Filmplakat Eroberung vom Planet der Affen
5,5/10

„Cäsar ist tot. Es lebe Cäsar.“ (Eroberung vom Planet der Affen, 1972)


Eroberung vom Planet der Affen

Besprechung

Vor zwanzig Jahren landeten sprechende, intelligente Affen auf der Erde. Ihr Abkömmling Cäsar (Roddy McDowall) wurde bei Zirkusdirektor Armando (Ricardo Montalban) versteckt, der ihn großgezogen hat.

Vor acht Jahren, also 1983, starben alle Hunde und Katzen durch einen Erreger. Die Menschen hatten keine Haustiere mehr. Daraufhin haben sie Affen als “beste Freunde der Menschen” benutzt. Irgendwann entdeckten sie, dass man Affen auch zu Hausarbeiten benutzen kann. Die Menschen hatten sich Sklaven geschaffen.

Cäsar und Armando kommen in die Stadt, um für den Zirkus zu werben, wobei der sprechende — aber schweigsame — Affe mitansehen muss, wie die Affen behandelt werden. Eine Unachtsamkeit führt dazu, dass Cäsar und Armando von den Behörden gejagt und getrennt werden.

Cäsar kommt in ein Affen-Ausbildungszentrum. Von dort gelangt er in die Obhut des Affen hassenden Gouverneurs Breck (Don Murray), der auf der Jagd nach dem gefährlichen sprechenden Affen ist und dabei nicht ahnt, dass dieser direkt vor seiner Nase ist. Cäsar plant derweil eine Revolution.

Meinung von

Da waren die Filmemacher wohl angeheizt, die Geschichte um den Plantenen der Affen weiterzuerzählen und zu erklären, wie es zum Untergang der Menschheit kam. Oder es sollte einfach nur Geld gemacht werden ...

Es ist schon amüsant anzusehen, wie man sich 1972 das Jahr 1991 vorstellte. Diese Zukunft war kalt, beherrscht von großen Betonbauten. Überall sind die versklavten Affen unterwegs und werden von einem Kontrollorgan, das sehr faschistisch daherkommt (zumindest vom modischen Standpunkt aus), bewachte, geschlagen und in Schach gehalten.

Der vierte Teil der Planet der Affen-Reihe zeigt uns als großes Thema diesmal nicht die Angst vor der Vernichtung durch Atomwaffen, nicht den Fremdenhass, sondern den unmenschlichen Umgang mit Sklaven — hier in Form von Menschenaffen. Eroberung vom Planet der Affen zeigt, wie Unterdrückte aufbegehren können. Dabei erhält Cäsar Unterstützung vom beim Gouverneur angestellten MacDonald (Hari Rhodes). Etwas platt, einen Afroamerikaner für die Rolle zu besetzen? Im ersten Moment schon, aber während der Revolution hat er einen wichtigen Einwand, den er Cäsar entgegen wirft. Das konnte nur ein Afroamerikaner machen. Also alles im grünen Bereich. Abgesehen davon schrieb Rhodes auch ein Buch, dass Rassismus und Diskriminierung zum Thema hatte.

Eroberung vom Planet der Affen ist nicht schlecht, hat aber doch viele Passagen, in denen nicht viel geredet wird. Wenn Cäsar mit den anderen Affen zusammen ist, die aber (noch) nicht sprechen können, ist das eben so. Die Handlungen während der eigentlichen Revolution waren mir dann auch zu lange.

Die Masken sind immer noch nicht besser geworden, besonders wenn man die Affen "nackt" sieht, also das volle Fell, sehen die Kostüme extrem billig aus.

So ist die vierte Planet der Affen-Inkarnation eine seicht dahin plätschernde Geschichte. Wer sich für die Reihe interessiert, wird recht ordentlich bedient. Wer quer einsteigt, wird wohl wieder schnell ausschalten.

Roddy McDowall spielt hier zum dritten Mal in einem Planet der Affen-Film mit. Nachdem er zweimal Cornelius gespielt hat, spielt er nun Cornelius' Sohn Cäsar. Die sehr kurze Zeitspanne zwischen den einzelnen Planet der Affen-Filmen lässt vermuten, dass sie alle schnell hintereinander geschrieben und abgefilmt wurden. Da gab es nicht viel Zeit, um an den Geschichten oder den Kostümen zu feilen. Man wollte wohl den Hype ausnutzen und abgrasen. Dennoch kann man sich Eroberung vom Planet der Affen "nebenbei" mal anschauen.

hoch