Filmplakat Odd Thomas
8,5/10

„This town is in serious trouble.“ (Odd Thomas, 2013)


Odd Thomas

Besprechung

Sein Name ist seltsam und seine Gabe ebenso: Odd Thomas (Anton Yelchin) kann die Toten sehen. Wenn man schon so eine Gabe hat, dann muss man sie auch gut einsetzen. So hilft Odd den gestrandeten und den gepeinigten Seelen, um ins nächste Leben zu gelangen. Dabei bekommt er Unterstützung vom hiesigen Sheriff Wyatt Porter (Willem Dafoe) und seine große Liebe Stormy (Addison Timlin) weiß ebenfalls von seiner Fähigkeit.

Eines Tages bemerkt Odd einen unheimlichen Mann (Shuler Hensley), um den herum es von so genannten Bodachs wimmelt. Bodachs sind Wesen, die nur wenige Menschen sehen können. Sie erscheinen immer dort, wo Unheil droht. Sie laben sich am Leid und der Qual der Sterbenden. Und da um den Mann so wahnsinnig viel von diesen körperlosen, gruseligen Gestalten herumschwirren, bedeutet das großes, sehr großes Leid für die kleine Stadt Pico Mundo.

Odd versucht das bevorstehende Massaker – welcher Natur es auch sein mag – zu verhindern. Aber wo soll er anfangen? Eine Vision von ermordeten Bowlingbahn-Angestellten gibt einen Hinweis.

Meinung von

Odd Thomas basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dean Koontz — den ich nicht gelesen habe. Der Film hat von der ersten Minute an ein recht hohes Tempo. Schnell wird man mit allen Figuren vertraut gemacht. Odd ist ein netter Kerl, der seine unheimliche Gabe geheim hält. Nur der Sheriff und natürlich seine Jugendliebe Stormy wissen von dem, was Odd sehen kann. Odd muss das geheim halten, weil die gruseligen Wesen, die Bodachs, jeden töten, der sie sehen kann. Mit seinen Verbündeten an seiner Seite ist das allerdings alles kein so großes Problem. Das Problem ist nur die Fülle an Bodachs.

Unser aller Lieblings-Durchgeknallter Willem Dafoe hat eine recht kleine Rolle, die auch gar nicht durchgeknallt ist. Dafür ist er ein netter, hilfsbereiter Mitwisser, der Odd oft den Rücken frei hält. Addison Timlin ist 'ne ganz Süße, aber irgendwie zu glatt. Wenn Odd und Stormy, deren Schicksal es ist, auf immer und ewig zusammenzubleiben, rumturteln, dann ist das immer Extrem-Zuckerwatte mit Honig-Glasur und Kirsche oben auf. Das wirkt zu gekünstelt. Ja, es soll die starke Liebe der beiden gezeigt werden, aber ein wenig mehr "Kante" hätte ich gerne gehabt. Das ist zu sehr Bilderbuch-Liebe.

Odd Thomas ist durchaus unterhaltsam. Humor ist da. Spannung. Aber vor allem zum Ende hin wirkt der Film etwas gestellt. Erst ist alles im Unklaren, dann geht es holterdipolter. Man könnte allerdings auch argumentieren, das ist die typische Erzählweise, wie wir sie in der Schule gelernt haben; langsam Spannung aufbauen, hin zum Höhepunkt, dann schnell zum Ende kommen. Nun wüsste ich schon gerne, ob das in Dean Koontz' Buch auch so steht, oder ob es an Regisseur Stephen Sommers liegt.

Die Bodachs sind als CGI-Figuren recht annehmbar, aber an einigen Stellen sind die Special Effects nur mies. Wenn sich ein Geist in einen Schwarm Schmetterlinge verwandelt? Ganz billig umgesetzt.

Kurzweiliger, aber gut unterhaltsamer Film mit dem für ein Film auf dem Fantasy Filmfest erwarteten Fantasy-Touch. Der Film ist aber im Grunde eine Art Krimi/Thriller. Wer mit Geistern und Monstern keine Probleme hat, dem kann man Odd Thomas ans unterhaltungshungrige Herz legen.

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