Filmplakat Colombiana
5,5/10

„Ich wollte nie so sein ... - auf der anderen Seite.“ (Colombiana, 2011)


Colombiana

Besprechung

Cataleya (Amandla Stenberg) muss mitansehen, wie ihre Eltern vom hiesigen, kolumbianischen Drogenbaron Don Luis (Beto Benites) hingerichtet werden. Der Vater der Kleinen hatte für den Don gearbeitet. Die Ermordung lief unter der Regie von Don Luis’ Lakaien Marco (Jordi Mollà), der nach getaner Arbeit von Cataleya einen kleinen Speicher haben will.

Die Neunjährige kann fliehen und gelangt in die USA. Sie kommt bei ihrem Onkel Danny (Michael Vartan) und dessen Mutter (Ofelia Medina) in Miami unter. Als der Onkel sie an der Schule einschreiben lassen will, stellt Cataleya auf stur. Scheiß auf Schule, sie will eine Killerin werden!

15 Jahre später ist sie eine Killerin. Eine verdammt gute. Aufträge bekommt sie von ihrem Onkel. Die Opfer sind alles Kriminelle. Cataleya (Zoe Saldana) hinterlässt auf jedem Ziel eine Zeichnung. Diese stellen die Polizei, allen voran FBI-Agent Ross (Lennie James), vor ein großes Rätsel. Dabei sind diese Zeichnungen gar nicht für die Polizei gedacht, sie sollen viel mehr den Mörder von Cataleyas Eltern aus seinem Versteck locken. Die junge Frau hat bereits 22 Morde in nur vier Jahren verübt. Jedes mal gab es eine Zeichnung.

Don Luis hockt derweil in Memphis — schön unter dem Schutz des CIAs. Deswegen läuft Ross bei seinen Ermittlungen schließlich auch ständig gegen Wände. Derweil wachen die angelockten Drogen-Mafiosis langsam auf und machen Jagd auf Cataleya. Die junge Auftragskillerin wird also von zwei Seiten bedrängt.

Meinung von

Wer schnelle Action erwartet, der kann gleich weitergehen, die gibt es in Colombiana zwar auch, aber es ist kein typischer Action-Film. Man merkt den europäischen Einfluss durch Screenplay-Schreiber Luc Besson. So wird sich — was ich eigentlich ganz angenehm finde — recht viel Zeit genommen, um die Geschichte und die Gefühlswelt der kleinen Cataleya zu zeigen. Die Figur wird also langsam aufgebaut, man wird nicht einfach in die Action geschmissen.

Der "Einstand" von Zoe Saldana als Cataleya ist dann eines der Highlights. Hier wird minutiös die Vorgehensweise gezeigt, wie sie ihren Kill-Auftrag ausführt. Das ist beindruckend und Spaß. Gleichzeitig lernen wir, dass die Schule zur Killerin offensichtlich erfolgreich absolviert wurde.

Die Beziehungskiste mit ihrem Lover Danny (Michael Vartan) ist im ersten Moment laaangweilig. Wir verlangen Action. Aber Besson und Regisseur Olivier Megaton wollen sie uns nicht geben. Dann wird klar, dass hier Dinge gezeigt und erklärt werden, die die Figur der Cataleya besser, tiefer beschreiben. Ist das erst einmal ins Bewusstsein gesackt, ist es auch gut. In Colombiana wird viel Wert auf die Entwicklung der Hauptfigur gelegt.

Cataleya ist eine gebrochene Frau, die von Rache getrieben ist. Nähe kann sie nicht zulassen. Danny ist es, der "reden will", wenn die junge Frau bei ihm — unter falschem Namen — aufschlägt. Sie kann nicht reden, sie will Sex, körperliche aber nicht emotionale Nähe. Mit ihren Eltern ist viel in ihr gestorben. Das wird gezeigt. Gemischt mit einer Jagdgeschichte. FBI und Mob sind ihr auf den Fersen.

Man darf keinen rasanten Actionfilm erwarten und wenn man dann noch über die eine oder andere Ungereimtheit in der Erzählung hinwegsehen kann, wird das ein netter, kurzweiliger Filmabend. Moviejunkie Thorsten fand ihn besser als erwartet, ich wurde etwas enttäuscht.

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