Filmplakat Red Riding Hood
1,5/10

„A man bitten is a man cursed.“ (Red Riding Hood, 2011)


Red Riding Hood

Besprechung

Valerie (Amanda Seyfried) lebt mit ihren Eltern in einem Dorf im Wald. Das Dorf wird nun schon seit zwei Generationen von einem bösen Wolf heimgesucht. Die Dorfbewohner opfern regelmäßig. Eines Tages, der Wolf hatte schon lange nicht mehr Menschenfleisch gerissen, wird Valeries kleine Schwester ein Opfer des Tieres.

Auch wenn die Dorfbewohner nach einer Wolfsjagd der Meinung sind, das Untier erlegt zu haben — der fanatische Kleriker Solomon (Gary Oldman) weiß, dass das Tier nicht tot ist. Das Dorf wird von einem Werwolf heimgesucht. Und da der seltene Fall des Blutmondes eingetreten ist, bedeutet das, dass der Werwolf mit seinem Biss einen Menschen ebenfalls zum Lykanthropen verwandeln kann.

Das riesige Tier stürmt eines Nachts ins Dorf, tötet und bleibt schließlich vor Valerie stehen. Die junge Frau versteht das Tier telepathisch.

Die Dorfbewohner fangen nach der Hetze von Solomon an, sich gegenseitig zu verdächtigen. Valerie, die die menschlichen Augen des Werwolfs aus nächster Nähe sah, sucht den Menschen hinter dem Wolf. Ist es ihr Geliebter Peter (Shiloh Fernandez)? Oder ist es ihr zukünftiger Ehemann Henry (Max Irons)? Doch nicht gar die eigene Großmutter (Julie Christie)? Da wird Valerie auch schon der Hexerei bezichtigt.

Meinung von

Oh. Mein. Gott! Der Film ist auf der "Schundfilme"-Liste ganz weit oben. Den Streifen gab es in der Sneaks im Streit's (†) — und kaum war klar, um welchen Film es sich handelte, gingen die Buh-Rufe los. Zu Recht, wie sich schnell herausstellen sollte.

Das Dorf ist billigste Studio-Kulisse. Hier wirkt alles künstlich und gekünstelt. Red Riding Hood ist auf ein bestimmtest Publikum zugeschnitten: all die kleinen Mädchen, die auf die Stephenie Meyer-Kitsch-Romane stehen. Tatsächlich muss ich beim Schreiben der Kritik feststellen, dass für diesen Film mit "von der Regisseurin von Twilight" geworben wird. Das erklärt natürlich so einiges ... *würg*

Während des gesamten Films war so ein Rumoren unter den Füßen zu spüren. Das waren wohl die Gebrüder Grimm, die sich in ihrem Grab immer und immer wieder umdrehten. Die armen Kerle. Aber auch die armen Zuschauer. Nicht umsonst sind während des Films viele Zuschauer kopfschüttelnd und verärgert aufgestanden, um den Saal zu verlassen.

Die Liebesgeschichte zwischen Valerie und ihrer Schneid-dem-Häschen-die-Kehle-durch-Sandkisten-Liebe sowie dem Nebenbuhler ... ein einziges kitschiges Schmieren-Theater. Das sollte wohl die pubertierenden Mädchen ansprechen. Ein bisschen Schmacht-Moment. WTF?

Im Grunde weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, um über den Streifen zu lästern. Es gibt so unglaublich viele Angriffspunkte. Das fängt bei der glubschäugigen Amanda Seyfried an, die mich schon in Chloe genervt hat. Dann die Kleine-Mädchen-Liebesgeschichte, hin zu den bemühten "Wir müssen noch die Sache mit den großen Ohren"-Momenten, weiter über die miese CGI-Arbeit beim Wolf, bis zum telepathischen Wolf. Und wieso friert das Mädel nicht, so wie sie gekleidet ist, mitten im Winter? Außerdem nervte die Musik extrem, da sie kein Stück zum Film passte. Null. Die Tanzszene der Dorfbewohner war dann auch so befremdlich und nervig, wie die 15-Minuten-Höhlen-Tanzfolter in Matrix Reloaded.

100 Minuten Kino-Qual mit garantiertem Fremdschäm- und Kopfschüttel-Effekt. Zwar wird der Streifen als Horror/ Mystery/ Thriller gehandelt — aber Gott, was wäre ich froh gewesen, wenn es denn Horror gewesen wäre! So war es nur ein einziger Alptraum, sich durch den Film durchbemüht gehabt zu haben.

Wer nicht ohne Gehirn und Geschmack auf die Welt gekommen ist (oder sich das Hirn durch die Medien hat ausspülen lassen), der soll das Teil tunlichst meiden! Dass Red Riding Hood noch so viele Punkte erhalten hat, hat damit zu tun, dass es einen Moment gab, als sich alle verdächtigten — der war nicht schlecht. Auch hätte ich nicht gedacht, dass die Person hinter dem Werwolf stand. Aber sonst: Müll!

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