Filmplakat Der Mann ohne Körper
2/10

„Ich weiß, dass sie ein Röntgenbild mehr erregt ...“ (Der Mann ohne Körper, 1957)


Der Mann ohne Körper

Besprechung

Karl Brussard (George Couleurs) ist ein wohlhabender Geschäftsmann — mit einem Gehirntumor. Sein Arzt gibt ihm nicht mehr viel Zeit, aber vielleicht kann Dr. Phil R. Merritt (Robert Hutton) helfen? Merritt soll Erfolge bei der Gehirntransplantation gemacht haben. Brussard reist von New York nach London.

Hier wird Brussard Zeuge von Dr. Merritts Können. Von künstlichen Organen am Leben gehalten, hockt da ein Affenkopf auf dem Tisch und schaut ihn an. Das Beste: Der Kopf war schon sechs Wochen tot. Doch Dr. Merritt und sein Team haben das Unmögliche möglich gemacht. Man muss sich nur vorstellen, was man mit einem Menschenhirn machen könnte!

Brussard, der nicht gewillt ist, aufzugeben oder gar das Zeitliche zu segnen, schmiedet einen teuflischen Plan. Er schickt den versoffenen Dr. Brandon (Tony Quinn) nach Frankreich, um ihm den Schädel des Mathematikers, Physikers und Hellsehers Nostradamus (Michael Golden) zu bringen. Merritt soll das Hirn des Sehers wieder zum Leben erwecken und ihm dann einsetzen. Brussard muss nur dem reanimierten Nostradamus-Schädel seinen Willen aufzwingen. Dann sollte das klappen. Und Nostradamus muss es sein, weil das ein schlauer Kopf war. Nur das Beste für Brussard.

Meinung von

Wow, der war mal schlecht, der Film! Unser zweiter Beitrag im Rahmen des 3. Monster machen mobil-Festivals. Ein Paradebeispiel für eine miese Idee, schlechte Dialoge — ich spreche hier von wirklich schlechten Dialogen —, hölzerne Schauspieler und ein reduziertes Kulissen-Set. Hier wollte man schocken, den Frankenstein-Gedanken weiterspinnen, doch was am Ende herauskam, ist lahmer Trash.

Ich meine, sie haben sich Mühe gegeben, den Eindruck hatte ich schon, aber unterm Strich ist das alles grottig schlecht. Die künstlichen Organe, die nur zur Hälfte in ihrer Nährflüssigkeit rumhängen und den Affenkopf am Leben erhalten. Okay. Aber warum ist da auch ein Auge, das die Menschen im Raum ständig verfolgt?

Wieso wird Dr. Brandon eingeführt — dabei hat er dank betrunkenem Einstand kaum einen Satz zu sagen —, nur weil er weiß, wo sich das Grab von Nostradamus befindet? Lesen können auch andere … Und ständig wird im Labor geraucht. Weil man rauchte eben damals in den Filmen ohne Unterbrechung.

Und wie dämlich es das, wenn Nostradamus' Kopf reanimiert ist, Brussard sich vor ihm aufstellt und auf ihn einredet, der Kopf solle sich vorstellen, er sei Brussard, er sei als kleiner Junge von zuhause weggelaufen, er würde seinen Vater hassen und er habe es vom Tellerwäscher zum reichen Magnaten gebracht!? Das sollte dieses ominöse "Den Willen aufzwingen" sein? Wow. Seltsam, dass das nicht funktioniert hat.

Von den 80 Minuten, die der Film insgesamt dauert, waren bestimmt die letzten 20 Minuten extrem lahm. Wir sehen, wie Brussard seine Aktien verkaufen will, oder am Ende die Verfolgungsjagd — in der alle Beteiligten mindestens zehnmal an ein und der selben Hausecke vorbei gelaufen sind.

Der Mann ohne Körper ist ein C-Movie erster Kajüte. Er ist aber aufgrund seiner mangelnden Qualität schon wieder an einigen Stellen extrem lustig. Dr. Merritts Assistent, Dr. Lew Waldenhouse (Sheldon Lawrence), baggert z.B. das Mündel von Brussard an, Odette Vernet (Nadja Regin). Dazu leckt er sich verführerisch die Lippen — und das gesamte Kino schüttelte sich vor Ekel, so schmierig war das Schauspiel.

Wer miese Filme mag, der soll sich Der Mann ohne Körper ruhig anschauen. Aber ich habe Euch gewarnt!

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