Filmplakat Buck Rogers
4,5/10

„Sie wissen doch, ich hab 'n festen Termin für die Hinrichtung und wenn ich den versäume, kann ich 'n Haufen Ärger bekommen.“ (Buck Rogers, 1979)


Buck Rogers

Besprechung

1987 startet die NASA ihre letzte amerikanische Raumsonde. An Bord ist der Raumpilot Captain William “Buck” Rogers (Gil Gerard), der in eine Raumanomalie gerät, die ihn in eine Art Tiefschlaf versetzt. Ursprünglich sollte der Trip fünf Monate dauern, stattdessen trudelt Buck Rogers 500 Jahre durchs All – bis ihn ein Raumschiff der Draconianer auffischt. An Bord ist die Prinzessin Ardala (Pamela Hensley), die auf dem Weg zur Erde ist, um ein Friedensabkommen mit den Menschen abzuschließen. Buck wird untersucht und unwissend als Spion zur Erde geschickt. Der denkt, er habe alles nur geträumt und kommt völlig unschuldig zur Erde, wo ihn eine böse Überraschung erwartet.

Die Erde, die er kannte gibt es nicht mehr. Die Menschen haben mit Atombomben rumgespielt und sich fast ausgelöscht. Das einstige Chicago, zu dem Rogers zurück wollte, gibt es nicht mehr. Eine Megastadt ist nun vorhanden, die Erde von einem Schutzschild umgeben. Die Menschen sind wegen der radioaktiven Verseuchung um die Megastadt herum von ausserterrestrischen Lieferungen abhängig. Doch in letzter Zeit kam es immer wieder zu Überfällen durch Piraten. Die Draconianer wollen helfen.

Buck Rogers wird auf der Erde für ein Pirat gehalten oder ein Spion. Sehr misstrauisch ihm gegenüber ist Colonel Wilma Deering (Erin Gray), etwas milder gestimmt – weil von diesem 500 Jahre alten Mann fasziniert – ist der Wissenschaftler Dr. Elias Huer (Tim O’Connor). Dr. Huer stellt Buck Rogers einen Wissenschaftcomputer namens Dr. Theopolis (Howard F. Flynn) zur Seite, der von einem kleinen Roboter namens Twiki (Felix Silla) herumgetragen wird. Der Astronaut aus dem 20. Jahrhundert muss sich in der neuen Zeit zurechtfinden, gegen den Argwohn von Colonel Deering ankämpfen und beweisen, dass Ardala und ihr Berater Kane (Henry Silva) in Wirklichkeit Böses im Schilde führen, bevor es zu spät ist für die Erde.

Meinung von

Krieg der Sterne hatte seinerzeit den SciFi-Boom im Kino ausgelöst. Die Cash-Cow wurde auf die Weide getrieben und alle wollten ein Stück von ihr haben. Zwei Jahre nach der Weltall-Saga von George Lucas kam Buck Rogers in die Kinos – als Pilotfilm für die anschließende TV-Serie (die zwei Staffeln durchhalten sollte). Glen A. Larson, der uns auch Der sechs Millionen Dollar Mann, Kampfstern Galactica, Knight Rider, Ein Colt für alle Fälle oder Magnum beschert hat, schrieb und produzierte auch Buck Rogers – den Film und die Serie. Die Serie basiert auf dem 1939 erschienen, gleichnamigen Comic.

Das recht magere Budget von 3,5 Mio Dollar (der Film spielte dafür 21 Mio ein), zeigt sich u.a. darin, dass man für den Film teilweise Szenen und Utensilien aus Kampfstern Galactica wiederverwendete. Buck Rogers spielt in einer düsteren Zukunft – die Menschen haben mal wieder zu sehr mit den Atomraketen herumgespielt, der Kalte Krieg war noch im vollen Gange, und ein Mann aus der Vergangenheit erscheint plötzlich und bringt so manchen dummen Spruch mit. Das sorgt für einige Lacher. Davon abgesehen ist Buck Rogers eher B-Movie-Ware. Was nicht heißen soll, dass ich den als kleiner Junge, als er im Fernsehen lief, nicht toll fand. Hallo – alleine die spärlich bekleidete Pamela Hensley, die blauäugige Erin Gray und das an einen James Bond-Vorspann erinnernden Intro (leicht bekleidete Damen, sich lasziv in den Armen des Helden räkelnd) waren "künstlerisch ansprechend". *hust* Wenn Buck Rogers in die verbotene Zone um die Megastadt herum geht, um Spuren seiner Vergangenheit zu finden, dann begegnet er "Mutanten", die in dem ehemaligen Chicago namens Anarchie leben, waren damals für mich extrem gruselig. Dabei haben die nur Tücher um den Kopf und ein paar "Verbrennungen" im Gesicht. Aber ich war ein kleiner Junge, da war das echt gruselig!

Aus heutiger Sicht kann der Film natürlich nichts mehr reißen. Selbst Flash Gordon, der quas als Antwort auf Buck Rogers erschien, ist noch besser. Das mag aber auch daran liegen, weil Flash Gordon ein Kinofilm war, nicht ein TV-Pilot, der rein zufällig zuerst im Kino lief. Das sieht man dem Streifen schon an.

Somit hat Buck Rogers eigentlich nur noch sentimentalen Wert.

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