Filmplakat Der gestiefelte Kater
4,5/10

„Fürchte dich, wenn du dich traust.“ (Der gestiefelte Kater, 2011)


Der gestiefelte Kater

Besprechung

Der gestiefelte Kater (Antonio Banderas) ist nicht nur auf der Flucht vor dem Gesetz, sondern auch auf der Suche nach einem neuen Job. Irgendwie muss eine Katze ja an seine “Lechero” kommen. In einer zwielichtigen Spelunke in Mexiko wird er fündig. Der Kater will die Zauberbohnen von Jack (Billy Bob Thornton) und Jill (Amy Sedaris) klauen. Während seines Beutezugs stolpert er über die mysteriöse Kitty (Salma Hayek), die ihm die Bohnen vor der Schnurrschnauze wegstehlen will.

Der Bruch klappt nicht, aber durch Kitty kommt der gestiefelte Kater mit einem alten Freund wieder zusammen: Humpty Alexander Dumpty (Zach Galifianakis). Das Ei und der Kater sind beides dicke Kumpel im Waisenhaus gewesen, in dem sie aufwuchsen. Schon damals war Humpty Dumpty auf der Suche nach den Zauberbohnen, die in ein Schloss in den Wolken führen sollen, in dem wiederum eine Gans leben soll, die goldene Eier legt. Der Kater ist nicht erfreut seinen alten Kumpel zu sehen.

Man rauft sich trotz schwerer Meinungsverschiedenheiten in der Vergangenheit zusammen, um als Trio die Bohnen zu stehlen. Jack und Jill sind nicht gerade leicht auszurauben, da muss man als team arbeiten.

Meinung von

Der gestiefelte Kater hatte in Shrek 2 seinen ersten Auftritt als Nebenfigur. Wenn der "Latin-Lover" sich aus einer brenzligen Situation mit seinen riesigen Kulleraugen herauswindet, ist das jedes Mal einen Lacher wert. Und ein "Ohhhh". Der Kater ist so beliebt, dass er einen eigenen Film bekommen hat. Das will was heißen. Oder vielleicht doch nicht? Ist es nur eine billige "Abzocke"?

Wir sahen den Film in der Kindervorstellung im UCI umme Ecke. Nur in der Kindervorstellung läuft er in 2D. Nun lachen Kinder ja bei dem kleinsten Scheiß, aber bei Der gestiefelte Kater haben sie kaum gelacht. Dabei ist er lustig. An manchen Stellen ...

Einige Witze sind vermutlich nicht für Kinder zu verstehen, ebenso wenig Film-Referenzen, wie z.B. auf Fight Club. Ein Erwachsenenfilm ist es deswegen allerdings nicht.

Trotz einigen netten Lachern — und großartigen Neu-Charakteren, wie die "Ohhh"-Katze — bleibt der Film lahm. Er hat viele Latino-Tanzszenen, wenn sich der gestiefelte Kater und Kitty ein Tanzduell liefern, aber auch zu anderen Gelegenheiten werden die Pfoten geschwungen. Wirkt manchmal so, als wollte man damit Zeit schinden. Irgendwie muss man ja auf seine 90 Minuten Laufzeit kommen.

Die Figur des Humpty Dumpty war blass. Ich spare mir den Vergleich mit einem Ei, das wäre zu flach. Einen entscheidenden Faktor mag die Synchronstimme spielen. Dadurch wird das Ei auf zwei Beinen langweilig. Die beiden Katzen haben einen spanischen Akzent, aber Humpty ist — zumindest im Deutschen — lahm. Das zieht beim Sprechen das Tempo des Films herunter.

Die technische Umsetzung ist wie erwartet gut, die Geschichte allerdings nicht sonderlich spannend. Es gibt zwar einen Twist, aber der kann dem Film auch keine "Seele" einhauchen. Nur einer der vier Schreiberlinge hat Shrek-Erfahrung. Alleine Regisseur Chris Miller hatte bei den ersten drei Filmen mit dem grünen Monster aus dem Sumpf seine Finger im Spiel. Wieso dann eine so unbedeutende Geschichte dabei herauskam, bleibt unklar.

Wenn der Film auf einem Sonntagnachmittag im Fernsehen läuft, kann man ihn sich anschauen. Muss man aber nicht. Eigentlich schade.

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