Filmplakat Hänsel und Gretel: Hexenjäger
3,5/10

„Whatever you do, don't eat the fucking candy.“ (Hänsel und Gretel: Hexenjäger, 2013)


Hänsel und Gretel: Hexenjäger

Besprechung

Es ist Hexenverbrennungszeit in Augsburg. Der hiesige Bürgermeister hat die Geschwister Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) angeheuert, um verschwundene Kinder wiederzufinden. Man ist sich sicher: Hexen müssen die Kinder entführt haben.

Tatsächlich finden Hänsel und Gretel die Spur der Groß-Hexe Muriel (Famke Janssen), die in den umliegenden Wäldern ihr Unheil treibt. Gretel, die immer erst Beweise braucht und nicht gleich losschießt, findet heraus, dass die Hexe insgesamt zwölf Kinder benötigt, um in der bevorstehenden Blutmond-Nacht ein grausames Ritual zu vollführen.

Zusammen mit dem “Fanboy” Ben (Thomas Mann) und der weißen Hexe Mina (Pihla Viitala) begeben sich Hänsel und Gretel auf Hexenjagd.

Meinung von

Einer dieser Filme, bei denen man den Trailer sieht und sich denkt, das könnte was werden. Dann sitzt man - zufällig in der Sneak - in dem Film und muss sich eingestehen: der ist schlecht. Die Story ist in Ordnung; klassisch möchte man sagen — für ein Märchen. Die Umsetzung ist dann doch holperig. Ein wenig wird man an den ebenfalls völlig vergeigten Van Helsing erinnert. Es ist zwar Anfang des 19. Jahrhunderts, aber unsere Helden haben u.a. Maschinengewehre. Hmm.

Gemma Arterton ist nett anzuschauen, ihre einzige wirkliche Stärke in Hänsel und Gretel scheint jedoch das Gefluche zu sein. Eine sehr zeitgenössische Sprache gesellt sich zu ebenso zeitgenössischen Waffen. Die Hauptfiguren bleiben blass. Da sticht Famke Janssen als böse Hexe weitaus mehr hervor. Aber ich denke, einen Bösewicht zu mimen ist eh stets die dankbarere Rolle.

Der norwegische Regisseur Tommy Wirkola dachte sich wohl, den Film könne man mit 3D aufwerten (okay, Regisseure werden heutzutage von den Produktionsgesellschaften dazu verdonnert 3D zu machen ...) und was gibt es Schöneres, als spritzendes Blut in 3D? Gesagt, getan. Hänsel und Gretel hat einige explodierende Körper, zerhackte Hexenkörper und zerplatzende Schädel — das ist aber nicht wirklich Gore, sondern billige Effekthascherei für sich gruselnde, kreischende 16-Jährige. Also solche, die noch nie etwas von Splatter - was hier nicht vorliegt - gehört haben.

88 Minuten sind zum Glück schnell um und danach kann man ihn auch schon wieder vergessen. Einzig bemerkenswert ist das Hintergrundwissen, dass Hänsel und Gretel in Deutschland gedreht wurde. Die Innenaufnahmen wurden alle in den Filmstudios Babelsberg aufgenommen. Aber sonst?

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