Filmplakat Inception
9,5/10

„Wahre Inspiration kann man unmöglich fälschen.“ (Inception, 2010)


Inception

Besprechung

Cobb (Leonard DiCaprio) und seine Helfer sind darin spezialisiert, in Träume von Menschen einzubrechen und ihnen Geheimnisse zu entreißen. Eines Tages kommt der Industrielle Saito (Ken Watanabe) auf Cobb zu und bietet ihm “einen letzten Job” an. Dieser soll es Cobb ermöglichen, endlich wieder seine Kinder zu sehen. Dafür soll er in den Kopf von Robert Fischer (Cillian Murphy) eindringen um dort “einen Gedanken zu pflanzen”. Also nichts rausholen, sondern reinbringen. Und das so, dass Fischer nicht mitbekommt, dass diese Idee nicht seine eigene ist.

Zusammen mit der jungen Architektin Ariadne (Ellen Page), seinem Kumpel Arthur (Joseph Gordon-Levitt) und Eames (Tom Hardy) tüftelt Cobb einen Plan aus. Ein Traum in einem Traum in einem Traum — etwas, das unmöglich zu sein scheint, soll bei Fischer die Saat für einen Gedanken setzen.

Doch der Clou geht schief. Fischer ist gegen Traumangriffe gefeit — und Cobb bringt zudem noch etwas mit in die Traumwelt, das dort nichts zu suchen hat und alle in Gefahr bringt.

Meinung von

Im Vorfeld wurde viel gerätselt, wovon Inception handeln würde. Hauptdarsteller DiCaprio soll gesagt haben, dass er selbst beim Drehen nicht ganz sicher war, was er da spielt. Kann aber auch nur PR gewesen sein — egal. Als der Film dann in die Kinos kam: Großes Hallo! Einer der intelligentesten Filme und wohl das Beste, was das Kinojahr 2010 zu bieten habe, hieß es in der Presse.

Kann ich nur zustimmen. Ein toller Film. Den Streifen gab es das erste Mal in der Streit's (†)-Sneak, das zweite Mal dann im Cinemaxx. Zweimal angeschaut, nicht weil ich ihn nicht verstanden hätte, sondern weil er so toll ist. Man hat das Gefühl etwas Großem beizuwohnen, wenn Cobb und seine Kumpels diesen Coup planen und ausführen.

Die Geschichte ist intelligent und plätschert nicht einfach so dahin. Die Idee der verschiedenen Traumebenen und der unterschiedlich schnell laufenden Zeit ist sehr interessant. Man überlegt schon mal, wo sich die Protagonisten gerade aufhalten, in welcher Ebene, in wessen Unterbewusstsein.

Die Trickeffekte sind wie lactosefreie Sahne auf gezuckerten Erdbeeren an einem lauen Sommerabend. Einfach nur großartig. Wir kennen alle diesen alten Trick mit dem rotierenden Zimmer und der festen Kamera, in dem uns suggeriert wird, die Menschen könnten an den Wänden laufen. Inception treibt das auf ungeahnte Höhen, wenn Arthur und seine Gegner in einem Hotelgang an den Wänden und der Decke entlanglaufen, die Kamera sich dabei vor und zurückbewegt. Nicht nur ein Gang ist die Spielwiese, sondern Seitengänge und Zimmer auch. Wahnsinn. Richtig atemberaubend sind jedoch die Einstellungen mit der Schwerelosigkeit! Oh-mein-Gott! Genial.

Inception handelt von Träumen, vom Unterbewusstsein des Menschen und vor allem von der Liebe. Cobb kann von seiner Frau Mal (Marion Cotillard) nicht ablassen. Wir erfahren die komplizierte und intensiv dargestellte Beziehung zwischen den Beiden.

In Christopher Nolans jüngstem Streich haben wir tolle Schauspieler, eine klasse Idee, fantastische Tricks, Tempo und ein wenig Witz. Schade fand ich, dass Ellen Pages Rolle etwas unterging. Nur eine kleine Nebenrolle.

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