Filmplakat Dragged Across Concrete
7,5/10

„We have the skills and the right tool to require proper compensation.“ (Dragged Across Concrete, 2018)


Dragged Across Concrete

Besprechung

Brett Ridgeman (Mel Gibson) und Anthony Lurasetti (Vince Vaughn) sind Cops. Wegen einer etwas uncharmanten Verhaftung eines Dealers werden beide suspendiert. Brett geht auf die 60 zu, seine Frau Melanie (Laurie Holden) hat MS und seine Tochter Sara (Jordyn Ashley Olson) wurde wiederholt angegriffen. Bett und seine Familie leben in einer beschissenen, herunter gekommenen Gegend. Die Suspendierung kommt äußerst ungelegen. Bett muss etwas unternehmen.

Der alte Ex-Cop besorgt sich Informationen über einen seltsamen Deal in einem Apartment, das es eigentlich nicht gibt. Er holt Anthony mit an Bord. Gemeinsam wollen sie den Verbrecher Lorentz Vogelmann (Thomas Kretschmann) ausnehmen. Dazu beobachten sie ihn und seine Schergen.

Unter den Komplizen befindet sich auch der ehemalige Knasti Henry Johns (Tory Kittles). Der hat ebenfalls seine Gründe für das krumme Ding.

Meinung von

Kein Film für Fastfood-Junkies. Kein Film für eine Generation von unaufmerksamen Mobiltelefon-Anstarrer. Dragged Across Concrete ist ein wahnsinnig langsamer Film. Langsam und dennoch irgendwie "dicht". Erst lernen wir den frisch aus dem Gefängnis entlassenen Henry kennen. Wie tickt der? Was ist ihm wichtig? Sein jüngerer Bruder Ethan (Myles Truitt), der in einem Rollstuhl sitzt und dem nichts anderes übrig bleibt als Computerspiele zu daddeln, der ist ihm wichtig.

Auch Brett und Anthony werden ausführlich und ruhig erklärt. Brett ist ein Cop, der nie die Hand aufgehalten hat oder der bei irgendwelchen politischen Spielchen mitgemacht hat. Das Ergebnis ist, dass er immer noch in der Kälte steht und auf Verdächtige wartet. Ehrlichkeit zahlt sich nicht aus. Die Krankheit seiner Frau und die Tatsache, dass seine junge Tochter bereits zum fünften Mal auf offener Straße angegriffen wurde, treibt Brett dazu, neue Wege zu gehen.

Wieso nicht ein bisschen Robin Hood spielen und die Bösen um ihr Geld bringen? Das Geld würde auch in die Taschen der Armen fließen. Anthony wird mehr oder weniger überrumpelt. Brett lässt seinen viel jüngeren Kollegen zunächst im Dunkeln. Partner halten zusammen und so macht Anthony mit.

Regisseur und Autor S. Craig Zahler hätte den kurzen Action-Weg wählen können. Dann wäre der Streifen kürzer, schneller, mit mehr ... naja ... Action. Aber stattdessen geht er den ruhigen Weg, der dem Zuschauer die Chance gibt, links und rechts zu schauen, was da noch so alles ist. Das langsame Tempo des Films wird unterstützt durch die Tatsache, dass wir kaum Musik hören. Auch das zwingt den Zuschauer dazu, sich mehr auf die Figuren zu konzentrieren.

Man kann sagen, dass Dragged Across Concrete ein Charakter-Film ist. Jede Figur wird intensiv beleuchtet und ergründet. Am Ende versteht man jeden Zug von jeder Person. Der Film ist mit seinem Tempo "realistisch", er hat etwas vom normalen Leben. Das ist auch kein Action-Film. Ist Dragged Across Concrete langweilig? Nein, ist er nicht. Man muss sich natürlich auf die ruhige Erzählweise einlassen können. Der Streifen hat einen sehr schönen Humor. Das sind keine Schenkelklopfer, sondern alles sehr subtile Witze.

S. Craig Zahler, Vince Vaughn, Don Johnson (spielt hier den Chef der beiden Polizisten), Udo Kier (spielt den Informanten) und Jennifer Carpenter (spielt ein Opfer der Bösewichte) haben alles bereits bei Brawl in Cell Block 99 zusammen gearbeitet. Der Streifen war unglaublich hart und gewalttätig. Dragged Across Concrete ist jetzt nicht unbedingt ein Streifen übers Blumenpflücken, im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist er mehr Charakterstudie. Gewalttätig ist er auch, aber weeeeeit aus weniger als Brawl in Cell Block 99.

Ich mochte Dragged Across Concrete, auch wenn er langsam ist.

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