Filmplakat Infini
3/10

„We're not in control here.“ (Infini, 2015)


Infini

Besprechung

Im 23. Jahrhundert ist die Armut so groß, dass die Menschen jeden Job annehmen und sei er noch so gefährlich. Einer der gefährlichsten – aber auch am besten bezahlten – ist das Arbeiten an weit entfernten Orten, irgendwo im Weltall. Um dorthin zu gelangen, werden die Menschen in Daten umgewandelt und per Slipstream zum Bestimmungsort gebracht.

Infini ist eine Mine am äußersten Rand des Universums. Nachdem es dort zu einem Unfall kam, wird eine Suchmannschaft nach Infini geschickt. Als sie nur wenige Sekunden später wieder zurückkommt, sind die Männer und Frauen scheinbar dem Wahnsinn verfallen und legen das Hauptquartier der Westküsten-Rettungsmannschaft in Schutt und Asche. Whit Carmichael (Daniel MacPherson) kann gerade noch vor der Notversiegelung des Stützpunkts den Slipstream benutzen.

Ein Rettungsteam der Ostküste wird nach Infini geschickt, um Carmichael zu retten. Dort angekommen, finden sie zunächst jedoch nur Tod vor. Die Entfernung zu Infini erzeugt starke temporale Störungen. 52 Sekunden auf der Erde sind 24 Stunden auf Infini – 24 Stunden voller Gefahr. Das Rettungsteam und der gefundene Carmichael sind nicht alleine.

Meinung von

Im Vorspann wird erwähnt, dass die Menschen beim Benutzen des Slipstreams in Daten zerlegt werden und es beim Zusammensetzen zu Datenverlust kommen kann. Daher ist dieses "Fortbewegungsmittel" so gefährlich. Erinnert ein wenig an das Teleportieren aus Star Trek. Hier hätte ich gerne die Geschichte sich hinentwickeln gesehen. Stattdessen bekommt man eine Mischung aus Event Horizon und – ganz weit entfernt – Das Ding.

Eine außerirdische Lebensform lässt die Menschen ausrasten und Amoklaufen. Die Idee ist nicht neu. Die Umsetzung mit den teils schnellen Schnitten, mitten im Gespräch zweier Protagonisten, wobei diese von Schnitt zu Schnitt die Position wechseln – das ist so verwirrend, wie es in Event Horizon zehnmal besser umgesetzt wurde. War es bei Event Horizon verstörend und angsteinflößend, ist es in Infini nur konfus.

Carmichael war schon viele Tage in der Mine und hat angesehen, wie die Menschen sich gegenseitig zerfleischt haben. Er konnte überleben. Wieso er allerdings erst das Rettungsteam brauchte, um das Wissenschaftslabor aufzusuchen und dem Geheimnis hinter dem Massaker auf die Spur zu kommen … bleibt mir ein Rätsel.

Am Ende dieses schwachen SciFi-Films aus Australien gibt es noch eine moralische Keule mitten ins Gesicht. Aber so platt, da fehlt jede Eleganz. Die Auflösung ist zu offensichtlich und dadurch langweilig. Tatsächlich bin ich während des Films mehrfach fast eingeschlafen. Einmal bin ich es wohl sogar … Schade. Es gibt so wenige SciFi-Filme, da freut man sich immer wieder, wenn man einen sehen darf. Aber Infini bietet nichts Neues, die Machart ist wirr, die Schauspieler nicht überzeugend.

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