Filmplakat Safe House
7,5/10

„This ain't a test. This is the real thing.“ (Safe House, 2012)


Safe House

Besprechung

Matt Weston (Ryan Reynolds) ist Housekeeper eines Safe Houses der CIA in Kapstadt. Seit einem Jahr starrt er auf Wände und langweilt sich. Da kann auch sein Mentor David Barlow (Brendan Gleeson) nichts gegen machen. Der vertröstet ihn nur, dass sich Matt erst beweisen muss, bevor er in den Feld-Dienst gehen kann.

Der gesuchte Verräter Tobin Frost (Denzel Washington) hat gerade die Übergabe eines Mikrochips mit geheimen Daten abgewickelt, als Unbekannte einen Anschlag auf ihn verüben. Um den Attentätern zu entkommen, ergibt sich Frost freiwillig im US-Konsulat.

Frost wird somit Matts erster “Hausgast”. Das Verhör geht schief, als die Unbekannten im Safe House eindringen, um Frost endgültig zu eliminieren. Der manipulative Frost erinnert Matt an dessen erste Pflicht, nämlich die, seinen Gast zu schützen. Matt krallt sich Frost und eine wilde Flucht beginnt. Dass Frost nicht bei Matt bleiben, sondern seinen “Auftrag” ausführen will, versteht sich von selbst.

Beim CIA gehen derweil die Vermutungen um, dass Matt mit Frost gemeinsame Sachen macht.

Meinung von

Die Geschichte ist nett, wenn auch nicht originell neu. Dennoch hat Safe House Spaß gemacht. Nachdem ich in letzter Zeit sehr viele, teilweise sehr ruhige Filme sah, kam Safe House als willkommene Abwechslung. Safe House ist nämlich schnell. Sobald Matt und Frost auf der Flucht vor den mysteriösen Angreifern sind, geht der Adrenalinspiegel beim Zuschauer hoch. Mein Kaugummi hatte jedenfalls schnell keinen Geschmack mehr.

Der Film hat ein hohes Tempo und weiß zwischendurch immer wieder runterzukommen, um dem Zuschauer Luft zum Atmen zu geben. Immer wichtig! Zwar waren die Szenen zwischen Matt und seiner Freundin Ana (Nora Arnezeder) etwas lahm, aber sie bieten auch Frost eine Angriffsmöglichkeit, um Matt etwas mürbe zu machen. Dabei schlägt sich der junge CIA-Agent wacker, den alten Verräter aus seinem Kopf zu halten.

Es wird viel geschossen, gestochen, gekämpft und gefahren — Action gibt es also viel. Reynolds, der ewige Schwiegersohn, spielt ordentlich, aber viel kann man dabei auch nicht verkehrt machen. Denzel Washington ist — mal wieder — der Badass. Er kommt in seiner Darstellung jedoch nicht an die aus Training Day heran, auch wenn Washington viel von der Training Day-Figur Alonso in seinen Frost steckt.

Auf der einen Seite haben wir die rasante Flucht von Matt und Frost, die anschließende Verfolgungsjagd, in der Matt versucht seinen entflohenen "Hausgast" Frost wieder einzufangen. Als Nebenhandlung haben wir die Situation im CIA-Hauptquartier in Langley. Hier stehen sich Matts Befürworter Barlow und die Agentin Catherine Linklater (Vera Farmiga) gegenüber. Linklater vermutet, dass Frost und Matt gemeinsame Sachen machen. Einer von der CIA, so lernen wir schnell, hat den Angreifern in Kapstadt Zugang zum Safe House ermöglicht. Es gibt also einen Verräter in den eigenen Reihen.

So schnell und mitreißend der Film auch ist, das Ende scheint irgendwie lieblos hingerotzt zu sein und macht dann aus dem Streifen wieder Durchschnittsware. Schade.

Wer sich jedoch mit einem gute Actionfilm die Zeit vertreiben möchte und Gewalt nicht scheut, der liegt mit Safe House richtig und wird runde 115 Minuten seinen Spaß haben.

Den Film gab's in der Sneaks im Streit's (†). Also im Original. Ganz ehrlich: CIA-Obermufti Harlan Whitford (Sam Shepard) versteht man so gut wie nicht. Ich weiß, dass er geredet hat, habe jedoch so gut wie nichts von dem verstanden. Alte Nuscheltüte.

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