Filmplakat Darkman
5/10

„Sie haben nur ein Ohr gefunden. Das war alles. Hat nicht lange gedauert es zu beerdigen.“ (Darkman, 1990)


Darkman

Besprechung

Der brillante Wissenschaftler Peyton Westlake (Liam Neeson) ist ganz nah dran, künstliche Haut zu synthetisieren. Doch noch klappt es nicht ganz. Seine Haut löst sich nach 99 Minuten im Licht auf. Privat findet er Geborgenheit bei der Rechtsanwältin Julie Hastings (Frances McDormand). Julie hat einen Vertrag entdeckt, den sie besser nicht gefunden hätte. Wie es scheint, schmiert der Bauunternehmer Louis Strack (Colin Friels) die Baubehörde. Julie spricht ihn darauf an – und Strack schickt den sadistischen Robert G. Durnat (Larry Drake), um das Papier zurückzuholen und alle Zeugen zu beseitigen. Er Jagd das Labor von Peyton in die Luft.

Mit Verbrennungen von mehr als 40 Prozent kann Peyton überleben, auch wenn ihn alle für tot halten. In einer Klink wird er versorgt; u.a. in dem man ihm die Nerven durchtrennt. So kann er den Schmerz der Verbrennungen nicht erleiden. Kleiner Nebeneffekt dieser Prozedur: Wenn keine Reize mehr beim Gehirn ankommen, fängt dieses an, sehr hungrig zu werden. Emotionen werden ungemein gesteigert, vor allem Wut.

In einer verlassenen Fabrik plant Peyton seine Rache an Durant, wobei ihm seine künstliche Haut – soweit er sie mit den Resten seines Labors herstellen kann – gute Dienste leitstet …

Meinung von

Regisseur Sam Raimi schrieb auch die Geschichte zu Darkman. Dabei muss er einen Comic vor Augen gehabt haben, den er – er wäre nicht Raimi, würde er es nicht machen – mit Horror-Elementen kombinierte. Comichaft ist eine Szene, wenn Peyton an einem Kabel hängt, das an einem Hubschrauber befestigt ist und der Bösewicht Durant den Piloten zwingt tiefer zu fliegen, damit Peyton auf dem Highway von Autos erfasst werden möge. Da gibt es die Szenen in der Peyton wie in einem Tex Avery-Comic über das Dach eines Lasters läuft. Ein Moment, der unweigerlich auffällt, weil Raimi sich sonst mehr Mühe gegeben hat, dem Film den Horror-Touch zu geben.

Als die Scherge von Durant Peyton in einen Behälter mit einer chemischen Flüssigkeit stecken wollen, greift der noch an zwei Elektroden, die neben dem Behälter angebracht sind. Dabei verbrennt er sich, die Haut wird wie einst in Tanz der Teufel Schicht um Schicht in Stop-Motion-Technik verändert. Das sind die billigen Tricks. Dann kommt extrem viel Bluescreen zum Einsatz. Den hatte man in den 90ern gefressen, so auch Raimi. Die verbrannte Gesichtsälfte von Peyton haben sie hingegen recht ordentlich hingeschminkt.

Die Story ist simpel und mit diversen Computer-Effekten aufgehübscht. Das muss damals "der Kracher" gewesen sein, heute wirkt es altbacken. Die Tricks haben die Zeit nicht gut überdauert. Liam Neeson ist noch am Anfang seiner Karriere, ebenso die junge Frances McDormand. Larry Drake war ein bekannter Bösewicht der Zeit. Ansonsten ist in Darkman nur noch der Bruder des Regisseurs, Ted Raimi, ein bekanntes Gesicht.

Wenn man auf 90er-Jahre-Filme steht, ist man mit Darkman recht ordentlich bedient. Ansonsten ist er wohl eher "damals" gut gewesen. Raimi-Kumpel Bruce Campbell hat auch einen kurzen Auftritt.

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