Filmplakat Flucht vom Planet der Affen
6/10

„Wir können sprechen, also habe ich gesprochen.“ (Flucht vom Planet der Affen, 1971)


Flucht vom Planet der Affen

Besprechung

Vor der Süd-Küste Kaliforniens landet ein Raumschiff. Das Militär spielt Empfangskomitee und holt die Astronauten ab. Aus der Kapsel steigen drei Raumfahrer, die sich beim Abnehmen der Helme als Schimpansen entpuppen. Was für ein Schock.

Die drei Affen werden in einem Zoo untergebracht, wo sie vom Psychologen Dr. Dixon (Bradford Dillman) und seiner Assistentin Dr. Stephanie Branton (Natalie Trundy) betreut und untersucht werden sollen. Die Affen, bei denen es sich um Dr. Zira (Kim Hunter), ihren Mann Cornelius (Roddy McDowall) sowie Dr. Milo (Sal Mineo) handelt, sind zunächst verschwiegen, doch die vorlaute Zira kann den Mund nicht halten. So erfährt Dr. Dixon von der Existenz intelligenter, sprechender Affen. Dixon und Branton sind begeistert und den Affen friedlich gesinnt. Doch kann man so eine Entdeckung nicht verheimlichen. Dixon stellt die Affen einer Kommission vor, die vom Präsidenten höchstpersönlich ins Leben gerufen wird. Als Vorsitzender wird Dr. Otto Hasslein (Eric Breaden) eingesetzt.

Die Menschheit nimmt die Ankunft der Schimpansen positiv auf, allerdings verschweigen diese auch, dass sie aus der Zukunft kommen, in der die Menschen wie Tiere behandelt werden und in der die letzten Menschen zusammen mit den Affen für die Zerstörung der Welt verantwortlich sind.

Hasslein traut den Affen nicht und geht der Geschichte nach. Die Affen können dank der Hilfe von Dixon fliehen und die schwangere Zira ihr Baby im Zirkus von Armando (Ricardo Montalban) zur Welt bringen. Hasslein bleibt weiter auf der Spur der Affen und treibt sie in die Enge.

Meinung von

Im dritten Teil der Planet der Affen-Reihe gibt es keine Angst mehr vor atomarer Zerstörung. Viel mehr geht es um die Angst vor der Zerstörung der Menschheit und der Angst vor sprechenden Affen. Hasslein findet schnell heraus, dass die Affen mehr wissen, als sie zugeben wollen, schließlich kommt er auch hinter deren Geheimnis. Die drei Affen sind mit der Raumkapsel von Taylor (Charlton Heston) kurz vor der totalen Vernichtung der Erde gestartet und rückwärts in der Zeit gereist. Die Affen sind schlau genug, sich bedeckt zu verhalten. Als Hasslein klar wird, dass die Menschheit der Zukunft von Affen dominiert und ausgenutzt wird und die sprechenden Primaten gar für die Zerstörung der Erde (mit-)verantwortlich sind, setzt er alles daran, die Zukunft zu verändern.

Der eigentliche Gedanke von Planet der Affen ist nicht mehr vorhanden, stattdessen bekommen wir als Hauptmotiv Fremdenhass vorgesetzt. Das ist — behaupte ich einmal — ein permanentes Thema, nicht nur Anfang der 70er.

Die Umsetzung des Films ist solide, die Masken der Affen wirken mittlerweile sehr starr und gerade im Original hört man, wie sie die Schauspieler am Sprechen hindern. Der Gorilla im Nachbarkäfig des Zoos, der Dr. Milo hinterrücks umbringt, war ganz billig. Sein Kostüm sah aus, wie vom letzten Karneval übrig geblieben.

Flucht vom Planet der Affen weist einige Ungereimtheiten auf, die zu Punktabzug führen. Wie sind die Affen an das gesunkene (!) Raumschiff von Taylor rangekommen? Und so schnell. Hätten sie im zweiten Teil John Brent (James Franciscus) nicht davon erzählen müssen? Die Schwangerschaft von Zira ging irgendwie auch sehr schnell. Als sie im Museum umfällt und Hasslein erklärt, sie sei schwanger, kam das wie ein billiger Taschenspielertrick daher. Man hat vorher nichts davon mitbekommen, plötzlich ist sie trächtig und nur kurze Zeit danach kommt der Nachwuchs zur Welt. Na, wenn das nicht mal an den Haaren herbeigezogen ist ...

So bleibt Flucht vom Planet der Affen eine nette Unterhaltung, mit einigen harmlosen Witzen und im Rahmen bleibender Spannung. Waren die ersten beiden Teile so, dass man dachte, da käme nichts mehr nach, ist Flucht vom Planet der Affen klar auf eine Fortsetzung ausgelegt, bei dem Cliffhanger. Flucht vom Planet der Affen ist harmlos, trotz des brisanten Themas des Fremdenhasses. Der Streifen gibt ein wenig vom Flair der 70er wieder, was auch ganz nett anzuschauen ist. Die Sozialkritik der ersten beiden Teile fehlt. Außerdem kommt die "groovige" 70er-Jahre-Mucke etwas deplatziert vor.

Der Vollständigkeit halber ist noch zu bemerken, dass Roddy McDowall wieder Ziras Mann Cornelius spielt, wie im ersten Teil auch schon. Damit ersetzt er David Watson. Wieso der Wechsel in der Besetzung? Keine Ahnung ...

Lustig fand ich natürlich, dass bei den verschiedenen weltweiten Nachrichtensendern, die von der Ankunft sprechender Affen berichten, für Deutschland der "NDR Hamburg" ins Rennen geschickt wurde. Stand da breit auf dem Mikro. :-)

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