Filmplakat Die Mumie
7,5/10

„No man has ever suffered for woman as you suffered for me.“ (Die Mumie, 1932)


Die Mumie

Besprechung

1921 ließ das Britische Museum in Ägypten Ausgrabungen vornehmen. Sir Joseph Whemple (Arthur Byron) konnte einen unglaublichen Fund verbuchen: eine Mumie, wie sie zuvor noch nie jemand gesehen hat. Der Körper, der vor ihm und seinem Freund Doktor Muller (Edward Van Sloan), seines Zeichens Experte auf dem Okkulten, im Sarg steht, gehörte nicht einem Toten. Der Mann wurde bei lebendigem Leibe bandagiert und begraben. Eine enorme Strafe. Die Mumie des Hohepristers Imhotep kommt durch einen unachtsam ausgesprochen Zauberspruch zum Leben und geht einfach fort. Whemple und Muller sprachen nie wieder von dem Vorfall, den sie selber nicht beobachtet haben.

Über zehn Jahre später ist es Frank Whemple (David Manners), der Ausgrabungen tätigt. Doch irgendwie scheint schon alles gefunden zu sein. Da kommt der unheimliche Ardath Bey (Boris Karloff) daher und gibt Frank einen Tipp, wo er das unversehrte Grab der Prinzessin Anck-es-en-Amon finden kann. Ein großartiger Fund! Doch die Mumie der Prinzessin wird in Ägypten ausgestellt, nicht in London.

Ardath Bey führt dunkles im Sinne. Dafür braucht er die Hilfe der jungen Nichte von Doktor Muller, Helen Grosvenor (Zita Johann). Helen ist Halbägypterin und wird magisch von Ardath Bey angezogen.

Meinung von

Schon lustig, was 1932 als Gruselfilm durchging. Ich fand da überhaupt nichts gruselig. Auch ist die Mumie, von Karloff dargestellt, nicht so eine Mumie, wie wir sie heute kennen. Man sieht die Mumie nur am Anfang kurz. Wir sehen nicht einmal, wie die Mumie davongeht — schon gar nicht der "typische Mumiengang" mit vorgestreckten Armen. Nur zwei Bandagen werden aus dem Bild gezogen. Hier spielt sich wieder viel im Kopf ab.

Ein bisschen war ich dann aber schon enttäuscht, dass man nicht so viel vom "Schrecken" sieht. Bei Frankenstein sah man viel mehr vom Monster. In Die Mumie läuft Boris Karloff, den ich immer mehr zu schätzen lerne, hauptsächlich als Ardath Bey umher. Gut, seine Haut ist arg faltig und fast papierartig — das soll eine Höllenqual gewesen sein, diese Maske angeschminkt zu bekommen —, wirklich unheimlich ist das jedoch nicht.

Ich habe den Film dann auch nicht unbedingt als Horror- oder Gruselfilm angesehen. Das Original von 1932 ist mehr als Liebesgeschichte zu sehen. Das war tatsächlich damals auch ein absolutes Novum: Grusel- und Liebesfilm in einem. Das gab es noch nie. Imhotep hat eine Prinzessin geliebt, was er nicht durfte. Der Versuch die verstorbene Geliebte zum Leben zu erwecken war dann absolut verboten — was ihm den grausamen Tod einbrachte. Nun ist er, 3700 Jahre später, auf der Suche nach seiner Anck-es-en-Amon.

Der Grusel dürfte damals wohl von der Tatsache hergerührt haben, dass Imhotep aus der Ferne zaubern konnte — hauptsächlich töten. Kein Splatter, keine Handgreiflichkeiten: der "Feind" erleidet einen Herzinfarkt, windet sich noch etwas und fällt tot um. Aus heutiger Sicht absolut nichts!

Es gibt allerdings die Aufnahme der Mumie und zwei Nahaufnahmen von Boris Karloffs faltigem Gesicht. Seine Augen fangen leicht an zu glühen: Doch, das hat schon was.

Ist nicht so stark wie Frankenstein aber sollte man auf alle Fälle mal gesehen haben. Allerdings scheint es von dem Film keine Synchronisation zu geben. The Mummy gibt es nur im englischen Originalton. Aber der ist wunderbar theatralisch gesprochen und somit gut zu verstehen.

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