Filmplakat Flash Gordon
6/10

„Ha, ich wusste es konnte nur eine der Primzahlen der Zeitmann-Serie sein. Ich hab mich auch nicht geändert.“ (Flash Gordon, 1980)


Flash Gordon

Besprechung

Der Football-Spieler Flash Gordon (Sam J. Jones) beendet gerade seinen Urlaub, als er Dale Arden (Melody Anderson) trifft. Im kleinen Jet soll es zurück in die Zivilisation gehen. Allerdings kommt ein sehr seltsames Unwetter auf. Flash und Dale müssen notlanden und krachen ins Labor von Dr. Hans Zarkov (Topol), einem ehemaligen NASA-Wissenschaftler, der sich mit der Aussage, dass die Erde von außen angegriffen werden, aus den Reihen der Behörde buxiert hat. Mann, sollten die bei der NASA sich geirrt haben! Imperator Ming (Max von Sydow), der in einer fernen Galaxis herrscht, bringt den Untergang der Erde, in dem er den Mond langsam auf die Erde zusteuern lässt.

Zarkov, Flash und Dale starten mit einer Rakete. Zarkov will bei den noch unbekannten Angreifern vorsprechen und die Menschheit retten. Einen Flug durch einen Raumwirbel später befindet sich die Drei auf dem Planeten Mongo. Der grausame Ming nimmt das Trio gefangen. Zarkov lässt er das Gehirn leeren, Dale soll seine Frau werden und Flash wird in der Gaskammer hingerichtet.

Doch Flash hat einen Helfer. Mit der Hilfe von Mings Tochter Prinzessin Aura (Ornella Muti) überlebt Flash. Die durchtriebene Prinzessin bringt den Erdenmann zu den Waldbewohnern unter der Führung ihres Geliebten, Prinz Barin (Timothy Dalton). Der findet den Gedanken, diesen Menschen zu beschützen gar nicht attraktiv und versucht, Flash loszuwerden.

Meinung von

Was soll man sagen? Flash Gordon ist Kult. Er ist schlecht, aber auch Kult. Flash Gordon als Comic, geschaffen von Alex Raymond aus den 1930ern, hatte schon lange lange Fans auf seiner Seite. Natürlich musste dann – als es die Zeit erlaubte – auch ein Film her. Die Menschen waren dank Star Wars gerade alle heiß auf SciFi, da wollte Produzent Dino De Laurentis, der z.B. auch Krieg und Frieden produzierte, oder die Space-Oper Barbarella, ebenfalls mit auf den Zug aufspringen. Man nahm mit Sam J. Jones einen sehr unbekannten Schauspieler, der sich vorher noch für Playgirl ausgezogen hatte, stellte ihm den Palästinenser Topol, die italienische Sexbombe Ornella Muti und Max von Sydow zur Seite. Was kann da schon schief gehen?

Der oben erwähnte Star Wars hatte ein Budget von 11 Millionen Dollar, Flash Gordon hatte satte 20 Millionen – kommt aber in so vieler Hinsicht nicht annähernd an Star Wars heran. Die Kostüme sind billig und schrill. Das kann man noch vielleicht damit erklären, dass man einen Comic verfilmte. Die sind auch immer bunt. Aber das ist es wohl gar nicht. Flash Gordon ist einfach "billig". Die Geschichte ist so la la – Erdenmensch kommt nach Mongo und wird zum Revolutionsanführer und vereint zwei verfeindete Stämme gegen einen fiesen Imperator –, die Dialoge teils unterirdisch, ebenso das Schauspiel. Sam J. Jones erhielt auch prompt eine Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechtester Schauspieler.

Wieso hat der Film dann einen Kult-Charakter erlangen können? Zum einen muss man sagen, dass man, wenn man unkritisch ist, den Film schon toll finden kann. Aber der Hauptgrund, warum der Film – der übrigens damals ein Flop war – heute so kultig ist, das ist a) die Tatsache, dass er schlecht ist. Und b) die Musik von Queen. Die britische Rockband hat die Musik zu dem Streifen geschrieben, zu einer Zeit, als die Musik in einem Film noch wichtig war und man damit dickes Geld hat machen können. Queen macht die Musik? Das muss gut sein. Das ist gut! Dabei singt Freddie nur auf drei Stücken von 17. Dafür ist Brian Mays Gitarre in den meisten Stücken unverkennbar.

Aber der Rest ist eher mau. Man sieht die Fäden an den Falkenmännern, Raumschiffe haben die für damals typischen Zelluloid-Ausschnitte um sich herum und meine Lieblingsaufreger-Szene schlecht hin: Flash kämpft gerade mit Prinz Barin auf einer beweglichen Scheibe, die frei in der Luft schwebt – hoch oben in einer Stadt in den Lüften. Barin hat die Überhand gewonnen und würgt gerade Flash. Der kämpft um sein Leben, ringt um Luft. In diesem Moment plärrt Dale Arden, dass sie ja Flash lieben würde, aber man habe nur noch 14 Stunden Zeit, um die Erde zu retten. So quasi als Aufforderung doch mal hinne zu machen. Alte, halt die Schnauze! Der Typ kämpft gerade ums nackte Überleben!!

Natürlich hat der Film neben seltsamen Wortschöpfungen ( Wir müssen aufhören zu telepathieren.) auch die eine oder andere Unlogik im Köcher. Wenn Zarkov und Co. elf Tage Zeit haben, bis der Mond mit der Erde kollidiert, wieso fallen dann schon am ersten Tag Mondgesteinsbrocken auf die Erde? Die Szene, in der Dr. Zarkov auf einer Art Liege festgeschnallt ist und der Geistauflöse-Laser gleich sein Hirn entleeren soll – das erinnert schon mächtig an Goldfinger, wo James Bond gleich von einem Laser zweigeteilt werden soll.

Auch wenn der Film schlecht ist, sollte man ihn mal gesehen haben.

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