Filmplakat Der gläserne Schlüssel
7,5/10

„Ich bin nur mit Muskeln in die Politik gekommen.“ (Der gläserne Schlüssel, 1942)


Der gläserne Schlüssel

Besprechung

Paul Madvig (Brian Donlevy) ist ein Schläger, der sehr fragwürdigen Geschäften nachgeht. Nun möchte er in die Politik und unterstützt deshalb die Politik der Reformpartei von Ralph Henry (Moroni Olsen). So richtig auf die Reformpolitik-Schien geht Madig, als er von Henrys Tochter Janet (Veronica Lake) eine Ohrfeige bekommt. Was für eine Frau. Mit der muss er zusammenkommen. Das sagt er auch seiner rechten Hand Ed Beaumont (Alan Ladd). Beaumont warnt seinen Boss davor diesen Schritt zu gehen. Er macht sich damit nur Feinde. Und tatsächlich ist der Gangster und Barbesitzer Nick Varna (Joseph Calleia) nicht von der Aktion begeistert.

Madvig hat noch ein Problem: Seine Schwester Opal (Bonita Granville) hat ein Verhältnis mit dem nichtsnutzigen Taylor Henry (Richard Denning), dem Bruder von Janet. Als Taylor unweit von Madvigs Wohnung tot auf der Straße aufgefunden wird, stellt Beaumont ihn zur Rede. Madvig ist wenig berührt von der Nachricht.

Varna, der den Herausgeber des “Observer”, Clyde Matthews (Arthur Loft), in der Tasche hat, streut öffentlich das Gerücht, dass Madvig der Mörder von Taylor ist. Zu Beaumonts Verwunderung nimmt Madvig auch das mit Gelassenheit. Beaumont wechselt die Seiten …

Meinung von

Ich wollte mal meine Film Noir-Kenntnisse aufbessern. Als Der gläserne Schlüssel aber anfängt und Janet Paul eine runterhaut – das hat eher etwas von Komödie. Doch die Zeit der Screwball Comedies war gerade beendet worden und die harten, dunklen Krimis übernahmen die Leinwand. Allen voran natürlich Die Spur des Falken mit Humphrey Bogart.

Die beiden Filme haben eines gemeinsam, sie stammen beide aus der Feder von Dashiell Hammett. Hammett hat viele Kurzgeschichten geschrieben, aber nur fünf Romane. Der gläserne Schlüssel war sein vierter Roman und erschien bereits 1931. Hier haben wir nicht nur einen Mord, sondern das Thema "Verbrecher will in die Politik". Oder einfach nur: Politik. Madvig ist schnell mit den Fäusten dabei. Das hat er so gelernt. Fäuste regeln alles. Doch in der Politik geht es etwas gesitteter zu. Auch muss Madvig an sich reißen, weil er doch in die schöne Janet verliebt ist. Die findet ihn allerdings einen unangenehmen Schwätzer.

Ansonsten ist die junge Dame mit der markanten Frisur die klassische Femme fatale. Die ist kühl, unnahbar und hat spielt jeden zu ihrem Vorteil aus. Eigentlich hat sie es auf Beaumont abgesehen, doch der weiß was Janet für eine gefährliche Frau ist. Sie denkt zudem, sie sei etwas besseres als Beaumont. Nein, mit so einer will erpicht zusammen sein. Wobei … ach, das Herz … Doch Beaumont kann auch nicht mit Janet die Nasen zusammen stupsen, ist er doch seinem Boss treu ergeben. Niemals würde er Madvig verraten. Wieso dann der Sinneswandel und der Lagerwechsel hin zu Nick Varna?

Beaumont ist und bleibt seinem Chef treu. Er geht nur zu Varna, um zu sehen, was der gegen Madvig in der Hand hat. Als Varna aber Informationen aus Beaumont herauskitzeln will, schweigt der. Das bringt ihm eine Tour der Gewalt ein. Varnas Schläger Jeff (William Bendix) prügelt Beaumont windelweich. Das ist schon harter Toback, was wir hier geboten bekommen.

Der gläserne Schlüssel zeigt die Verquickung von Politik und Verbrechen. Ralph Henry will in der Politik hoch hinaus und lässt sich dafür auch vom organisierten Verbrechen unterstützen. Dabei tut er vornehm und will den Ganoven Madvig danach auch wieder loswerden. Ähnlich verhält es sich mit seiner Tochter, die sich auch an Madvig ranmacht ohne dass ihr Herz dabei wäre.

Im Grunde ist Madvig das Opfer. Alle wollen ihn nur ausnutzen oder bekämpfen. Seine eigen Schwester (die im Buch seine Tochter war, hier also eine kleine Änderung zur Vorlage) geht gegen ihn vor, weil sie fest der Meinung ist, er habe Taylor, und damit ihren Liebhaber, umgebracht. Varna ist nur auf Rache aus, weil Madvig mit seiner neuen Masche ihm in den Teich gepinkelt hat.

Alan Ladd bleibt der Ritter in der weißen Rüstung. Ladd und Lake kamen übrigens als Paar so gut an, dass das Filmstudio die beiden in weiteren Filmen Seite an Seite spielen ließ. Beide waren nicht gerade lang und beide waren blond. Ja, das ist schon ungewöhnlich, dass ein männlicher Schauspieler im damaligen Hollywood blond war.

Der gläserne Schlüssel ist ein Krimi (Wer hat Taylor ermordet?), ein Politik-Thriller, er hat eine geheimnisvolle und gefährliche Frau, einen nicht ganz klar gezeichneten Helden und er ist an einigen Stellen echt brutal. Ein echter Film Noir. Ein echter Dashiell Hammett.

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