Filmplakat Massenmord in San Francisco
2,5/10

„Ein mieser Beruf. Man sieht nie was Schönes.“ (Massenmord in San Francisco, 1973)


Massenmord in San Francisco

Besprechung

Eines Nachts in ein einem Bus in San Francisco – ein Unbekannter erschießt alle Insassen in dem Verkehrsmittel. Die Polizei ist ob der Gewalt schockiert. Der beamte Jake Martin (Walter Matthau) wird ebenfalls zum Tatort gerufen. Was ihn und seine Kollegen schockiert: Unter den Toten ist auch ein Kollege von ihnen. Martin soll den Fall mit dem neuen Kollegen Larsen (Bruce Dern) aufklären. Das stinkt Martin mächtig. Der Tote war sein Partner und Larsen kann er nicht ab.

Die Untersuchungen gehen schleppend voran. Es wird in der Drogenszene ermittelt, weil ein Opfer ein Junkie war. Doch die Spur scheint ins Leere zu laufen.

Martin stellt fest, dass sein ehemaliger Kollege nichtpur mit einer Prostituierten zusammen war, sondern darüber hinaus sie und das Revier belogen hat. Der Tote hat an einem alten Fall von Martin gearbeitet. Vor einigen Jahren kam es zu einem Lustmord an einer Frau und Martin konnte dem Verdächtigen nichts nachweisen. Wieso hat der Kollege an diesem kalten Fall gearbeitet? Ist das die ersehnte heiße Spur in dem Massenmord-Fall?

Meinung von

Es gibt ja gute Krimis aus den 1970ern. Der absolute Klassiker ist natürlich Dirty Harry. An den kommt Massenmord in San Francisco aber überhaupt nicht ran. Walter Matthau spielt einen müden Polizisten, der seit Jahren an einem Fall zu knabbern hat. Ein Polizist, der in seiner Arbeit aufgeht. Darunter leidet auch sein Familienleben. Davon abgesehen spielt Matthau ohne Elan. Er ist absolut blass in dieser Rolle. Da hat der nervige Larsen, also Bruce Dern, noch mehr Ecken und Kanten.

Irgendwie ist Massenmord in San Francisco ein seltsamer Film mit viel überflüssigem Tamtam. Der Mord passiert innerhalb der ersten fünf Minuten des Films. Die Polizei ist dann aber Minute sechs da und für beinahe zehn Minuten passiert so gut wie nichts. Die Polizisten laufen mehr oder weniger planlos über die Leinwand, reden durcheinander, lassen sich darüber aus, dass ein Opfer sechs Kondome in der Tasche hatte. Was zum Teufel? Wen interessiert das? Diese Momente von "Das tut doch jetzt nicht zur Sache!" kommen über den Film verteilt immer wieder vor. Anstatt beinahe zwei Stunden Laufzeit hätte man das Ding auch auf 70 Minuten zusammen schrumpfen lassen können.

Seltsam ist der Streifen auch, weil gefühlt aus heiterem Himmel über sexuelle Praktiken hergezogen wird. Sei es die Nacktfotos einer Freundin oder die Homosexualität des Verdächtigen. Das ist irgendwie alles sehr befremdlich. Vielleicht ist das einfach nur ein Ding der 70er … Wobei – waren die nicht eher sexuell befreit? Wo kommt das her?

Wohl typisch für die 70er ist hingegen die ablehnende Haltung der Bevölkerung der Polizei gegenüber. Jeder schimpft andauernd Scheiß Bullen!. Die Polizei ist hier klar "der Feind".

Die Ermittlungen sind langweilig, von viel unnützen Dingen durchdrungen und das Ende des Films ist auch nur *määhh*. Da jagen die Polizisten den Verdächtigen so lange durch die Stadt, bis der sich in einen Bus zurückzieht und sein Maschinengewehr wieder zusammenschraubt. Ein, zwei Schüsse und der Film ist fertig. Was? Hä

Also der Streifen ist bei mir nach Sichtung auf den "Kann weg"-Haufen gelandet.

Ich habe übrigens keine Ahnung, wie man von dem Original-Titel auf den deutschen Titel kommt. Der Streifen lief in Deutschland auch unter dem Namen Endstation Mord. Ich verstehe übrigens auch nicht, wie der englische Titel zustande gekommen ist. Matthau lacht kein bisschen.

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