Filmplakat Jurassic World: Das gefallene Königreich
6,5/10

„Ich lass' mir den Vortritt. So bin ich nun mal.“ (Jurassic World: Das gefallene Königreich, 2018)


Jurassic World: Das gefallene Königreich

Besprechung

Drei Jahre sind vergangen seit den katastrophalen Ereignissen auf der Isla Nublar. Der Vergnügungspark “Jurassic World” ist verlassen, die Dinosaurier haben sich auf der Insel ausgebreitet. Eigentlich könnten sie sich dort einfach vermehren und gut ist, doch auf der Insel ist ein Vulkan, der wieder aktiv wird und alle Dinosaurier auszulöschen droht. Die ehemalige Leiterin des Parks, Claire Dearing (Bryce Dallas Howard), versucht Gelder und Stimmen für die Rettung der Tiere zu gewinnen. Doch die Politik versagt ihr Hilfe. Sollen die Urviecher doch sterben.

Der sterbenskranke Millionär Benjamin Lockwood (James Cromwell) lässt nach Claire schicken. Sein Assistent Eli Mills (Rafe Spall) erklärt ihr, dass Lockwood sich bereit erklärt hat, die Tiere zu retten und auf eine neue Insel zu bringen. Lockwood hat seinerzeit mit dem Gründer des Jurassic Parks, John Hammond, gearbeitet. Mills braucht Claires Hilfe, um das Ortungssystem auf der Insel zu reaktivieren. So kann man die Dinos schneller ausfindig machen und retten. Wichtig ist Mills ein ganz besonderer Dinosaurier: der Velociraptor Blue. Deshalb muss Claire versuchen Owen Grady (Chris Pratt) dazu zu überreden, mit auf die Insel zu kommen.

Dort angekommen, werden Claire und der Techniker Franklin Webb (Justice Smith) schnell von den Männern des Expeditionsleiters Ken Wheatley (Ted Levine) eingesperrt. Owen und die Paläo-Veterinärin Zia Rodriguez (Daniella Pineda) werden überrumpelt und teils auf der Insel zurückgelassen. Isla Nublar ist im Begriff unterzugehen. Mills hat ein falsches Spiel gespielt und andere Interessen als nur eine simple Dino-Rettungsaktion im Sinn.

Meinung von

Das Wichtigste vorweg: Ian Malcom (Jeff Goldblum) ist wieder da! Gealtert und mit Hemd an, aber er ist wieder da! Wir sehen Malcom in einer Anhörung vor Politikern. Der Mathematiker ist immer noch ein Gegner dessen, was die Menschen mit den Dinos gemacht haben. Sollen sie doch sterben. Sie hatten ihre Chance. Malcom stellt fest, dass die Menschen zwar Technik schaffen, damit aber nicht umgehen können. Sie nutzen die Technik zerstörerisch oder die Technik wendet sich gegen sie. Also müssen die Dinosaurier weg. Das ist ein Grundgedanke des Films. Okay, das war auch in den vorherigen Filmen ein Thema, aber hier wird es noch einmal sehr, sehr deutlich für die letzten Idioten erklärt.

Mills hat das Geld von Lockwood genommen. Er sollte es vermehren und das hat er gemacht. Sein Plan: Dinosaurier an die Meistbietenden verkaufen. Was die Käufer damit machen ist ihm egal. Sollen sie doch daraus Waffen machen. – Das macht er auch. Im Keller von Lockwoods Anwesen (das unverständlicher Weise unentdeckt geblieben ist, obwohl es Zugänge für LKWs zu haben scheint) hat der gute alte Dr. Wu (BD Wong) aus den Überbleibseln des Indominus rex aus Jurassic World ein neues Monster geschaffen. Der Indoraptor soll als Waffen eingesetzt werden. Er soll durch die Prägung durch Blue an den Menschen gebunden werden, so dass man ihn als zerstörerische Killermaschine einsetzen kann. Der Prototyp ist noch etwas fehlerhaft und ... also ... roh.

Die Geschichte ist soweit in Ordnung. Die Effekte sind eine gute Mischung aus praktischen und computeranimierten. Regisseur J.A. Bayona vermischt Animatronic und CGI gekonnt. Claire läuft diesmal ohne Highheels durch die Lande. Obwohl ihr erster Auftritt die Lachnummer aus dem ersten Teil noch einmal ironisch aufnimmt. Überhaupt beinhaltet Jurassic World: Das gefallene Königreich recht viele Anspielungen.

Wenn der Indoraptor die Enkelin von Lockwood, Maisie (Isabella Sermon), verfolgt und sich die Kleine in dem Essensaufzug verkriecht, versucht die Tür verzweifelt zu schließen – das erinnert stark an den ersten Jurassic Park, wenn Lex die Schiebetür eines Schranks in der Küche zumachen will. Später kommt der miese Dino ins Zimmer der Kleinen. Dabei öffnet er die Balkontür wie einst die Velociraptoren die Tür zur Küche. Das Getappe mit der großen Kralle haben sie sich auch abgeguckt vom Original. Der spanische Regisseur Bayona ist zwei Jahre jünger als ich. Vermutlich hat er Jurassic Park auch so oft im Kino gesehen wie ich ...

Jurassic World: Das gefallene Königreich ist ein netter Dino-Streifen. Ich befürchte nur, dass wir langsam zu satt sind. Dabei wird da noch ein dritter Streifen kommen. Vermutlich wird Maisie auch eine Rolle spielen in der nächsten Geschichte. Das "Geheimnis" um ihre Vergangenheit war allerdings sehr offensichtlich und schnell gelöst. Daraus könnte sich noch etwas entwickeln. Ich tippe ja darauf, dass im letzten Teil die Dinos ein sehr großes Problem für die Menschen geworden sind. "Planet der Dinos" oder so ...

Wieso war der Vergnügungspark in den drei Jahren so verfallen und von der Natur wieder eingenommen? Recht unglaubwürdig. Auch die Tatsache, dass in den vorherigen Filmen Dinos mit massiven Käfigen transportiert wurden, hier aber recht kleine Käfige mit dünnen Gittern ausreichen. Schon seltsam. Da hilft auch nicht ein oller Transportcontainer drum herum. Die käfige waren gefühlt alle durch dünne Stifte gesichert. Hmm. Und die junge Urzeittierärztin kommt auch völlig unglaubwürdig rüber.

Es gibt eine Einstellung, die Regisseur Bayona gut gemacht hat. Sie wollten die Isla Nublar bewusst zerstören und untergehen lassen, weil sie im dritten Teil nicht schon wieder dahin zurück wollten. Okay. Also lassen sie die Insel in einem riesigen Explosions- und Ascheregen untergehen. Unsere helden konnten sich gerade noch auf ein Schiff retten, die Aschewolke rollt gen Ufer und am Kai steht ein Brachiosaurus, der traurig heult. Vielleicht bin ich mittlerweile weich, aber das hat schon einen Kloß im Hals verursacht. Das ging ans Herz. Der arme Riese.

Na, egal. Nette Unterhaltung, die ich gerne im Kino gesehen hätte. Aber den Streifen gab es mal wieder nur in verkacktem 3D. Leute, so geht das nicht. Das nervt echt!

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