Filmplakat Cop Out – Geladen und entsichert
5/10

„What are you? Wikipedia?“ (Cop Out – Geladen und entsichert, 2010)


Cop Out – Geladen und entsichert

Besprechung

Jimmy Monroe (Bruce Willis) und Paul Hodges (Tracy Morgan) sind zwei in die Jahre gekommene Polizisten in New York. Sie sind einem Drogenboss auf der Spur, versauen die Festnahme eines Dealers jedoch und werden für einen Monat suspendiert.

Das ist für gestandene Cops schon schlimm genug, aber sowohl Jimmy als auch Paul plagen noch private Probleme. Jimmy soll die Traumhochzeit seiner Tochter (Michelle Trachtenberg) bezahlen, kann sich das jedoch nicht leisten. Paul hingegen ist der Meinung, seine schöne Frau Debbie (Rashida Jones) würde ihn mit dem Nachbarn betrügen.

Jimmy will eine alte Baseball-Karte verhökern, um an das Geld für die Hochzeit zu kommen, wird aber von dem Kleinkriminellen Dave (Sean William Scott) überfallen und ausgeraubt. Da die beiden Cops nicht im Dienst sind, gehen sie auf Baseball-Karten- und Dave-Jagd.

Bei dem ganzen Durcheinander geraten sie unwissend auf die Fährte des eingangs gesuchten Drogenbosses.

Meinung von

Der Film lief als 800. Sneak-Preview im Streit's (†). Es war wohl Vielen schon im Vorfeld klar, dass dieser Bruce Willis-Film gezeigt werden würde. Als dann das Licht ausging, war die Stimmung bei einer Großzahl der Besucher auch eher gedrückt. Ich muss gestehen, bei mir auch. Immerhin kann Uns-Bruce keine Komödie machen. Wir erinnern uns an die Beleidigung des guten Geschmacks Hudson Hawk. Oder auch Keine halben Sachen. "Pure Komödien" sind nicht sein Ding.

Immerhin steht Bruce Willis in Cop Out auch nicht voll im Rampenlicht. Tracy Morgan zieht mit seinem Plappermaul die Aufmerksamkeit auf sich, während Willis eher etwas ruhiger bleibt. Gut so. Morgan hingegen ist nicht gut. In der mehrfach ausgezeichneten und brillanten TV-Serie 30 Rock spielt er den exzentrischen Komiker Tracy Jordan. Dort klappt das mit seiner Art, aber einen ganzen Film mit ihm ist sehr anstrengend. Wir sahen den Streifen im Original und ich muss sagen, ich habe Mr. Morgan nicht immer verstanden, so hat der gebrabbelt und genuschelt. Einen Polizisten habe ich ihm schon mal gar nicht abgenommen.

Doch genug von den beiden Hauptpersonen. Kommen wir zum Film selber. Cop Out ist ein Film aus einem Genre, das seit den 90ern in Vergessenheit geraten ist. In den 80ern und 90ern waren die Buddy-Cop-Movies ganz groß. Wir erinnern uns alle an Lethal Weapon. Regisseur Kevin Smith greift diese Art von Film auf, schmeißt einen ruhigen, coolen Cop und eine Nervensäge in den Pott, rührt um, mischt ein paar durchaus gelungene Gags hinein, behält den roten Faden mit der Drogen-Geschichte im Auge, gibt als Zutat aber auch leider "Tiefgang" mit hinein. Damit meine ich, dass der Film an einigen Stellen Längen hat, nämlich immer dann, wenn Smith die Männer hinter der Polizeimarke zeichnen will. Wie tickt es in Jimmy? Wie viel bedeutet ihm seine Tochter? Wie sehr nimmt es Paul mit, wenn er glaubt, seine Frau würde ihn betrügen? — Laaangweilig.

Ansonsten hat Cop Out alles, was ein Buddy-Cop-Film so braucht: Die zwei unterschiedlichen Cops, die aber für einander alles tun würden, die "verfeindeten" Konkurrenz-Polizisten, dumme Sprüche und sogar Harald Faltermeyer, der für die Musik zuständig war. — Was ich allerdings etwas verwirrend fand, fühlte ich mich nur allzu oft, als würde ich Beverly Hills Cop sehen. Verwirrend, aber nett ausgedacht. Das Genre wird voll ausgereizt, überspitzt und dennoch gleichzeitig liebevoll gehuldigt. So haben wir z.B. in Cop Out eine Szene, wo sich die Protagonisten darüber unterhalten, ob sie auf Drei schießen oder erst bis Drei zählen und dann schießen sollen. Das kennen wir doch aus Lethal Weapon ...? Bei Riggs und Murtaugh ist es allerdings besser.

Ein harmloser Film, der — auch nicht anders erwartet — kein besonderer Film ist. Die fünf Moviejunkie-Punkte besagen, dass es sich hierbei um Durchschnitt handelt.

Sean William Scott hat ein paar sehr schöne Sprüche und wenn man ihn versteht sogar Tracy Morgan. Kann man sich anschauen, wenn man nichts Besseres vorhat, verpasst man ihn, ist es jedoch auch nicht schlimm. Schade eigentlich, mag ich Meister Smith doch so gerne. Wird wohl auch langsam alt der Mann ...

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