Filmplakat Männer, die auf Ziegen starren
7,5/10

„Ich war wohl bilokal abgelenkt.“ (Männer, die auf Ziegen starren, 2009)


Männer, die auf Ziegen starren

Besprechung

Dies ist die Geschichte von Bob Wilton (Ewan McGregor). Bob ist Reporter bei einem Käseblatt und nach einer kleinen Krise findet er sich im Irak wieder, um seiner Ex-Ehefrau … — Quatsch. Er hockt in Kuwait und würde gerne in den Irak. Da trifft er Lyn Cassady (George Clooney). Von dem hat er doch schon mal etwas gehört? Stimmt, das soll ein parapsychologischer Soldat gewesen sein, der beste seiner Art. Bob wittert eine Story und hängt sich Lyn an die Fersen.

Der Ex-Soldat wurde reaktiviert und hat eine Mission — im Irak. Auf dem Weg zu dieser geheimen Geheimmission lernen wir mehr über die parapsychologischen Soldaten, die auch Jedi-Krieger genannt werden. Diese speziellen Soldaten waren Teil der New Earth Armee. Sie kämpften ohne Waffen um Kriege zu verhindern. Ober-Schamane der Truppe war Bill Django (Jeff Bridges), der eine Wahnsinnstruppe formte. Lyn war sein bester Schüler, äh, Soldat.

Doch irgendwann schlich sich eine Natter in die Idylle der New Earth Armee: Larry Hooper (Kevin Spacey), der einen Hass auf Lyn entwickelte — und irgendwie ein Arschloch ist.

Nun also sind Bob und Lyn auf dem Weg durch die irakische Wüste mit einem geheimen Geheimauftrag.

Meinung von

Ich hätte Männer, die auf Ziegen starren gerne 10 Moviejunkie-Punkte gegeben. Wirklich. Ich habe mich königlich amüsiert. Der Film ist von der ersten Minute an — okay, vielleicht auch erst von der fünften an — urkomisch. Völlig durchgeknallt der Streifen. Ich stehe auf diesen Humor. Der Autor der Buchvorlage, Jon Ronson, muss vermutlich viele Drogen konsumiert haben, um auf solche irrwitzigen Einfälle zu kommen.

Allerdings bricht der Film zum letzten Viertel hin ein. Mir wurde klar, dass der Streifen auch irgendwann mal ein Ende, einen Abschluss haben muss. Doch dann kam schon die Erkenntnis, dass er die ersten Dreiviertel auch keine große Handlung hatte. Wie soll sich da ein Ende finden lassen? Bis dahin plätscherte er vor sich hin und war eine Aneinanderreihung von Gags, die durch einen dünnen roten Faden zusammengehalten worden.

Männer, die auf Ziegen starren hat ein schwaches Ende und im Endeffekt auch keine Aussage, keinen Inhalt. Es ist eine verrückte Grundidee, klasse Schauspieler in lustigen Rollen, aber irgendwas fehlt. Schade.

Trotzdem kann man sich den Film sehr gerne anschauen, wenn man sich, sagen wir mal 70 Minuten lang (Film dauert 94 Minuten insgesamt) auf eine bunte, drogengeschwängerte, extrem lustige Reise einlassen möchte. Der Schluss ist hingegen nur so lala. Abgesehen von der Verwirrung aufgrund der Frage "Was sollte mir der Film sagen?" bin ich jedenfalls mit einem breiten Grinsen und vielen lustigen Zitaten im Kopf aus dem Kino gekommen.

George Clooney sehen wir in mehreren Verkleidungen über die Jahre, in denen sein Charakter zum Jedi-Krieger heranreifte. Der Beau dürfte viel Spaß bei der Rolle gehabt haben. Clooney, McGregor und Bridges gefallen sehr gut. Für Spacey blieb leider nicht viel übrig. Seine Rolle ist eher mager und so sehen wir nicht viel von ihm.

Na schön, will ich es doch noch einmal versuchen und eine Aussage für diesen Film finden. Ich denke, es könnte eine dieser klassischen Hippie-Film-Aussagen sein: Wir brauchen mehr Liebe und Verständnis für einander, und jedes Individuum benötigt eine Aufgabe, etwas woran man glauben kann — dann wird das was mit uns hier auf dieser Welt und dem gemeinsamen Miteinander.

Oh, und bewusstseinserweiternde Drogen sind auch recht hilfreich.

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