Filmplakat Der Tank
6,5/10

„Ich fühl mich so wohl wie 'n Hengst beim Decken.“ (Der Tank, 1984)


Der Tank

Besprechung

Es soll sein letztes Kommando sein, dann kann Sgt. Major Zack Carey (James Garner) endlich seinen Traum verfolgen. Er wird sich ein Fischerboot kaufen und ein ruhigeres Leben führen. Caray kommt mit seiner Frau LaDonna (Shirley Jones) und Sohn Billy (C. Thomas Howell) in der Kleinstadt Clemens Ville in Georgia an. Zumindest auf dem Stützpunkt sorgt das für Aufregung. Carey ist bekannt dafür, dass er einen eigenen Sherman-Panzer hat.

Eines Abends geht Carey in die Stadt. In einer Bar trinkt er ein wenig zu viel und singt der 20-jährigen Prostituierten Sarah (Jenilee Harrison) ein kleines Liedchen, als er von Deputy Euclid (James Cromwell) angehalten wird den Mund zu halten. Das geht soweit in Ordnung, doch Euclid wird aggressiver und schlägt Sarah. Da schlägt Carey zurück. Am nächsten Tag ist Sheriff Buelton (G.D. Spradlin) nicht davon begeistert, dass sein Deputy ungestraft geschlagen wurde.

Die Armee steht hinter Carey. Buelton ist so angefressen davon, dass er einen eigenen Kleinkrieg mit Carey vom Zaun bricht, wobei Billy für die Tat seines Vaters leiden muss. Das geht so weit, dass Buelton Billy in ein Arbeitscamp schickt. Carey ist so sauer und zugleich so verzweifelt, dass er seinen Panzer rausholt, um seinen Sohn zu befreien.

Meinung von

Ah, ich mag Filme aus den 80ern. Die sind irgendwie unbeschwerter und einfacher. Die Geschichte in Der Tank ist ein wunderbares Beispiel dafür. Im Grunde handelt es sich hierbei um eine klassische Rachegeschichte. Der Held kommt in eine Stadt, der böse Sheriff fühlt sich auf den Schlips getreten und greift sich eine Person, die dem Helden am Herzen liegt. Der Held dreht durch und rettet seinen Sohn. Der Bösewicht wird noch gefährlicher, doch die Bevölkerung steht hinter unserem Helden. Fertig. Alle sind froh. Luftballons steigen gen Himmel. Das ist wirklich die Handlung. Aber warum kompliziert machen?

Regisseur Chomsky hat in seiner Karriere hauptsächlich fürs Fernsehen gearbeitet. Nur wenige Ausflüge führten ihn in die große Hollywood-Welt. Der Tank ist einer dieser seltenen Fälle. Dafür hat er ihn jedoch routiniert abgedreht.

James Garner (Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe, Victor/Victoria) hat vor allem in den 1970ern selber viel für die Flimmerkiste und nicht für die Silberleinwand gedreht. Er spielt den grundsoliden Soldaten, der einen Traum hat und eine Bürde zu tragen. Sein erstgeborener Sohn ist ums Leben gekommen. Das führt nicht zu Spannungen zwischen ihn und Billy, aber Billy denkt sich schon "Mein Vater hat meinen toten Bruder lieber gehabt als mich". Was nicht stimmt.

Sgt. Major Carey ist ein Mann mit Prinzipien und einem guten Herzen. Manchmal geht aber auch das Temperament mit ihm durch. So in der Kneipe, aber nach einem Krankenhausbesuch, wenn er einen Vater, der seinen Sohn geschlagen hat, damit droht, ihn in die Steinzeit zu prügeln. Seine Handlung den alten Panzer rauszuholen und damit das Gefängnis platt zu machen könnte man auch unter der Rubrik "impulsiv" ablegen. Das macht ihn menschlich und sympathisch. Er ist wie ein Löwe, der sein Junges beschützt.

Der Film hat Witz und nette Charaktere. Allerdings ist der im Fall des Sheriffs arg überzeichnet. Oder ist er das doch nicht? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es solche Vollpfosten von Redneck-Gesetzeshüter gibt, die sich nur zu leicht in ihrer Ehre gekränkt fühlen und sofort zur Waffe greifen. Er ruft sogar zur Gewalt auf, als herauskommt, dass ein Mann dem Sgt. Major und seinem Sohn geholfen hat, an Benzin heranzukommen. Nettes Kerlchen ...

Dennoch ist die Figur des Buelton etwas dick aufgetragen. Die Aktionmit den Bieren, die Carey zu Hilfe kommen, ist so typisch 80er. Biker als böse, harte Jungs, die sich aber – oh Wunder – als supernette und hilfsbereite Kerle herausstellen. Das ist so klischeehaft. Aber egal, Der Tank ist nette Unterhaltung, da lasse ich es mal durchgehen.

Was mich schon immer an dem Film jedoch gestört hat: Als herauskommt, dass Billy inhaftiert wurde, weil Zack Carey mit einer Prostituierten zusammen war, geht jeder davon aus, dass er mit ihr im Bett war. Was ja gar nicht stimmt. Anstatt, dass er das einmal klarstellt "Hey, ich war angeheitert und habe mich mit der Frau an der Bar unterhalten und ihr später sogar ein Lied gesungen, als sie von dem Arsch von Deputy geschlagen wurde. Das mag ich nicht, also habe ich den Deputy geschlagen. Danach bin ich nach Hause." Das ist doch nicht so schwer. Stattdessen sind seine Frau und sein Sohn sauer auf ihn, weil er mit einer Prostituierten "zusammen war". Wenn ich miteinander reden würdet, würde sich so mancher Konflikt von alleine lösen.

Netter kleiner Film für zwischendurch, wenn man nicht viel nachdenken und einen dieser leichten Filme aus den 80er sehen möchte.

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