Filmplakat Dylan Dog: Dead of Night

5,5/10

"Dein Herz mag weiter schlagen, aber manchmal macht es dir nur etwas vor." — Dylan Dog: Dead of Night, 2010

Dylan Dog: Dead of Night

Besprechung

Es gibt sie wirklich, die Vampire, Werwölfe, Zombies und Ghule. Sie leben unter uns. Weil es zwischen den Monstern und den Menschen verständlicherweise zu gewissen „Spannungen“ kommen kann, gab es einst einen Vermittler zwischen den beiden Parteien. Der Privatdetektiv für Übersinnliches, Dylan Dog (Brandon Routh), war dieser Mediator. Bis seine Freundin umgebracht wurde. Seitdem ist Dylan im Vorruhestand. Er ermittelt nun nur noch in Scheidungs- und Versicherungsfällen.

Eines Tages kommt Elizabeth Ray (Anita Briem) auf ihn zu. Ihr Vater wurde von einem „riesigen, haarigen Monster“ ermordet. Die Polizei glaubt ihr nicht. Dylan lehnt den Fall ab. Erst als sein Assistent Marcus (Sam Huntington) ebenfalls ermordet wird, nimmt Dylan die Untersuchungen im Fall des ermordeten Antiquitätenhändlers auf.

Marcus ist tatsächlich nicht tot, er ist untot. Als Zombie hilft er weiterhin seinem Boss. Klar, Marcus muss sich noch an den Umstand gewöhnen, dass er fortan mit Bleichmittel duscht, aber er gibt sich redlich Mühe. Dylan kommt Schritt für Schritt dahinter, dass der Mord mit dem „Herz von Balial“ zu tun hat. Was das ist, wer genau hinter diesem „Herz“ her ist und wozu – das muss Dylan weiter untersuchen. Das Ergebnis ist auf alle Fälle nicht ungefährlich.

Meinung von

Eigentlich schade, dass niemand diesen Film kennt. Mag daran liegen, dass vor allem der US-amerikanische Markt alles zu verabscheuen scheint, dass nicht aus den Staaten kommt. Schon mal aufgefallen, dass erfolgreiche Filme aus Europa nicht in den Staaten laufen? Da wird alles, was Erfolg hat, sofort gekauft und nachgedreht. Mit amerikanischen Schauspielern. Geht ja nicht an, dass man etwas aus diesem rückständigen Europa zeigt. Da müsste man ja auch synchronisieren. Was ist das?

Dylan Dog ist eine US-amerikanische Produktion, die zugrunde liegende Figur stammt jedoch aus einer italienischen Feder. Tiziano Sclavi schuf die Geschichten um den Detektiv für Übernatürliches in den 1980ern. Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen erinnern ein wenig an eine Mischung aus Hugo Pratts Corto Maltese und dem Stil des US-amerikanischen Comiczeichners Kelley Jones. Davon merkt man in der Verfilmung natürlich nichts mehr.

Man merkt allgemein wenig vom Ursprung. Dylan Dog arbeitet im Comic in London, im Film hat man ihn nach New Orleans verfrachtet. Im Comic hat Dylan einen Gehilfen namens Groucho, der sehr nach Groucho Marx aussieht und immer dumme Sprüche von sich gibt. Im Film wollte man auf ein frisches Gesicht setzen und nahm Sam Huntington. Huntington und Dylan-Darsteller Routh haben schon in Superman Returns zusammengespielt. Die Chemie wollte man wohl ausnutzen. Gib dem Ami nichts, was er nicht kennt. Groucho Marx kennt der Ami natürlich, aber nicht in dem Zusammenspiel.

Mit Dylan Dog bekommt man einen netten Film um einen Privatdetektiv, der im übernatürlichen Milieu agiert. Für ihn sind Werwölfe, Zombies und Co. ganz normal. Es wird klar auf den komödiantischen Aspekt gesetzt, wobei die meiste Komik von Huntington ausgeht. Es ist nicht einfach zu akzeptieren, dass man tot und ein Zombie ist. Davon abgesehen kann Dylan Dog aber auch noch mit einem recht soliden Kriminalfall aufwarten. In der Umsetzung gibt es ein paar Lücken, da der Film aber nicht "ganz oben in der Riege der besten Filme" mitspielt, kann man darüber hinwegsehen.

So ist Dylan Dog eine nette Unterhaltung für Zombie- und Werwolfliebhaber. Die Figur des Dylan ist wie gesagt vom Comic-Vorbild ein gutes Stück abgerückt, aber okay. Übrigens: Der Grund warum Dylan in New Orleans und nicht in London auf Monsterjagd geht? Kosten. Der Film hatte nicht gerade ein großes Budget. Eine Filmcrew nach London zu verfrachten hätte einfach zu viel Geld gekostet. Und unterm Strich hat er noch weniger Geld eingebracht. Autsch. Das lief wohl nach dem Motto: Wenn es nicht von Marvel ist, kann es ja nicht gut sein ... Seufz.