblich war - mächtig Klischees bedient, Stereotypen dargestellt und rumgesülzt. Jedoch immer mit einem Augenzwinkern.

Ich war ja vor dem Film noch etwas zurückhaltend. Angelina Jolie kann ich schließlich auf den Tod nicht ausstehen und ich meide Filme mit der Frau. Zum Glück spielt sie hier nur eine kleine Rolle. *puhh* Damit gibt's auch keinen so großen Punktabzug.

Nett ist übrigens auch der Ausflug in "vergangene Zeiten", wenn der längst verstorbene Sir Laurence Olivier den Part des Bösewichten Dr. Totenkopf übernimmt. Nette Idee - die mich an Der Zauberer von Oz erinnerte (der in einer Szene auch im Hintergrund läuft. *g*).

Mein Fazit: Muss mal mal gesehen habe. Vor allem in unserer jetzigen Zeit, da Action immer mit gelb-roten Feuerbällen endet. Es geht auch anders. "Nostalgischer"! Sky Captain and the World of Tomorrow ist eine einzige Zitatensammlung auf diverse Klassiker (u.a. Casablanca, aber eben nicht nur Film-Klassiker). Sehr schön — für uns "Klassiker". :-)

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