Filmplakat Die Rückkehr der Jedi-Ritter
7/10

„Hey Lando, das ist 'n Männerwort, ja!? Kein einziger Kratzer!“ (Die Rückkehr der Jedi-Ritter, 1983)


Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Besprechung

Luke Skywalker (Mark Hamill) ist mittlerweile ein mächtiger Jedi-Ritter. Er dringt in die Burg von Jabba the Hutt ein, der Lukes Kumpel Han Solo (Harrison Ford) in Karbonit eingefroren als Wandschmuck hat. Luke kann Han und die ebenfalls gefangen genommene Leia (Carrie Fisher) befreien. So vereint können die Freunde zusammen mit der Allianz den Kampf gegen das böse Imperium weiterführen.

Unter der Leitung von Darth Vader (David Prowse) wird inzwischen ein neuer Todesstern gebaut, der noch tödlicher sein soll als sein Vorgänger. Da die Verteidigungsanlage des Todessterns noch nicht aktiv ist, wird er durch einen Energieschild geschützt, der vom nahen Waldmond Endor ausgeht. Wollen die Rebellen ein für alle mal das Imperium zerschlagen, müssen sie zunächst den Schild ausschalten und dann den im Bau befindlichen Todesstern zerstören. Was sich gut trifft, da der Imperator (Ian McDiarmid) auf der riesigen Raumstation weilt.

Han führt den Trupp an, der auf Endor den Energieschild außer Kraft setzen soll. Das muss schnell geschehen, ist die Flotte der Rebellen – unter der Führung von Lando Calrissian (Billy Dee Williams) – doch bereits im Anflug, um den Todesstern anzugreifen. Die Aktion ist allerdings gefährdet, weil der Imperator den Angriff vorhergesehen hat. Zum Glück bekommen Han, Leia, Chewbacca (Peter Mayhew) und Co. Unterstützung von den kleinen Ewoks, die im Wald leben und C-3PO (Anthony Daniels) für einen Gott halten.

Derweil stellt sich Luke seinem Vater und dem Imperator, um seine Freunde nicht in Gefahr zu bringen – nicht wissend, dass sie es schon längst sind.

Meinung von

Ganz ehrlich: Die Rückkehr der Jedi-Ritter ist der schwächste Teil der originalen Star Wars-Trilogie. Zwar findet hier die finale Konfrontation zwischen Luke und seinem Vater statt, das ist der Höhepunkt der Saga, aber die Art und Weise ist mau und teilweise ärgerlich. Da kann auch kein Fanboy-Blick drüber hinwegsehen.

Was bei Die Rückkehr der Jedi-Ritter passiert ist, ist, dass man nach sechs Jahren entdeckt hat, dass dieser Markt so viel Geld birgt, dass man ihn entsprechend geöffnet hat. Die Rede ist von den Ewoks. Mit diesen Viechern fing der Ausverkauf von Star Wars an. Man wollte ein jüngeres, zahlungskräftiges Publikum abholen. Es ging nicht mehr nur noch um die Geschichte im Film. Da waren mittlerweile viele Nebenkampfplätze entstanden – einer war der im heimischen Kinderspielzimmer. Das fing zugegeben schon bei Krieg der Sterne an, aber wie es so ist, wurde der Markt immer größer und wichtiger mit der Zeit. Ewoks sind meiner Meinung nach nur für Kinder da. Wir wollen aber eine Weltraum-Oper. Und welches Gör geht schon gerne in die Oper? Also wurde Die Rückkehr der Jedi-Ritter extrem weichgespült. Was dem Film schadet. (Mit Episode I und dem leidigen Jar Jar Binks sollte die kindgerechte Vermarktung noch auf die Spitze getrieben werden.)

Die Geschichte hinter Die Rückkehr der Jedi-Ritter ist ansonsten gut. Luke, mittlerweile ganz in Schwarz gekleidet (von Weiß über Grau kommend), steht sozusagen "auf der Kippe". Er hat seine dunkle Seite erkannt und akzeptiert. Jeder hat die, nicht nur Jedi-Ritter. Die Frage ist nun, ob er zur dunklen Seite wechselt, ob er sich dem Hass ergibt, oder ob er standhält und dem Guten treu bleibt. Dass der Imperator vor den Augen von Luke eine Schlacht vom Zaun bricht, in der seine Freunde leiden müssen, ist ziemlich schlau von dem Kartoffelgesicht. Doch unser Luke bleibt gut und kann sogar die reine Flamme in Anakin Skywalker wieder wecken, der sich schließlich gegen den Imperator stellt. Hurra!

Wenn dann bloß diese blöden Ewoks nicht wären ...

Schöne Momente hat Die Rückkehr der Jedi-Ritter natürlich auch, sogar ganz große. Da ist selbstverständlich der Traum eines jeden pubertierenden Jungen zu nennen: Prinzessin Leia im Bikini. Nicht ohne Grund laufen wohl auf jeder Convention Hunderte von Bikini-Leias herum. Auch nett ist die Idee, einen großartigen Moment aus Das Imperium schlägt zurück umzudrehen. Wenn Leia vor der Tür der Relais-Station angeschossen wird, sich ein Sturmtrupp nähert und die Prinzessin Han, der sich gerade über sie beugt, zu bedeuten gibt, dass sie gleich auf den imperialen Wachhund schießen wird, ist es diesmal Han, der sagt Ich liebe dich. und Leia antwortet mit dem großartigen Ich weiß..

Einziger grober Schnitzer, der mir aufgefallen ist, ist wenn C-3PO und R2-D2 (Kenny Baker) am Anfang durch die öde Landschaft Tatooins wandern, um zur Burg von Jabba the Hutt zu gelangen, erzählt C-3PO davon, dass Chewbacca und Lando in die Burg reingingen und nie wieder rauskamen. Dass sich Lando verkleidet hat und quasi als Spion auf seinen Einsatz wartet – ist okay. Aber wieso wird Chewy von Leia (verkleidet als Kopfgeldjäger) als Gefangener reingeführt? Ich denke, der ist schon lange da?

Über die Ewoks, die im entschiedenen Stadium der Schlacht einen Haufen Baumstämme zur Verfügung habe, wollen wir nicht reden.Aber vielleicht noch ein Wort zu diesem selten platten "Witz", wenn Chewy sich an einer Liane auf einen AT-ST schwingt und dabei den Tarzan-Ruf von sich gibt. Ich bitte Euch ... Nein! So was muss echt nicht sein. Das ist einfach nur peinlich.

George Lucas ist leider mittlerweile dafür bekannt, dass er sein eigenes Baby immer mehr ausschlachtet und kaputt macht. In der Neuauflage hat Lucas Tonnen von Füll-CGI reingestopft. Vermutlich weil er a.) total auf CGI steht und b.) weil dadurch die Filme länger wurden, man an den Kinokassen also mehr Geld verlangen konnte. Aber davon rede ich noch nicht einmal. Eines der wohl größten Ärgernisse ist in die "Parade der Jedi-Geister" am Ende. Während alle kindisch rumtanzen (Wieso musste das sein?), sehen wir im Original die Geister von Obi-Wan Kenobi (Alec Guiness), Yoda (Frank Oz) und Lukes Vater, Anakin (Sebastian Shaw). In der Neuauflage wurde Shaw durch seine jüngere Version, Heyden Christensen, ausgetauscht. Wieso? Yoda und Obi-Wan sind weiterhin die Alten, so wie wir sie kennen und was soll auf einmal die junge Variante von Anakin da? Ärgerlich.

Ob es nur an George Lucas liegt, dass Die Rückkehr der Jedi-Ritter der schlechteste Film der Original-Trilogie ist, oder weil man mit Richard Marquand einen doch recht unbekannten Regisseur suchte, der bis dahin nicht gerade viel Bemerkenswertes geschaffen hatte … wer weiß?

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