Filmplakat Der Mann, der niemals aufgibt
3/10

„Endlich habe ich den großen Fall ... und werde dabei draufgehen.“ (Der Mann, der niemals aufgibt, 1977)


Der Mann, der niemals aufgibt

Besprechung

Ben Shockley (Clint Eastwood) ist Cop in Phoenix. Ein schlechter Cop, einer, der gerne die Nacht durchpokert und -säuft. Der neue Police Commissioner Blakelock (William Prince) gibt ihm deswegen einen einfachen Auftrag. Er soll nach Las Vegas und ein unwichtiger Zeuge für eine unwesentliche Sache soll transferiert werden.

Shockley reist nach Las Vegas und vor ihm steht die Prostituierte Gus Mally (Sondre Locke), die sich als die Zeugin herausstellt, die der Cop nach Phoenix bringen soll. Doch Mally wehrt sich mitzukommen. Sie weiß, dass sie des Todes ist, sobald sie den Fuß vor das Gefängnis setzt. Wer ihr nach dem Leben trachtet, weiß sie nicht, aber es werden sogar schon Wetten auf ihr Überleben gesetzt.

Der mürrische Polizist glaubt der Hure kein Wort. Auf dem Weg zum Flughafen werden die beiden angegriffen. Nun muss Shockley Mally und sich verteidigen. Wie schafft er es nun nach Phoenix? Wie es scheint, ist die Polizei hinter dem ungleichen Paar her. Wem kann Shockley noch trauen?

Meinung von

Nicht jeder Eastwood-Film ist gut. Was hiermit bewiesen wäre. Der Mann, der niemals aufgibt hat zwar eine interessante — wenn auch mittlerweile nicht mehr originelle — Idee. Die Umsetzung ist allerdings zäh, holperig, unlogisch und die Dialoge sind teilweise extrem mies. Ob es daran lag, dass Eastwood selber Regie geführt hat? Der Mann, der niemals aufgibt ist nicht sein erster Film, bei dem er im Regie-Stuhl saß, aber doch einer seiner früheren Streifen.

Die Handlung ist "actiongeladen", aber im Grunde völlig übertrieben. Da wird ohne Ende, von allen Seiten, auf das Haus von Mally gefeuert und Shockley wird nicht von einer einzigen Kugel getroffen? Himmel, das Haus stürzt am Ende in sich zusammen, so zersiebt wurde das Haus. Und was ist das für ein seltsamer Abfluss, im Keller von dem Haus? Ich möchte so einen Zugang nicht bei mir haben …

Dann die Verfolgungsszene mit dem Helikopter. Shockley und Mally fahren durch die offene Steppe und die Typen im Helikopter treffen nicht!? Das müssen die schlechtesten Schützen der Welt gewesen sein. Von dem — ach so günstigen — Zufall, der den beiden Flüchtigen ein Motorrad beschert, wollen wir erst gar nicht anfangen.

Vielleicht ist es ein Ding der Synchronisation, vielleicht sprachen die damals aber auch einfach nur so schlecht. Eastwoods Charakter schnauzt seine Filmpartnerin immerzu an, oft völlig übertrieben "hart".

Die Krone wird dem Film aufgesetzt, wenn es zum Höhepunkt am Ende kommt. Wieder endloses Geballere aus allen Richtungen, diesmal auf einen Bus. Da trifft auch niemand die Reifen … Als dann die Flüchtigen vor dem Polizeirevier ankommen und aussteigen — niemand schießt mehr. Shockley nimmt den Staatsanwalt Feyderspiel (Michael Cavanaugh) in die Mangel, hält ihm eine Pistole an den Kopf — keiner der hundert Polizisten, die eben noch schießwütig waren, reagiert. Korrupter Polizeichef kommt, brüllt, wütet, schießt — keine Reaktion der umstehenden Massen. Mally knallt den Polizeichef (!) über den Haufen — niemand macht was! Hallo?

Und diese enorm schlechte Liebesgeschichte zwischen den beiden … Das will ich erst gar nicht ansprechen.

Zwar hat Der Mann, der niemals aufgibt zwischendurch einige nette Witze — oder unfreiwillig komische Situationen —, das macht ihn aber nicht zu einem sehenswerten Film. Eastwood wollte einen guten Film machen, einen harten Bullen zeigen, der übers Ohr gehauen und geopfert werden soll. Aber durch die holperige Erzählweise und die schlechten Dialoge wird das alles nichts. Der Mann, der niemals aufgibt ist kein Vergleich zu Dirty Harry und seine Ableger.

Nicht anschauen …

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