Filmplakat Mein Partner mit der kalten Schnauze
6/10

„Hübsches Haarnetz. Von Deiner Mami gestohlen?“ (Mein Partner mit der kalten Schnauze, 1989)


Mein Partner mit der kalten Schnauze

Besprechung

Mike Dooley (James Belushi) ist Drogenfahnder in San Diego. Er nimmt seinen Job sehr ernst und ist im ganzen Revier verschrien. Dooley arbeitet besser alleine. Er ist hinter dem Drogenbaron Lyman (Kevin Tighe) her, der einen 50-Mio-Deal über die Bühne bringen will. Weil Dooley Lyman so dicht auf den Fersen ist, will der den Cop umbringen lassen. Durch ein Wunder entkommt Dooley dem Anschlag.

Nachdem der Polizist den kleinen Ganoven und Spitzel Freddie (John Snyder) auf recht unkonventionelle Art dazu bringt, ihm zu verraten, wo Dooley nach den Drogen suchen soll, beschafft der sich vom K-9-Beamten Brannigan (Ed O’Neill) einen Spürhund. Brannigan will aber keinen seiner guter Hunde rausgeben. Deshalb endet Dooley mit Jerry Lee. Der Hund frisst Chili und hat eine Abneigung gegen Rücksitze. Dooley und Jerry Lee verstehen sich nicht auf Anhieb.

Lyman lässt Tracy (Mel Harris), die Freundin von Dooley, kidnappen. Damit will er den nervigen Polizisten endlich zum Schweigen bringen, doch Dooley gibt sich nicht geschlagen. Der grummelige Polizist dreht durch.

Meinung von

In der Blütezeit der Buddy-Cop-Movies, also zu der Zeit, wo Filme "in" waren, in denen man zwei gegensätzliche Polizisten ins Rennen schickte, kam Mein Partner mit der kalten Schnauze (Gott, was lobe ich mir da den Original-Titel …) mit einer originellen Idee daher. Waren es zuvor Alt und Jung (Lethal Weapon) oder Upper-Class und Lower-Class (Beverly Hills Cop) oder ordentlicher Polizist und chaotischer Polizist (Schlappe Bullen beißen nicht), kombiniert Mein Partner mit der kalten Schnauze einen Polizisten und einen Hund. Ein Sub-Genre war geboren.

Der Film ist eine harmlose Komödie, die vor allem in ihrer Zeit wirkte. Heute ist er noch nett, aber damals war er echt gut. Komiker James Belushi ist, wie man es von ihm erwartet, nicht auf den Mund gefallen. Er plaudert fröhlich vor sich hin und geht auch ungewöhnliche Wege bei seinen Ermittlungen. Deshalb will auch niemand mit ihm arbeiten. Mike Dooley ist geradezu besessen von dem Drogen-Baron Lyman. Er setzt alles daran, ihn dingfest zu machen. Das belastet auch die Beziehung zu seiner Freundin Tracy. Lange schaut sie sich das nicht mehr an.

Da kommt Jerry Lee ins Spiel. Der Hund ist der – Achtung, dummes Wortspiel – Underdog im Hundezwinger. Also ein genau so unbeliebter Charakter wie Dooley. Jerry Lee ist irgendwo in der hintersten Ecke in einem Zwinger untergebracht, wo er die anderen Hunde nicht stören kann. Laut Ausbilder Brannigan hat der Hund wohl schon viele Einsätze hinter sich, wenn nicht sogar einige zu viel. Im Grunde haben wir hier also nicht gegensätzliche Charaktere, sondern ziemlich gleiche – nur aus unterschiedlichen, biologischen Ordnungen. Das sorgt für einige nette Lacher.

Also damals fand ich den tierisch lustig. Mittlerweile hat er sich auch der Zeit beugen müssen und ist nur noch nett. Lachen kann man aber noch. Mein Partner mit der kalten Schnauze ist jetzt auch nicht plötzlich unlustig geworden. – Was ich jedoch nie verstanden habe ist, wieso der Film noch mehrere Nachfolger hatte. Hat die auch nur irgendwer gesehen?

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