Filmplakat Prince of Persia – Der Sand der Zeit
7,5/10

„Mach deine Arbeit: Volksbelustigung!“ (Prince of Persia – Der Sand der Zeit, 2010)


Prince of Persia – Der Sand der Zeit

Besprechung

Die beiden Prinzen Tus (Richard Coyle) und Garsiv (Toby Kebbell) stehen mit ihrer persischen Armee vor den Toren der heiligen Stadt Alamut. Laut den Informationen ihres Onkels Nizam (Ben Kingsley), sollen in Alamut Waffen für die Feinde Persiens geschmiedet werden. Deshalb muss die Stadt brennen.

Prinz Dastan (Jake Gyllenhaal), der nicht von königlichem Blut ist, aber von König Sharaman (Ronald Pickup) aufgenommen wurde, missachtet den Befehl seines Bruders Tus und schleicht sich mit seiner Truppe heimlich in die Stadt — um so unnötiges Blutvergießen zu verhindern.

Zuerst gefeiert, wird Dastan später fälschlich des Mordes an König Sharaman beschuldigt. Zusammen mit Prinzessin Tamina (Gemma Arterton) von Alamut kann er vor den Soldaten seiner Brüder fliehen. Die Prinzessin hat sich Dastan an die Fersen geheftet, weil er bei der Eroberung von Alamut in den Besitz eines Dolches mit Glasgriff geriet.

Nun fliehen die beiden Zankbüddel vor der persischen Armee. Bis Dastan erfährt, wer hinter dem Mord tatsächlich stand und dass der Untergang der Menschheit bevorsteht, wenn er Tamina bei einer Aufgabe nicht behilflich ist.

Meinung von

Als ich den Trailer zum ersten Mal sah, war klar, dass ich den Film sehen musste. Doch zwei Dinge haben mir den Film vermiest. Einmal die Penetranz mit der ich mit dem Trailer bombardiert wurde. Ich hatte das Gefühl, den Film mittlerweile schon zu kennen. Außerdem schreckte mich ab, dass der Film in 3D zu sein schien. Eine Vermutung, die durch den Trailer (und später auch durch den Film) immer wieder bestätigt schien. Und 3D ist eher unnütz! Der Film war auch zunächst von Disney als 3D-Streifen angekündigt, wurde aber tatsächlich in 2D gedreht. Hier war ein PR-Fehler aufgetreten.

Ich hatte aber meine Meinung gefestigt. Der Streifen musste nicht angeschaut werden. Doch ein Kollege — absoluter Kino-Deletant — meinte, der Film sei bestes Popcorn-Kino und nicht mehr. Das — und Gemma Arterton — haben mich dann doch in Prince of Persia getrieben. Im Endeffekt habe ich es nicht bereut. Man muss mit der richtigen Erwartung in den Film gehen. Dann kann er einem gefallen.

Prince of Persia gibt sich viel Mühe. Die Handlung ist nicht so dünn wie befürchtet. Sie ist einfach, ja, aber doch gut geschrieben und umgesetzt. Gyllenhaal kommt allerdings ein wenig blass herüber, dafür kann Sir Ben Kingsley mal wieder einen schönen Bösewichten spielen. Bei Kingsley ist das immerhin so ein Ding: Mal gewinnt er den Oscar als bester Hauptdarsteller (Gandhi), dann wieder spielt er in den billigsten F-Movies von Film-Stümper Uwe Boll mit.

Doch, Prince of Persia ist gute, solide Unterhaltung. Manchmal zieht man schon die Augenbrauen hoch, weil die Handlung oder der eben gesehene Trick fragwürdig ist, aber das sind so Dinge, über die man hinwegsehen kann. Ich wollte mich unterhalten lassen und das bekam ich auch.

Gestört hat mich an einigen Stellen die Größe der Bauten. Kerwin Mathews' Sindbad hatte 1958 nicht solche Riesenbauten. Nun haben wir Computer, die die Städte und Paläste in schwindelerregende Höhen wachsen lassen. War mir an manchen Stellen zu bombastisch und übertrieben.

Unterm Strich: Prince of Persia ist wunderbare Popcorn-Unterhaltung. Man bekommt tolle Bilder, eine wunderschöne Gemma Arterton (plus 0.5 Moviejunkie-Punkt), einen etwas blassen Hauptdarsteller, gute Kampfeinlagen und eine solide Geschichte geboten. Selbst das viele Gehüpfe und Gespringe auf Hausdächern und über Abgründe hinweg — was ich vom ersten, zweidimensionalen Prince of Persia-Spiel noch kannte — kam vor.

Im Kino macht der Film Sinn, nicht auf dem heimischen Computer (*tsts*) und später auf DVD werde ich ihn mir wohl auch nicht holen (naja, vielleicht wegen Gemma). Der Film ist zwar witzig, aber nicht übermäßig — ein wenig mehr hätte nicht geschadet. Die Liebesschnulze zwischen den beiden Hauptdarstellern blieb zum Glück verhalten — bis sie zum Schluss kamen. Da haben sie dann doch noch einmal mit beiden Händen in den Schmalztopf gegriffen. *uargs*

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